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School of Engineering

Neugier als Treiber, der KI die Welt zu erklären

Wie kann eine Maschine die Welt verstehen? Das erforscht Pascal Sager als PhD-Student an der Universität Zürich und der ZHAW School of Engineering. Richtig wissenschaftlich zu arbeiten lernte er im Master of Science in Engineering (MSE) im Profil Data Science. Dem Centre for Artificial Intelligence der ZHAW ist er bis heute treu geblieben: Dort übersetzt er Forschung in konkrete Anwendungen und präsentiert sie der Öffentlichkeit. Und ganz frisch ist er Co-Founder des Startups «Binabik AI».

Pascal, was hat dich motiviert, den MSE Data Science zu machen?

Ich wollte mich spezifischer ausrichten und die Themen vertiefen, die mich faszinieren. Bereits im Bachelor habe ich gemerkt, dass ich viel tiefer in die Welt der künstlichen Intelligenz und des Machine Learning eintauchen möchte. Der MSE bot die perfekte Chance, mich fachlich zu spezialisieren und mich so auch auf dem Arbeitsmarkt besser zu positionieren.

Vor Beginn hattest du Fragen zum Niveau und zur Vergleichbarkeit mit der Universität. Wie hat sich das für dich entwickelt?

Ich fragte mich: Wird der Master nun viel strenger als der Bachelor? Schliesslich sind nur die besten 35% zugelassen. Und wie ist das Niveau im Vergleich zur Uni? Aktuell mache ich mein Doktorat an der Universität und kann rückblickend sagen: Die Ausbildung an der ZHAW ist eine direkte Fortsetzung des Bachelors und fachlich absolut auf Augenhöhe mit der Uni.

Was hat dich im Master besonders geprägt?

Ganz klar die Projektarbeiten und die Masterarbeit. Dort lernte ich echtes wissenschaftliches Arbeiten mit dem Ziel etwas Neues herauszufinden, das bisher noch niemand weiss. Theorie kann man auf der Schulbank lernen aber Forschung funktioniert nur durch eigenes Ausprobieren. Entscheidend war für mich auch die enge Betreuung, die diesen Prozess überhaupt erst möglich gemacht hat.

Gab es Momente, in denen sich dein Blick auf dein Fach grundlegend verändert hat?

Ja, diese «Wow-Momente» gab es immer wieder. Als klassischer Programmierer weiss man, wie man Software entwickelt, aber viele reale Probleme lassen sich so nicht lösen. Zum Beispiel: Krebszellen in CT-Scans erkennen. Machine Learning eröffnet komplett neue Wege.

Was hat dich im Master mehr gefordert als erwartet?

Weniger das Fachliche, sondern das Selbstmanagement. Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst und kann mich stark pushen. Ich musste lernen, bewusst Ausgleich zu schaffen. Diese Balance zu finden, ist eine Herausforderung.

«Früher wirkten Dinge wie Roboter, die komplexe Aufgaben lösen, auf mich wie Magie. Nach dem Studium habe ich diese «Magie» verstanden und gesehen, dass eigentlich «nur» elegante, wenn auch komplexe, Statistik dahintersteckt.»

Pascal Sager

Du forschst im PhD-Programm an der Schnittstelle von Universität Zürich und ZHAW, am Centre for Artificial Intelligence (CAI) – woran arbeitest du?

Ich forsche an sogenannten «Weltmodellen». Mein Ziel ist es, eine KI zu entwickeln, die unsere Welt wirklich versteht – also nicht nur Texte generiert, sondern die Welt, ihre physikalischen Gesetze und Interaktionen physisch begreift. Am CAI bin ich zudem für Demoevents zuständig, wo ich unsere Arbeit beispielsweise mit Roboterhunden oder humanoiden Robotern präsentiere.

Dein Alltag klingt vielseitig – wie sieht eine typische Woche bei dir aus?

Extrem abwechslungsreich! Ein Teil ist Forschung, also Programmieren und Papers schreiben. Einen Tag pro Woche verbringe ich mit meinem PhD-Komitee-Vorsitzenden, um mir wertvolle Inputs zu holen. Ich halte Fachvorträge, präsentiere am WEF und manchmal vor über 600 Personen bei Robotershows. Daneben kümmere ich mich um mein Startup «Binabik AI» – vom Pitching bis zur Entwicklung der Software für humanoide Roboter.

Du baust parallel ein eigenes Startup auf. Wie passt das mit der Forschung zusammen?

Sehr gut. Im Kern geht es in beiden Bereichen darum, methodisch neue Erkenntnisse zu gewinnen. Als PhD-Student publiziere ich diese Ergebnisse. Als Co-Founder unseres Startups nutze ich genau dieselben Fähigkeiten, entscheide aber bewusst, was wir veröffentlichen und was nicht. So entsteht aus Forschung direkt ein praktischer Nutzen.

Von der Automatiker-Lehre über die Höhere Fachschule zur ZHAW bis zum Doktorat. Wie blickst du heute auf deinen Werdegang zurück?

Ich würde den Weg genau so wieder gehen. Natürlich gibt es schnellere Wege, aber ich habe diese Schritte gebraucht. Heute habe ich das Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein. Da steckte kein grosser Plan dahinter: Ich mache einfach das, was mich interessiert und mir Freude bereitet.

Genau am richtigen Ort – wie meistert man den Master?

Das Wichtigste ist aufrichtiges Interesse am Fachgebiet und Freude am Lernen. Das Fachwissen wird im Studium vermittelt. Wenn man die Motivation mitbringt und sich darauf einlässt, wird das Studium ein voller Erfolg.

Pascal Sager

Unternehmen: ZHAW Centre for Artificial Intelligence (CAI) 
Position: PhD Student

Master of Science in Engineering: Data Science 
Institut / Zentrum: Centre for Artificial Intelligence (CAI) 
Abschlussjahr: 2023 
Studienmodell: Teilzeit und Research Assistant am CAI

Bachelorstudium: Informatik 
Erstausbildung: Automatiker EFZ