Genau hingehört
Daniel Dorigatti und Adrian Eyholzer haben in ihrer Bachelorarbeit eine Software geschrieben, die anhand von Audioaufnahmen von Tastengeräuschen Texte rekonstruieren kann. Dabei haben sie sich auf ein vielzitiertes Paper bezogen. Im Verlauf der Umsetzung sind sie jedoch auf einige Hindernisse gestossen.
Für ihre Bachelorarbeit im Studiengang Informatik haben Daniel Dorigatti und Adrian Eyholzer ein wissenschaftliches Paper aus dem Jahr 2009 repliziert. Das Thema: Die Rekonstruktion von Texten oder Passwörten mittels Audioaufnahmen von Tippgeräuschen. Im Bereich der Cyber Security ist das Paper bis heute vielzitiert. «Doch schon bald stellten sich Ungereimtheiten ein», sagt Adrian Eyholzer. «So war die Methodologie vage fomuliert und die Vorgehensweise nur schwer nachzuvollziehen, da mittlerweile weder der Code noch die Datensätze aufzufinden waren.»Daniel Dorigatti ergänzt: «Mit dieser Vorlage war eine strikte Replikation nicht umsetzbar, weswegen wir uns auf eine konzeptionelle Weiterentwicklung mit modernen Mitteln geeinigt haben.»
Vielfältige Einflussfaktoren
In ihrer Bachelorarbeit schrieben sie den Code für das Programm, in das die Tonaufzeichnungen von Tippgeräuschen eingespeist werden. Die Software identifiziert anhand der Geräuschemissionen verschiedener Faktoren, welche Taste angeschlagen wurde. «Das Klangbild des Tastenanschlags ergibt sich unter anderem aus dem Tastaturmodell, der Grösse der verschiedenen Tasten und ihrer Lage sowie den verwendeten Bauteilen», erklärt Daniel Dorigatti. «Hinzu kommen die akustischen Gegebenheiten der Umgebung und die Art und Weise, mit der jemand einen Text tippt.» Mit 87 Prozent richtig identifizierter Tastenanschläge ist die Treffsicherheit des Programms sehr hoch.
Grundlage für weitere Forschung
«Das ist natürlich für unsere Arbeit ein sehr gutes Ergebnis», findet Adrian Eyholzer. «Da aber im zugrunde liegenden Paper keine genauen Datensätze zur Verfügung stehen, können wir leider keinen direkten Vergleich damit ziehen.» Ihre Ergebnisse wollen die beiden Studenten selbst als Paper veröffentlichen, denn bisher sind Replikationen zur Thematik rar. Dies wollen die Studenten aber nicht als Kritik an der Forschung in diesem Bereich an sich verstanden wissen. Vielmehr ist dies ein Beitrag zu einer Wissenschaft, die sich über das letzte Jahrzehnt stark entwickelt hat.