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School of Management and Law

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The Global Pulse: Anastasia Skripnikov

Anastasia Skripnikov, Absolventin des MBA der ZHAW School of Management and Law, spricht über ihren Bildungsweg zwischen Führungsposition, Weiterbildung und Familie – und darüber, warum sie sich bewusst nicht auf eine Rolle reduzieren lässt.

Anastasia, kannst du dich kurz vorstellen und uns etwas zu deinem beruflichen Werdegang erzählen?

Ich bin ursprünglich gelernte Krankenschwester und habe meine Ausbildung in Deutschland im Akutspital gemacht. Geboren bin ich in Russland, aufgewachsen aber in Deutschland. Nach meiner Ausbildung bin ich direkt in die Schweiz gekommen und relativ schnell in Führungspositionen aufgestiegen – zuerst als Teamleiterin, dann als Abteilungsleitung und später in weiteren Leitungsfunktionen bis hin zur Pflegedienstleitung. Heute bin ich Heimleiterin in einem Pflegeheim der Stadt Zürich mit einem sehr breiten Angebot – von psychosozialer Betreuung bis hin zur Schwerstpflege.

Du hast dich für den MBA entschieden und ihn 2025 abgeschlossen. Was hat dich dazu motiviert?

Ich habe im Jahr 2022 mit dem MAS Business Administration gestartet und diesen zwei Jahre später erfolgreich absolviert. Anschliessend habe ich sofort mit dem MBA weitergemacht. Der Entscheid für den MBA war einerseits beruflich motiviert: Ich wollte mich im Bereich Führung und Betriebswirtschaft weiterentwickeln und mir langfristig auch Optionen ausserhalb der Gesundheitsbranche offenhalten. Andererseits war es auch eine sehr persönliche Entscheidung. Als Mutter wird man oft schnell in eine bestimmte Rolle eingeordnet. Ich wollte bewusst etwas für mich machen: Der MBA war für mich auch eine Möglichkeit, meine eigenen Ambitionen weiterzuverfolgen und mich nicht auf eine Rolle reduzieren zu lassen.

Du hast den MBA berufsbegleitend zusätzlich zu einem herausfordernden Familienleben absolviert – wie sah deine Situation damals aus?

Ich hatte bereits zwei Kinder, als ich gestartet habe, und während der Weiterbildung wurde ich mit dem dritten Kind schwanger. Ich habe den MBA tatsächlich vier Wochen nach der Geburt begonnen. Die grösste Herausforderung war, die Balance zwischen allem zu finden. Es ging nicht nur um Zeitmanagement, sondern auch um persönliche Entscheidungen. Ich wollte keine Kompromisse machen – weder im Studium noch als Mutter. Zum Beispiel war es mir wichtig, weiter zu stillen. Das bedeutete, dass ich während Vorlesungen hinausgehen musste oder bei Gruppenarbeiten kurz gefehlt habe. Das war für mich persönlich oft eine Überwindung. Nicht, weil das Umfeld kein Verständnis hatte – im Gegenteil, ich habe viel Unterstützung erlebt –, sondern wegen meiner eigenen Hemmschwelle. Dazu kamen natürlich die klassischen Herausforderungen: wenig Schlaf, kranke Kinder, lange Tage und die Verpflichtung, bei allen Präsenzveranstaltungen dabei zu sein.

“Ich würde den MBA allen empfehlen, die eine Führungsposition anstreben oder sich strategisch weiterentwickeln möchten. Man bekommt sehr praxisnahes Wissen, und viele Dozierende bringen wertvolle Erfahrung aus der Wirtschaft mit.”

Ein besonders intensiver Teil des Studiums ist die sogenannte „Hell Week“. Wie hast du diese erlebt?

