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International Business Podium mit Guy Parmelin: Geopolitik und Sicherheit bewegen die Schweiz

Am 18. International Business Podium der ZHAW School of Management and Law diskutierten Bundespräsident Guy Parmelin und weitere Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die geopolitische Lage und die sicherheitspolitischen Herausforderungen der Schweiz. Der Anlass wurde vom ZHAW Center for Geopolitics and Competitiveness organisiert und stiess auf grosses Interesse.

Die Veranstaltung begann pünktlich in der voll besetzten Aula der ZHAW School of Management and Law in Winterthur. In ihrer Begrüssung erläuterte ZHAW-Rektorin Regula Jöhl wie stark die heutige Weltlage in Bewegung geraten sei. Vieles, was lange als gesichert galt, wie offene Handelswege, verlässliche internationale Regeln oder die Sicherheit in Europa, stehe mittlerweile infrage. Dies spürten nicht nur die Unternehmen, die ihre Lieferketten und Märkte ständig anpassen müssten, sondern es betreffe die gesamte Gesellschaft. Wie sich die Schweiz in diesem immer angespannteren Umfeld behaupten könne, sei die zentrale Frage des Abends.

Nach diesen einleitenden Worten trat Bundespräsident Guy Parmelin ans Rednerpult. Erst wenige Tage zuvor hatte der Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) in Hanoi das Freihandelsabkommen mit Vietnam unterzeichnet. Zurück im Volkartgebäude erläuterte er, weshalb eine starke Industrie auch für die sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit der Schweiz entscheidend sei. In einer «Welt in Aufruhr» brauche es mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung. Gleichzeitig müsse die Schweiz möglichst eigenständig bleiben, um ihre Unabhängigkeit zu wahren. Dies könne aus Sicht des Bundesrates beispielsweise mit einer Änderung des Kriegsmaterialgesetzes erreicht werden, über welche die Stimmbevölkerung Ende November abstimmt.

In der anschliessenden, von NZZ-Bundeshausredaktorin Selina Berner moderierten Podiumsdiskussion wurden die Frage, was die neue geopolitische Realität für die Schweiz, aber auch für die EU bedeutet, vertieft. Guntram Wolff von der Brüsseler Denkfabrik Bruegel verwies auf die zunehmende Aufrüstung in Europa, die jedoch trotz EU-Programmen wie «Made in Europe» oder «SAFE» weiterhin stark national geprägt sei. Gerade zwischen Frankreich und Deutschland gingen die Vorstellungen über die Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie auseinander.

Stefan Brupbacher, Direktor des Industrieverbands Swissmem, erläuterte, wie Schweizer Unternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit spezialisierten Produkten ihre Stellung im internationalen Wettbewerb behaupten können. Zugleich warnt er vor einer zunehmenden Abkehr von Schweizer Rüstungsgütern in Europa. Unter dem Stichwort «Swiss free» verzichten ausländische Abnehmer teilweise auf Schweizer Zulieferer, weil sie angesichts der restriktiven Regeln für die Wiederausfuhr von Kriegsmaterial Unsicherheiten bei künftigen Lieferungen befürchten.

Florian Keller, Leiter des ZHAW Center for Geopolitics and Competitiveness (CGC), erweitere die engagierte Diskussion um zwei weitere Perspektiven: Historisch gesehen sei die Schweiz immer in einem Dilemma gewesen, zwischen den Anforderungen der Neutralität und den Interessen ihrer Exportindustrie navigieren zu müssen. Gleichzeitig verwies er auf die neue sicherheitspolitische Realität, die auch zu neuartigen Forschungsprojekten führt, wie etwa jenes zur praktischen Nutzung von Luftschutzanlagen, an dem die ZHAW gemeinsam mit Forschenden aus Polen und der Ukraine beteiligt war.

Zum Abschluss bedankte sich Swissmem-Präsident Martin Hirzel bei den gut 300 Gästen, darunter Vertreter:innen aus Lehre, Weiterbildung, Forschung und Industrie.

Geopolitisches Wissen für Wirtschaft und Führung

Das IB Podium war auch der Startschuss für den neuen MAS in Geopolitics, Strategy and Security, mit dem das ZHAW International Management Institute sein Weiterbildungsangebot an der Schnittstelle zwischen Geopolitik, Geschäftsstrategie, Technologie und Diplomatie ausbaut.

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