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School of Engineering

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Risikoanalyse & Safety Engineering

Sicherheit entsteht nicht allein durch zuverlässige Komponenten. Bei komplexen, softwareintensiven und zunehmend autonomen Systemen können Gefährdungen auch durch unerwartete Wechselwirkungen zwischen Technik, Software, Menschen, Organisation und Betriebsprozessen entstehen.

Wir identifizieren Gefährdungen, analysieren und bewerten Risiken und leiten daraus Sicherheitsanforderungen sowie technische und organisatorische Massnahmen ab. Dabei kombinieren wir etablierte Verfahren der funktionalen Sicherheit mit systemtheoretischen Methoden wie STPA.

Unser Ziel ist nicht nur die Dokumentation von Risiken. Die Ergebnisse der Safety-Analyse fliessen direkt in Systemkonzept, Architektur, Entwicklung, Verifikation und Validierung sowie in die spätere Bewertung des Systems im Betrieb ein.

Typische Fragestellungen

  1. Welche Gefährdungen entstehen durch das System, seine Umgebung und die vorgesehene Nutzung?
  2. Welche Risiken entstehen durch Fehler einzelner Komponenten und welche durch Wechselwirkungen im Gesamtsystem?
  3. Welche Safety-Methoden und normativen Anforderungen sind für das konkrete System relevant?
  4. Welche Sicherheitsanforderungen müssen an System, Hardware, Software und Betrieb gestellt werden?
  5. Wie können Safety-Anforderungen bereits bei Systemkonzept und Architektur berücksichtigt werden?
  6. Wie lassen sich Änderungen am System oder neue Betriebsbedingungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Sicherheit bewerten?

Unser Vorgehen

Je nach Anwendung, Systemkomplexität und regulatorischem Umfeld kombinieren wir unterschiedliche Analyse- und Engineering-Methoden. Entscheidend ist dabei nicht die Anwendung einer einzelnen Methode, sondern ein konsistenter Safety-Prozess über den Systemlebenszyklus.

Methoden der Risikoanalyse

Wir setzen unterschiedliche Methoden abhängig von System, Fragestellung und Entwicklungsphase ein und kombinieren diese bei Bedarf.

Von der Risikoanalyse zur technischen Lösung

Safety Engineering ist für uns Teil der Systementwicklung. Erkenntnisse aus Risikoanalysen sollen konkrete technische Entscheidungen auslösen.

Dies kann beispielsweise zu:

führen.

Damit entsteht eine direkte Verbindung zwischen Risikoanalyse, technischer Entwicklung, Nachweisführung und Betrieb.

Safety für komplexe und autonome Systeme

Mit zunehmender Automatisierung verschiebt sich die Safety-Fragestellung. Nicht nur Fehlfunktionen sind relevant: Auch eine technisch fehlerfrei arbeitende Funktion kann durch unzureichende Wahrnehmung, falsche Annahmen über die Umgebung oder unerwartete Interaktionen zu einem gefährlichen Systemverhalten führen.

Bei autonomen und KI-basierten Systemen verbinden wir deshalb klassische funktionale Sicherheit mit systemischen Risikoanalysen, SOTIF-orientierter Betrachtung, Szenarien, V&V und der Bewertung des Systems im realen Betrieb.

Normen & regulatorischer Kontext

Je nach Anwendungsbereich arbeiten wir unter anderem mit folgenden Normen und Normenfamilien:

Grundlegende funktionale Sicherheit
IEC 61508 – branchenübergreifender Safety Lifecycle für E/E/PE-sicherheitsbezogene Systeme.

Strassenfahrzeuge
ISO 26262 – Functional Safety · ISO 21448 – SOTIF, insbesondere für ADAS, automatisiertes Fahren sowie komplexe Sensor- und Verarbeitungsfunktionen. Functional Safety und SOTIF adressieren dabei unterschiedliche, komplementäre Safety-Aspekte.

Bahnsysteme
EN 50126 – RAMS/Safety Lifecycle · EN 50716 – Softwareentwicklung · EN 50129 – sicherheitsbezogene elektronische Signaltechnik und Safety-Nachweis. EN 50716 ist die aktuelle europäische Norm für die Softwareentwicklung in den entsprechenden Bahnanwendungen.

Maschinen
ISO 12100 – Risikobeurteilung · ISO 13849-1 und IEC 62061 – sicherheitsbezogene Steuerungssysteme. IEC 62061 als maschinenspezifische Functional-Safety-Norm im Rahmen der IEC 61508.

Medizinsysteme
ISO 14971 – Risikomanagement für Medizinprodukte; je nach System ergänzt durch produkt-, Software- und gerätespezifische Normen.

Nukleare Anlagen
IEC 61513 und weitere anlagenspezifische Normen für sicherheitsrelevante Instrumentierungs- und Leittechnik.

