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School of Engineering

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Forschung, Robotics und Sommer in der Schweiz

Von autonomen Robotern und KI-gestützter Navigation bis hin zu ethischen Entscheidungsprozessen in Stromnetzen – fünf Ingenieurstudierende der University of Toronto verbrachten ihren Sommer mit Forschungsprojekten an der ZHAW School of Engineering. Ihre Erfahrungen zeigen, wie internationale Zusammenarbeit Möglichkeiten schaffen kann, die weit über einen herkömmlichen Semesteraustausch hinausgehen.

Fünf Bachelor-Studierende der Universität Toronto verbrachten ihren Sommer damit, gemeinsam mit Forschenden an der ZHAW School of Engineering zu arbeiten. Unter der Leitung des Instituts für Mechatronische Systeme (IMS) und des Zentrums für Künstliche Intelligenz (CAI) trugen sie zu laufenden Forschungsprojekten in den Bereichen Robotik und künstliche Intelligenz bei und sammelten dabei Erfahrungen aus erster Hand in der angewandten Forschung. Das «Summer Research Exchange Programme» bietet Studierenden die Möglichkeit, bis zu drei Monate an der ZHAW zu verbringen und dabei den akademischen Austausch mit praktischer Projektarbeit in international vernetzten Forschungsteams zu verbinden.

Ein Perspektivenwechsel

Da sie von einer der grössten Universitäten Nordamerikas kamen, fiel den Studierenden schnell die ganz andere Atmosphäre an der ZHAW auf. Ein Studierender fasste es treffend zusammen: «Die University of Toronto ist eine riesige Universität, wahrscheinlich so gross wie ganz Winterthur.» Und er hat Recht:

University of Toronto
rund 102'400 Studierende und 26'400 Mitarbeitende an drei Standorten

Stadt Winterthur
rund 122'800 Einwohner

Dieser Unterschied spiegelte sich im Alltag wider. Anstatt sich auf einem riesigen Campus und in grossen Hörsälen zurechtzufinden, erlebten die Studierenden eine familiäre Hochschule, an der die Forschungsgruppen klein sind, Zusammenarbeit selbstverständlich ist und bekannte Gesichter schnell Teil des Alltags werden.

Ideen in die Realität umsetzen

Für alle fünf Studierenden war die Möglichkeit, das im Unterricht Gelernte in echten Forschungsprojekten anzuwenden, einer der Höhepunkte ihres Aufenthalts. Während das Studium an der University of Toronto eine solide theoretische Grundlage vermittelt, konnten sie durch die Arbeit an der ZHAW in der Praxis erleben.

«Es macht mir wirklich Spass, das theoretische Wissen, das ich an meiner Heimatuniversität erworben habe, hier im Labor in die Praxis umzusetzen und einen Roboter zu bauen, der sich autonom bewegen kann.»
Emily Yanjun Ye

Emily brachte einem Roboterarm-Manipulator bei sich selbstständig zu bewegen. Zu sehen, wie der Code nach stundenlangem Debuggen in physischer Hardware zum Leben erwacht, eröffnete ihr eine völlig neue Perspektive auf die Robotik.

Ingenieurwesen jenseits des Hörsaals

Die Projekte forderten die Studierenden heraus, ihre Komfortzone zu verlassen. Ob beim Entwerfen mechanischer Komponenten, beim Entwickeln von Navigationsalgorithmen oder beim Kombinieren von Robotik mit künstlicher Intelligenz, jeder Tag brachte neue Lernmöglichkeiten mit sich.

«Ich finde es toll, dass ich die Möglichkeit habe, mein Wissen von Grund auf aufzubauen und mich an vielen verschiedenen Dingen zu versuchen, wie zum Beispiel am mechanischen Design und an der Software-Implementierung.»
Chi Lan Tran

Für Chi Lan arbeitete an der nächsten Generation mobiler Roboter, die die ZHAW einsetzt, um den Studierenden die Grundlagen der Robotik näherzubringen. Sie lernte nicht nur, wie Roboter programmiert werden, sondern auch, wie Hardware und Software zusammenwirken, um intelligente Systeme zu schaffen.

Raus aus der Komfortzone

Der Sommer drehte sich um viel mehr als nur um Forschung. Das Leben im Ausland, die Anpassung an eine andere Kultur und die Arbeit in einem internationalen Team halfen den Studierenden, sich sowohl persönlich als auch akademisch weiterzuentwickeln.

