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School of Engineering

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Cool bleiben bei geringer Umweltbelastung

Ob Supermarkt, Eishalle oder Hotel – Kühlsysteme braucht es fast überall. Doch manche verbrauchen viel Strom und belasten die Umwelt mit Schadstoffen. Im CAS Kälteanlagen- und Wärmepumpenhydraulik an der ZHAW School of Engineering hat Kälteplaner Sandro Stefanutti sein Wissen über zukunftstaugliche Anlagen vertieft.

Die grosse Migros-Filiale im Glattzentrum wird über den Sommer umgebaut. Bei der Neueröffnung im September soll die Filiale nicht nur einladender wirken, sondern auch weniger Energie verbrauchen. Joghurts, Milchpackungen und Würste werden künftig hinter transparenten Türen gekühlt, die den Kälteverlust reduzieren. Gleichzeitig wird die Abwärme der Kühl- und Tiefkühlmöbel für die Erwärmung des Brauchwassers und das Heizen des Walliseller Einkaufszentrums genutzt. Das ausgeklügelte Energiekonzept hat die Firma Leplan in Winterthur erarbeitet. «Das Ziel ist, die gesamte Energie, die wir reinstecken, zu verwenden und möglichst wenig Wärme an die Aussenluft abzugeben», sagt Geschäftsleiter Sandro Stefanutti.

Natürliche Kältemittel ohne PFAS

Das Ingenieurbüro mit zehn Mitarbeitenden setzt auf natürliche Kältemittel wie Kohlendioxid, Propan und Ammoniak. Die synthetischen Kältemittel, die in den meisten Kühlanlagen und Wärmepumpen eingesetzt werden, belasten das Klima. Einige gehören zu den sogenannten Ewigkeitschemikalien PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Die Sanierung von Böden und Gewässern wird in die Milliarden gehen. Dass die neue Verordnung, die nächstes Jahr in Kraft tritt, derartige Stoffe weiterhin erlaubt, findet Stefanutti bedenklich. Mit seinen beiden Kindern badet er gerne im Pfäffikersee und angelt im Sihlsee. «Es kann doch nicht sein, dass wir unsere Nahrungskette immer weiter vergiften.»

Natürliche Kältemittel seien zwar etwas teurer. Auch erfordere ihre Handhabung wegen der je nach Stoff bestehenden Brennbarkeit oder Toxizität mehr Fachwissen, erklärt er. «Doch wir wollen mit dauerhaft tragfähigen Lösungen einen Beitrag für diese Welt leisten.»

Sandro Stefanutti hat den Beruf des Kältesystem-Planers ursprünglich bei der Firma Baumgartner in Uster erlernt, wo er bereits mit 21 Jahren zum technischen Leiter aufstieg. Während seines berufsbegleitenden Studiums der Gebäudetechnik an der Höheren Fachschule in Bern wechselte er zu seinem heutigen Arbeitgeber. Dort baute er die Abteilung Gewerbliche Kälte für Läden und die Gastronomie auf und übernahm 2024 die Geschäftsleitung.

Praxisnahe Weiterbildung an der ZHAW

Letztes Jahr vertiefte er sein Wissen im CAS Kälteanlagen- und Wärmepumpenhydraulik an der ZHAW School of Engineering in Winterthur. «Es war sehr praxisorientiert», blickt er zurück. Nach dem Theorieteil habe man oft in die Maschinenhalle gewechselt und Anwendungen wie den Einbau eines Plattenwärmetauschers üben können.

«Die Weiterbildung hilft mir zum Beispiel, Hydraulikschemen besser zu beurteilen.» Früher habe er manchmal erst nach dem Einbau gemerkt, dass etwas nicht richtig funktionierte. Die rund 15 Teilnehmenden des CAS – darunter Vertreter der Bauherrschaft, Planer und Unternehmer – lernten von Expert verschiedener Firmen und profitierten vom Austausch untereinander. Ein Studienkollege ist inzwischen sogar zum Kunden der Leplan AG geworden.

Die Firma, die Energiesysteme für renommierte Bauten wie das Stadtspital Triemli und die Swiss Life Eishockeyarena in Zürich realisiert hat, kann sich über fehlende Aufträge nicht beklagen. Der Beruf sei wenig bekannt, was zu einem Fachkräftemangel führe, bedauert Sandro Stefanutti. Die Kontakte zur ZHAW helfen ihm immer wieder, gut ausgebildete Mitarbeitende zu finden. Der Bedarf an zukunftsfähigen Heiz- und Kühlanlagen sei riesig. «Kältetechnik ist überall.»

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