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School of Engineering

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Im Studium die Begeisterung für den Weltraum entdeckt

Ihr «Vertrag mit der Zukunft» führte Helena Mainka von Flugzeugen zu Objekten, die noch höher fliegen. Statt wie ursprünglich geplant als Pilotin arbeitet sie heute mit Satelliten bei der European Space Agency und liefert der Wissenschaft Daten aus dem Weltraum. Die für ihre Arbeit benötigten fachlichen Grundlagen und Soft Skills erhielt sie auch während ihres Studiums an der ZHAW School of Engineering. An dieses denkt sie immer noch gerne zurück.

Helena, was kommt dir in den Sinn, wenn du an die ZHAW zurückdenkst?
Mir kommen drei Jahre in Winterthur in den Sinn, die mich persönlich geprägt und mir
die Schweiz als Wahlheimat nähergebracht haben. Ich fahre immer noch mehrmals im Jahr zurück zu meinen engen Freund:innen und Mitbewohner:innen aus der Bachelorzeit. Ich erinnere mich aber auch besonders gerne – auch wenn man es kaum glauben möchte – an die intensiven Lernphasen in der Bibliothek, in denen wir uns alle unterstützt haben, inklusive aller Zweifel und Stressmomente. Und auch die Frackwoche und die Freiheitsgefühle nach den bestandenen Prüfungen gehören zu den schönen Erinnerungen.

Wie kamst du überhaupt zum Studium an der ZHAW?
Nach meinem Abitur wollte ich unbedingt Pilotin werden. Ich informierte mich über
Ausbildungsmöglichkeiten bei der SWISS und stiess so auf das Aviatik-Studium und
die Möglichkeit, die Ausbildung als Pilotin mit dem Bachelorstudium zu kombinieren. Das hat mich sofort begeistert. Vor Studienbeginn absolvierte ich das benötigte einjährige Praktikum in der Flugzeugwartung bei SR Technics. Das war mein Einstieg in die Luftfahrt.

Was gefiel dir im Studium am besten?
Ich fand die thematische Breite durch die Vielfalt der Module immer erfrischend. Von physikalischen Grundlagen über Programmieren, Meteorologie und Flugrecht bis hin zu Aircraft Systems und Flight Performance – das Studium eröffnete unglaublich viele Perspektiven. Auch meine Bachelorarbeit, die ich mit meinem guten Freund Louis geschrieben habe, blieb mir besonders in Erinnerung. Die vielen Versuche im Windkanal haben uns fachlich und menschlich zusammengeschweisst.

Gibt es eine Anekdote aus dem Studium, die du uns erzählen kannst?
Wir haben im Aviatik-Studium immer scherzhaft vorhergesagt, dass wir am Ende wohl eher mit Autos oder Zügen arbeiten. Heute ist es umso schöner zu sehen, wo wir tatsächlich stehen. Zwei meiner engsten Freund:innen sind heute als Linienpilot bei easyJet beziehungsweise als Ground Operations Managerin bei Edelweiss tätig. Und ich arbeite für wissenschaftliche Erdbeobachtungssatelliten bei der European Space Agency ESA.

Du wolltest Pilotin werden und arbeitest nun mit Satelliten. Wie kam das?
Obwohl mein Weg von aussen recht geradlinig erscheinen mag, habe ich oft mit Entscheidungen gehadert. Nach dem Bachelor hatte ich die Möglichkeit, eine Pilotenausbildung bei der Condor zu beginnen. Ich habe mich aber bewusst dagegen entschieden. Stattdessen habe ich mich für ein Aerospace Engineering Masterstudium an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm entschieden. Ich wollte alle technischen Grundlagen, die ich an der ZHAW gelernt hatte, weiter vertiefen und ausbauen. Im Masterstudium entdeckte ich meine Begeisterung für den Bereich über der Atmosphäre – den Weltraum. Während meiner Masterarbeit mit dem ESA Erdbeobachtungssatelliten EarthCARE wurde mir klar, dass ich in dem Bereich arbeiten möchte.

«Jede Entscheidung in eine bestimmte Richtung ist ein Vertrag mit der Zukunft. Gleichzeitig ist kaum eine Entscheidung endgültig. Ich rate zu mehr Vertrauen in den eigenen Weg und dem zu folgen, was einen gerade wirklich interessiert und motiviert.»

Was machst du genau in deinem Beruf?
Ich schaue als Spacecraft Operations Engineer für die Biomass Mission am European
Space Operations Center darauf, dass sich der Satellit auf der richtigen Position im Orbit befindet, nicht mit Schrottteilen kollidiert, einwandfrei funktioniert und dass das wissenschaftliche Instrument korrekt misst sowie die Daten lückenlos überträgt. Es
motiviert mich, der Wissenschaft Daten zu Klimawandel, Erdsystemen und -prozessen
zu liefern und dadurch zu fundierten Entscheidungen beizutragen.

Wie siehst du die Chancen für neue Absolvent:innen in deinem Fachgebiet?
Aktuell gibt es aufgrund der weltpolitischen Lage enormen Bedarf und steigendes Budget sowohl für Weltraumanwendungen und -applikationen als auch generell in der Luft- und Raumfahrt. Für Absolvent:innen der ZHAW stehen unglaublich viele Wege offen: direkter Berufseinstieg, Masterstudium oder weitere Ausbildungen und Spezialisierungen. Technische Fachkräfte werden in Zukunft weiterhin in allen Bereichen gebraucht.

Helena Mainka

Unternehmen: Telespazio Germany im Auftrag der European Space Agency (ESA)
Position: Spacecraft Operations Engineer für die ESA BIOMASS Mission 

Bachelorstudiengang: Aviatik
Abschlussjahr: 2018
Spezialisierung: Technical Engineering
Studienmodell: Vollzeit

Erstausbildung: Gymnasiales Abitur in Deutschland