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School of Engineering

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Die vielfältigen Möglichkeiten des 3D-Drucks entdeckt

Simon Küchler hat schon als Jugendlicher mit einem selbst gebauten 3D-Drucker experimentiert. Im CAS Additive Fertigung an der ZHAW School of Engineering hat er später das gesamte Spektrum dieser Technik kennengelernt. Dieses Wissen hilft ihm heute bei der Leitung von Projekten und der Schulung von Kund.

Hinter der Schutzscheibe bewegt ein Schieber das feine, weisse Pulver von links nach rechts. Danach wird es von einem Laser geschmolzen, bevor der Schieber wieder zurückfährt und die nächste Schicht Kunststoffpulver aufträgt. «So können wir gleichzeitig bis zu 300 Brillenbügel herstellen», erklärt Simon Küchler von der Firma Rapid Manufacturing, die auf 3D-Druck spezialisiert ist. In der Werkstatt in Rümlang arbeiten mehrere kühlschrankgrosse 3D-Drucker fast rund um die Uhr an Brillengestellen, Bauteilen für Drohnen und anderen hochspezialisierten Objekten, die die Kundschaft in Auftrag gegeben hat.

Eigenen Drucker gebastelt

Der 3D-Druck ist Küchlers Leidenschaft. Bereits als Jugendlicher hat der gelernte Polymechaniker mit einem Freund einen eigenen Drucker konstruiert und damit kleine Gadgets hergestellt – unter anderem Ersatzteile für die Traktoren des elterlichen Landwirtschaftsbetriebs. «Ich bin ein Bastler und Technikfreak», sagt der 26-Jährige.

Als er vor gut vier Jahren bei der Firma mit zwölf Mitarbeitenden anfing, merkte er schnell, dass mit 3D-Druck viel mehr möglich ist, als er bisher in seiner eigenen Werkstatt ausprobiert hatte. Während die kleinen Heimgeräte die Objekte meist mit einem feinen Kunststofffaden – dem sogenannten Filament – aufbauen, arbeiten grössere Maschinen auch mit Metall oder Keramik und weisen eine deutlich höhere Präzision auf. «Ich wollte mir ein Gesamtbild über diese faszinierenden Verfahren machen», sagt Küchler.

Weiterbildung mit Praxisbezug

2023 hat der Rümlanger den CAS Additive Fertigung an der ZHAW School of Engineering in Winterthur besucht. Die halbjährige Weiterbildung vermittelt im Theorieteil ein breites Basiswissen zu Materialien, Technologien und verfügbaren Maschinen sowie zu den Möglichkeiten, Grenzen und der Wirtschaftlichkeit des 3D-Drucks.

Sehr interessant fand Küchler zudem die Beiträge externer Dozierender aus spezialisierten Unternehmen sowie die Exkursionen zu Anwenderfirmen wie Ecoparts oder Sauber. Im Praxisteil konnte er selbst Objekte zeichnen und in der ZHAW-eigenen Werkstatt drucken lassen. So auch den Extruderkopf für einen 3D-Drucker, den er im Rahmen seiner Projektarbeit entwarf.

Kontakte geblieben

Ein wichtiger Teil des Kurses sei auch das Networking, sagt Küchler. «Wir waren eine kleine, coole Gruppe.» Mit einigen Teilnehmenden hat er noch heute Kontakt, zum Beispiel, weil sie inzwischen zur Kundschaft seiner Firma gehören.

«Das CAS hat mir extrem viel gebracht», sagt Küchler. Aufgrund seiner Erfahrung wurde er ohne Berufsmaturität über das Sur-Dossier-Verfahren aufgenommen. Das erworbene Wissen hilft ihm unter anderem bei der Schulung von Kund sowie bei der Leitung von Projekten.

Seit er Anfang 2026 zum stellvertretenden Geschäftsführer aufgestiegen ist, hat Simon Küchler in der kleinen Firma auch Tätigkeiten wie Buchhaltung, Kommunikation und Einkauf übernommen. Doch wenn immer möglich, arbeitet er auch heute noch einen Tag pro Woche in der Werkstatt, wo die Maschinen unermüdlich Schicht um Schicht Spezialteile aufbauen.

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