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Monitoring der Rekultivierung im Benknerriet

Rekultivierung zur Bodenverbesserung im Benkner Riet

At a glance

Description

Im Zusammenhang mit der Hochwassersanierung des Linthkanals fielen durch die Aufweitung im Abschnitt zwischen Giessen (Benken SG) und Grinau (Uznach) etwa 280'000 m3 Erdaushub an, wovon etwa 110’000 m3 von guter Bodenqualität waren. Der brauchbare Boden wurde im Benkner Riet zur Bodenverbesserung auf einer Fläche von 12 ha verwendet. Im Zentrum standen dabei der Ausgleich von Geländeunebenheiten und die Vergrösserung des Flurabstandes. Im Rahmen dieser Rekultivierung wurde auch eine Zweitentwässerung durchgeführt. Die Problematik der Böden in der Region besteht darin, dass sie durch Grundwasser geprägt und relativ schwer sind. Aus diesem Grund sind die Böden auch sehr verdichtungsempfindlich, was bei einer Bodenverschiebung und Rekultivierung Probleme nach sich ziehen könnte. Wegen der Verdichtungsempfindlichkeit wurde der Oberboden nicht abgetragen vor der Rekultivierung. Im Rahmen des Monitorings der Rekultivierung im Benkner Riet wurde von 2009 bis 2014 durch die Messung verschiedener bodenphysikalischer Parameter, durch Regenwurmanalyse und durch Profilbeschreibungen der Zustand und die Entwicklung des Bodens nach der Rekultivierung erfasst. Das Ziel des Monitoringprojektes war es, die Bodenverbesserung zu beurteilen und für ähnliche künftige Projekte Beurteilungskriterien vorzuschlagen. Die Werte der effektiven Lagerungsdichte und des Grobporenvolumens zeigten einen für eine Rekultivierung typischen Verlauf. Die Lagerungsdichte nahm leicht zu und das Grobporenvolumen ab. Beide Parameter wiesen jedoch auch 2014 Werte im normalen Bereich auf. Die Werte der effektiven Lagerungsdichte waren jedoch teilweise deutlich grösser als im Ausgangszustand. Durch die Messung des Eindringwiderstands mit der PANDA-Sonde konnte der Einfluss der Befahrung des Bodens durch verschiedene Maschinen relativ empfindlich gemessen werden. Bei den Rekultivierungsarbeiten mit dem grossen Bagger auf einer Baggermatratze konnte dabei keine Änderung des Eindringwiderstandes ermittelt werden. Jedoch konnten Verdichtungen aufgrund der Arbeiten im Rahmen der Zweitentwässerung nachgewiesen werden. Der anfängliche Setzungsprozess liess sich durch den Eindringwiderstand sehr gut dokumentieren. Die Messungen zeigten dazu, dass die Verdichtung im gewachsenen Oberboden durch die Rekultivierung nicht verstärkt wurde und dass die neue leichte Verdichtung in der Rekultivierung nach fünf Jahren vom Betrag des Eindringwiderstandes etwa gleich gross war,
wie im Ausgangszustand, dass aber die Verdichtung bis in grössere Tiefe hinunter reichte,
was vermutlich mit der kleineren Belastbarkeit des unstrukturierten Bodenmaterials zu tun
hatte. Die gesättigte Wasserleitfähigkeit und der Regenwurmbestand reagierten am sensitivsten auf die Rekultivierung, wobei sich der Regenwurmbestand von äusserst kleinen Werten zu etwa 70 % 2014 erholt hat. Vor allem die anözischen Regenwürmer, die für den Wasserhaushalt wichtig sind, haben sich stark vermehrt. Im Gegensatz dazu war die Wasserleitfähigkeit jedoch an den meisten Orten auch 2014 immer noch schlechter als der vorgeschlagene Richtwert und meist auch schlechter als vor der Rekultivierung. Dieser Befund wurde durch die bei der Bodenansprache beobachtete Zunahme der Staunässemerkmale gestützt. Als Folge davon und wegen des ungünstigen Klumpengefüges wurde auch eine entsprechend geringe Durchwurzelungstiefe festgestellt. Gemäss der Punktierung der Bodenprofile hat die Rekultivierung bis 2014 nicht bei allen Standorten eine Verbesserung des landwirtschaftlichen Ertragspotentials bewirkt. Dort wo der Grundwassereinfluss vor der Aufschüttung am stärksten gewesen ist, überwiegt der positive Effekt des erhöhten Flurabstands den negativen Effekt der neu vorhandenen Staunässe. Wo der Grundwassereinfluss im ursprünglichen Boden weniger stark gewesen ist, überwiegt der negative Effekt der Staunässe. Die gute Entwicklung des Regenwurmbestandes wird jedoch bestimmt einen positiven Effekt auf den Wasserhaushalt haben und längerfristige Auswirkungen der Zweitentwässerung werden vermutlich ebenfalls zu einer Verbesserung führen. Da die Geschwindigkeit der Verbesserung jedoch nicht bekannt ist, wären weitere Erhebungen des Zustandes sinnvoll. In jedem Fall wird es wichtig sein, dass eine schonende Bewirtschaftung weitere Verdichtungen verhindern hilft. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Eignung des Bodenmaterials von zentraler Bedeutung für den Erfolg einer Rekultivierung ist.