Lymphödeme frühzeitig erkennen
Ein Forschendenteam um Mathias Bonmarin war an der Entwicklung einer Methode beteiligt, mit der Lymphödeme ohne aufwendige Untersuchung erkennbar werden. Das ermöglicht Betroffenen eine frühzeitige Therapie. Zukünftig sollen solche Geräte auch als Wearables verfügbar sein.
Das Lymphsystem übernimmt im menschlichen Körper die wichtige Aufgabe des Abtransports von unerwünschten Substanzen aus dem Gewebe. Diese Funktion kann aber gestört werden, beispielsweise durch Krebstherapien oder Unfälle. In der Folge sammeln sich Giftstoffe und Flüssigkeiten in Armen und Beinen. Die Lymphödeme genannten Schwellungen können zu verhärtetem Gewebe, Entzündungen und einem geschwächten Immunstem führen. Mathias Bonmarin und sein Team vom ZHAW Institute of Computational Physics (ICP) haben nun ein vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt. In diesem haben Michael Detmar von der ETH Zürich und Forschende des Universitätsspitals Zürich eine Methode entwickelt, Lymphödeme ohne aufwendige Untersuchungen frühzeitig zu erkennen. In einem Versuch injizierten die Forschenden dazu einen ungiftigen, fluoreszierenden Farbstoff. «Mit einem Messgerät, das wir an der ZHAW entwickelt haben, konnten wir dann ermitteln, wie schnell die Fluoreszenz abnahm», erläutert Mathias Bonmarin seinen Beitrag zum Forschungsprojekt. «Daraus kann man ablesen, wie effektiv das Lymphsystem den Farbstoff abtransportiert.» In einem nächsten Projektschritt möchte das Team um Mathias Bonmarin ein tragbares Gerät – ähnlich einer Smartwatch – entwickeln, die es Betroffenen ermöglicht, selbst die Funktion ihres Lymphsystems zu überwachen.