«Dieses Projekt hat mich herausgefordert, neue Konzepte zu erforschen und dabei Robotik und KI zu kombinieren. Ausserdem möchte ich das Selbstvertrauen bewahren, das ich durch das Leben und Arbeiten im Ausland gewonnen habe, damit ich in Zukunft ähnliche Möglichkeiten nutzen kann.»
Camila Sasha Fejoo

Camila entwickelte ein KI-gestütztes Navigationssystem für einen mobilen Roboter und erkundete dabei ein Fachgebiet, auf das sie sich im Masterstudium konzentrieren möchte.

Inspiration jenseits des Labors

Das Erkunden der Schweiz wurde zu einem wichtigen Teil der Erfahrung. Durch Wanderungen in den Alpen und Reisen mit Zug, Schiff, Standseilbahn und Gondel konnten die Studierenden die vielfältigen Landschaften des Landes entdecken und fanden so den perfekten Ausgleich zu ihrer intensiven Forschungsarbeit.

«Ich bin hier offener geworden – indem ich verschiedene Orte erkunde, Ausflüge plane und neue Dinge ausprobiere.»
Japneet Singh

Während er sich mit ethischer KI für Stromnetze befasste, entdeckte Japneet eine weitere Seite des Austauschs: die einladende Atmosphäre von Winterthur, seine lebendige Gemeinschaft und die Möglichkeit, eine andere Lebensweise kennenzulernen. Für Japneet «fühlt sich Winterthur an, wie ein Traumort zum Leben».

Ein Ort der Zusammenarbeit

Obwohl sie an unterschiedlichen Projekten arbeiteten, beschrieben alle fünf Studierenden dieselbe Forschungskultur: offen, kooperativ und unterstützend. Sie schätzten es sehr, wie zugänglich Forscher, Betreuer und Kommilitonen waren, was es einfach machte, Fragen zu stellen und Ideen auszutauschen.

«Ich liebe die kooperative und aufgeschlossene Kultur der ZHAW-Studierenden, da sie bereit sind, mit jedem, der Interesse zeigt, über ihre Projekte zu sprechen.»
Menyelek Adefris

For Menyelek, who developed an active caster wheel for future mobile robotics platforms, the collaborative environment was just as valuable as the technical work itself. He would have even wished for more time to complete his project, as a three months deadline is tough.

Starke Internationale Zusammenarbeit

Das Sommer-Forschungsaustauschprogramm zeigt, wie internationale Zusammenarbeit über ein traditionelles Auslandsemester hinausgehen kann. Durch die Mitarbeit an laufenden Forschungsprojekten erwerben die Studierenden wertvolles Fachwissen, entwickeln interkulturelle Kompetenzen und bauen dauerhafte internationale Netzwerke auf. Gleichzeitig bringen sie neue Ideen in die Forschungsgruppen der ZHAW ein.

Es war unglaublich bereichernd, fünf talentierte Studierende der University of Toronto in unseren Forschungsteams willkommen zu heißen. Programme wie dieses schaffen dauerhafte Verbindungen zwischen Menschen, Forschungsgruppen und Hochschulen – und genau darum geht es bei der internationalen Zusammenarbeit. »
Patricia Heuberger, Leiterin Internationale Beziehungen

Summer Research Exchange Programme

Dauer: 3 Monate
Destination: University of Toronto (UoT), Fakultät für Angewandte Wissenschaften und Ingenieurwesen
Nächste Termine: Mai – Juli 2027
Projekte:

  • Erforschung der Laufrobotik für praktische Aufgaben
  • Entwurf eines omnidirektionalen mobilen Roboters mit Omni-Rädern
  • Planer für mobile Manipulation nach dem Vision-Language-Action-Ansatz (VLA) oder die Option «Laufrobotik für praktische Aufgaben»
  • Integration von Metriken für ethische Dimensionen im multiobjektiven verstärkenden Lernen
  • Entwurf einer omnidirektionalen mobilen Basis für Robotermanipulatoren, die in der physikalischen KI-Forschung eingesetzt werden

Fakten & Zahlen, Kosten: Derzeit steht das Programm nur Studierenden der UoT offen. Es ist jedoch möglich, dass das Programm in naher Zukunft auch für weitere kanadische Universitäten geöffnet wird.
Weitere Informationen der UoT