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Digital Transformation at the Local Tier of Government in Europe: Dynamics and Effects from a Cross-Countries and Over-Time Comparative Perspective (DIGILOG)

At a glance

Description

Die digitale Transformation stellt eine der wichtigsten Innovationen auf der lokalen Regierungsebene dar und wird voraussichtlich die Erbringung lokaler Dienstleistungen, die öffentliche Verwaltung und die Regierungsführung in Europa grundlegend umgestalten. Zuletzt hat die COVID-19-Pandemie gezeigt, wie wichtig eine gut vorbereitete digitale Verwaltung ist, um analoge Prozesse zu ersetzen, die nicht nur, aber am dringendsten in Zeiten der räumlichen Entfernung benötigt werden. In vielen Ländern ist die Kommunalverwaltung die wichtigste Ebene der öffentlichen Leistungserbringung, die Bürgernähe gewährleistet und ein Schlüsselakteur der digitalen Transformation ist.

Vor diesem Hintergrund ist es kritisch, dass in der aktuellen vergleichenden Forschung zur digitalen Transformation von Staat und Verwaltung die kommunale Ebene nur unzureichend untersucht wurde. So gibt es kein systematisches, länderübergreifendes und vergleichendes Wissen über den Stand der Umsetzung und die Auswirkungen der digitalen Transformation auf kommunaler Ebene in Europa. Dieses Verbundforschungsprojekt soll diese Defizite beheben. Die erste Hauptforschungsfrage betrifft die Dynamik, das Ausmass und das Tempo der digitalen Transformation in der europäischen Kommunalverwaltung, d.h. inwieweit es zu radikalen/schnellen revolutionären oder allmählichen/langsamen evolutionären Veränderungen gekommen ist und wie und warum sich diese Dynamik aus einer länderübergreifenden und interkommunalen Perspektive unterscheidet. Die zweite Hauptforschungsfrage befasst sich mit den (beabsichtigten und unbeabsichtigten) Auswirkungen der Digitalisierung auf die kommunale Selbstverwaltung in Europa in Bezug auf Outputs (Leistungserbringung, Organisation, Prozesse und Humanressourcen), Ergebnisse (Leistung und Rechenschaftspflicht) und Auswirkungen (Akzeptanz der Bürger, Governance, neue Spaltungen). Zu den unabhängigen Variablen gehören erklärende Faktoren auf der Makroebene (institutionelle Eigenschaften der lokalen Verwaltungssysteme), der Mesoebene (interne organisatorische Vereinbarungen und Verfahren) und der Mikroebene (Strategien, Interessen und Motive der Akteure).

Im Rahmen des Projekts werden kohärente Daten für einen systematischen Vergleich durch methodische Triangulation, d.h. quantitative und qualitative Methoden, generiert. Dies geschieht in Form einer regelmässigen und automatisierten quantitativen Erhebung aller lokalen Behörden in 47 europäischen Ländern (Mitglieder des Europarates) auf der Grundlage von Web-Crawling und maschinellen Lerntechniken - dies ist ein neuartiger Ansatz im Kontext der Sozialwissenschaften - und qualitativer Forschung, nämlich Fallstudien in ausgewählten europäischen Ländern. Das Projektkonsortium besteht aus renommierten Wissenschaftlern der ZHAW, der Universität Potsdam und der Wirtschaftsuniversität Wien, die über umfangreiche Erfahrungen in der Kommunalverwaltung und der vergleichenden Forschung verfügen.

Zentrale Ergebnisse des Projekts sind eine öffentlich zugängliche Monitoring-Plattform zur digitalen Transformation auf kommunaler Ebene, Zeitschriftenartikel, ein Sammelband und Publikationen für Praktiker. Die Echtzeit-Plattform "Monitoring Digital Transformation in European Local Governments" ist für Forschende und Praktiker weltweit zugänglich und trägt zu einem besseren Verständnis der langfristigen Entwicklungen bei. Die Laufzeit beträgt drei Jahre; durch die Automatisierung des Prozesses wird die Echtzeitplattform jedoch auch über diesen Zeitraum hinaus bestehen bleiben und regelmässig aktualisiert werden. Das Forschungsprojekt wird politikrelevantes Wissen über lokale Digitalisierungsmassnahmen aus europäischer Perspektive liefern, das zur Verbesserung der Politikgestaltung für zukünftige Modernisierungen des öffentlichen Sektors genutzt werden kann.