Ausgewählte Projekte

  • CHORUS – Coordination of Heterogeneous Actors in Mixed Traffic within CCAM
    Entwicklung eines Orchestrierungsrahmens für das sichere Zusammenspiel automatisierter und konventioneller Verkehrsteilnehmender in urbanen Mobilitätssystemen.
    Anwendungsbereiche: Automatisierte Mobilität
    Kompetenzen: Systemkonzept, Architektur & Implementierung, Risikoanalyse & Safety Engineering, Safe AI & vertrauenswürdige Autonomie
  • Triggering Conditions for Autonomous Cars
    Untersuchung, wie STPA zur systematischen Identifikation sicherheitskritischer Triggering Conditions im Kontext von SOTIF und automatisiertem Fahren eingesetzt werden kann.
    Anwendungsbereiche: Automatisierte Mobilität
    Kompetenzen: Risikoanalyse & Safety Engineering
  • SmartRail 4.0
    Anwendung von STPA für die Gefährdungs- und Risikoanalyse der Bahn-Automatisierung sowie Schulung und Review der Analysen von SBB-Fachpersonen.
    Anwendungsbereiche: Automatisierte Mobilität
    Kompetenzen: Risikoanalyse & Safety Engineering
  • Relevanz von Risikomodellparameter
    Sensitivitätsanalyse quantitativer Risikomodelle, um die für die Risikobewertung entscheidenden Modellparameter systematisch zu identifizieren.
    Anwendungsbereiche: Automatisierte Mobilität
    Kompetenzen: Risikoanalyse & Safety Engineering
  • Relevanz von Risikomodellparameter 2
    Analyse von Risikomodellen für Störfälle auf Durchgangsstrassen mit Fokus auf Schlüsselparameter und deren Einfluss auf die ausgewiesenen Risiken.
    Anwendungsbereiche: Automatisierte Mobilität
    Kompetenzen: Risikoanalyse & Safety Engineering
  • iamo Furttal – Intelligente Automatisierte Mobilität
    Untersuchung und Erprobung automatisierter Mobilität im realen Verkehr mit Fokus auf die objektive und subjektive Sicherheit im Betrieb.
    Anwendungsbereiche: Automatisierte Mobilität
    Kompetenzen: Risikoanalyse & Safety Engineering, Verifikation & Validierung, Safety-in-Operation
  • Mitentwicklung eines Sicherheitssystems für Drohnen
    Entwicklung des UAS-Sicherheitssystems HORUS inklusive Systemarchitektur, Sicherheitskonzept und sicherheitsgerichteter Softwarearchitektur.
    Anwendungsbereiche: Service-Robotik
    Kompetenzen: Systemkonzept, Architektur & Implementierung, Risikoanalyse & Safety Engineering, Verifikation & Validierung
  • Mitentwicklung einer sicheren Hard- und Softwareplattform für Drohnen
    Entwicklung und sicherheitstechnische Auslegung einer Hard- und Softwareplattform für UAS unter Berücksichtigung regulatorischer und betrieblicher Risiken.
    Anwendungsbereiche: Service-Robotik
    Kompetenzen: Systemkonzept, Architektur & Implementierung, Risikoanalyse & Safety Engineering
  • certAInty – A Certification Scheme for AI systems
    Entwicklung eines Zertifizierungsschemas mit Anforderungen, Kriterien und technischen Prüfmethoden für vertrauenswürdige ML-basierte Systeme.
    Anwendungsbereiche: Medizinsysteme
    Kompetenzen: Risikoanalyse & Safety Engineering, Verifikation & Validierung, Safe AI & vertrauenswürdige Autonomie
  • Formal Analysis of Accidents
    Verbindung formaler Unfallanalyse mit dem systemtheoretischen STAMP-Ansatz zur strukturierten Analyse komplexer Unfallursachen.
    Anwendungsbereiche: Automatisierte Mobilität
    Kompetenzen: Risikoanalyse & Safety Engineering, Verifikation & Validierung
  • Personal Safety Systems der European Spallation Source
    Funktionale Sicherheitsbewertung des Personenschutzsystems der European Spallation Source zum Schutz vor ionisierender und elektromagnetischer Strahlung.
    Anwendungsbereiche: Grossanlagen
    Kompetenzen: Risikoanalyse & Safety Engineering, Verifikation & Validierung
  • Softwarezuverlässigkeit und Dynamic Flowgraph Modelling
    Untersuchung von Softwarezuverlässigkeitsmodellen und Dynamic Flowgraph Modelling für sicherheitsrelevante Systeme im Kernkraftwerk.
    Anwendungsbereiche: Grossanlagen
    Kompetenzen: Risikoanalyse & Safety Engineering, Verifikation & Validierung

Anwendungsbereiche

Diese Kompetenz setzen wir in unterschiedlichen sicherheitskritischen Anwendungsbereichen ein:

Weiterbildung

Zusammenarbeit

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