Die Hell Week ist definitiv etwas, das man nie vergisst. Sie dauert mehrere Tage – bei uns etwa vier – und findet in Form einer intensiven Simulation statt. Man übernimmt Rollen in einem internationalen Unternehmen, zum Beispiel als CEO oder in anderen Führungsfunktionen, und wird mit einer Krise nach der anderen konfrontiert. Man muss ständig Entscheidungen treffen, präsentieren und reagieren – oft in Bereichen, die man aus dem eigenen Berufsalltag gar nicht kennt, wie etwa Recht oder Finanzen. Gleichzeitig hat man kaum Schlaf und ist rund um die Uhr gefordert. Für mich war das nicht nur fachlich anspruchsvoll, sondern auch emotional. Während des normalen Studiums konnte ich mir gewisse Dinge einteilen oder kurz hinausgehen. In der Hell Week ging das nicht – man war wirklich 24 Stunden präsent. Mein Baby konnte ich zum Glück während dieser Woche mit ins Hotelzimmer nehmen, aber um meine anderen Kinder zu besuchen, musste ich jeweils zwei Stunden Fahrzeit auf mich nehmen. Die Kombination aus Schlafmangel, Leistungsdruck und persönlicher Situation war wahrscheinlich die grösste Herausforderung im ganzen Studium. Aber gleichzeitig war es auch eine unglaublich wertvolle Erfahrung. Man wächst daran und merkt, wozu man eigentlich fähig ist.

Was hat dir geholfen, diese intensive Zeit zu bewältigen – und was hast du aus dem MBA insgesamt mitgenommen?

Ein entscheidender Faktor war mein Umfeld. Mein Partner hat mich stark unterstützt – ohne das wäre es nicht gegangen. Man muss sich wirklich auf jemanden verlassen können, wenn man so eine Weiterbildung macht. Und natürlich die eigene Motivation. Ich habe mir immer gesagt: Es ist eine intensive Phase, aber sie geht vorbei. Neben den fachlichen Inhalten habe ich vor allem gelernt, auf Menschen zuzugehen und zu netzwerken. Ich bin eher introvertiert, aber im Studium habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, aktiv Kontakte zu knüpfen. Das hat mir sehr viel gebracht – beruflich wie auch privat.

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Master of Business Administration (MBA)

Du sprichst offen über deine Rolle als Mutter – gleichzeitig betonst du, dass du nicht darauf reduziert werden möchtest. Wie siehst du das heute?

Es ist mir sehr wichtig, dass ich nicht nur als Mutter gesehen werde. Natürlich ist das ein zentraler Teil meines Lebens, und es hat auch meine Studienzeit stark geprägt. Aber ich bin auch Führungskraft, ich habe Ambitionen und möchte mich weiterentwickeln. Der MBA war für mich ein Schritt, genau das zu zeigen: Dass beides möglich ist und dass man sich nicht in eine Schublade stecken lassen muss.

Wem würdest du einen MBA empfehlen und welchen Rat hast du insbesondere für Eltern, die eine Weiterbildung planen?

Ich würde den MBA allen empfehlen, die eine Führungsposition anstreben oder sich strategisch weiterentwickeln möchten. Man bekommt sehr praxisnahes Wissen, und viele Dozierende bringen wertvolle Erfahrung aus der Wirtschaft mit. Für Eltern ist es wichtig, die eigene Situation realistisch einzuschätzen. Ein gutes Unterstützungsnetzwerk ist entscheidend – sei es durch den Partner, Familie oder andere Bezugspersonen. Ohne wird es sehr schwierig. Und man sollte wissen: Es gibt nicht nur einen Weg. Man kann auch Pausen einlegen oder schrittweise vorgehen. Ich habe mich entschieden, den MBA an einem Stück durchzuziehen, aber das muss nicht für alle gleich sein.

Wie blickst du heute auf diese Zeit zurück?

Mit Stolz. Es war eine sehr intensive und teilweise anstrengende Zeit, aber es hat sich absolut gelohnt – fachlich, persönlich und auch für mein Selbstvertrauen.