Fahrzeugflotten für Algorithmen lesbar machen
Routen zu planen, kostet Zeit. Besonders, wenn Einschränkungen hinzukommen. Michel Moosmann und Jan Roth entwickeln ein Modell, das die Planung von Fahrzeugflotten automatisieren soll. Damit wird aus Erfahrungswissen ein datenbasierter Prozess.
Die Abschlussarbeit
Studiengang: Mobility Science
Studierende: Michel Moosmann, Jan Roth
Betreuung: Prof. Dr. Maike Scherrer
Titel: Parametrisierung von Stadtgebiet und Logistikflotte als Grundlage zur Algorithmusentwicklung
Welche Fahrzeuge sind verfügbar, welche Strecke ist sinnvoll, wie viele Pakete passen in den Laderaum? In vielen Logistikunternehmen werden Routen noch manuell geplant. Doch gerade in Städten, wo Lieferverkehr zunehmend eingeschränkt wird, braucht es effizientere Lösungen.
Damit Disposition automatisiert funktioniert, müssen solche Informationen für Computersysteme eindeutig beschrieben werden. «Wenn man versucht, einen Algorithmus oder KI einzusetzen, merkt man schnell, dass die Datengrundlage fehlt», sagt Michel Moosmann.

«Das Ziel ist die Entwicklung eines Algorithmus, der automatisiert Sendungen auf Fahrzeuge zuteilt, um minimale Logistikleistung im urbanen Gebiet zu ermöglichen. Diese Arbeit ist eine zentrale Grundlage dafür.»
Prof. Dr. Maike Scherrer, Institutsleiterin, Institut für Nachhaltige Entwicklung
Gemeinsam mit Jan Roth hat er ein Konzept für eine Datenbank entwickelt, mit der sich Logistikfahrzeuge parametrisieren lassen. Darin werden zentrale Informationen zu Fahrzeugen strukturiert erfasst: Identifikation, Masse, Gewichte, Fahrzeugtyp, Aufbau, Ladevolumen oder Spezialausstattungen. Mit Daten ihres Industriepartners Planzer haben sie einen Prototypen aufgebaut und rund 200 Fahrzeuge importiert. Dabei zeigte sich: Viele Fahrzeuge sind noch nicht vollständig parametrisiert. Menschen können solche Lücken mit Erfahrung überbrücken. Für eine automatisierte Disposition wird es zum Problem.
Die Herausforderung lag für die beiden nicht nur im Programmieren. Sie mussten vor allem entscheiden, welche Informationen wirklich nötig sind und wie sich das System so aufbauen lässt, dass es nicht nur für Planzer funktioniert. «Das war eigentlich der Start», sagt Roth. Der Prototyp soll zeigen, worauf es ankommt, wenn Flottendaten verlässlich für Dispositionsalgorithmen genutzt werden. So legen sie eine Grundlage für eine effizientere, digitale und stadtverträgliche Logistik.
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