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Gesundheitspolitik und Governance

Wie können komplexe Systeme wie das Gesundheitswesen gesteuert und koordiniert werden? Das Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie befasst sich mit Governance im Rahmen der Gesundheitspolitik.

Projektbeispiele

Systemwechselkosten Einheitskrankenkasse

Ein Systemwechsel vom heutigen wettbewerblich organisierten Mehrkassensystem zu einer nationalen Einheitskrankenkasse ist mit Kosten verbunden. Zum ersten Mal werden mit einer realistischen Schätzung die Kosten für den Systemwechsel aufgezeigt.

Zielsetzung und Inhalt

Die Eidgenössische Volksinitiative „Für eine öffentliche Krankenkasse“ forderte die Schaffung einer nationalen öffentlich-rechtlichen Einrichtung zur Durchführung der sozialen Krankenversicherung. Ein solcher Systemwechsel vom heutigen wettbewerblich organisierten Mehrkassensystem zu einer nationalen Einheitskrankenkasse wäre mit Kosten verbunden. Diese Kosten sind bisher noch nicht detailliert quantifiziert worden. Diese Lücke wird mit dem Projekt geschlossen, indem eine möglichst realistische Schätzung der Kosten für den Systemwechsel aufgezeigt wurde.

Grafik Systemwechsel
Grafik Systemwechsel

Methodik

Der Initiativtext blieb bezüglich der genauen Ausgestaltung der nationalen Einheitskrankenkasse und des Übergangsprozesses vage. Mit Hilfe von Experten wurde ein Zielmodell erarbeitet. Das Zielmodell der Einheitskrankenkasse in dieser Studie ist eine zentral gesteuerte Organisation im Rechtskleid einer öffentlich-rechtlichen Anstalt mit 26 kantonalen Agenturen. Basierend auf diesen Annahmen wurden die durch den Systemwechsel bedingten betriebswirtschaftlichen Umstellungskosten berechnet. Die Kosten wurden in vier sich überlagernde Phasen unterteilt: (1) Kosten des Abbaus der heutigen Krankenkassen (2) Kosten für die Überführung von Ressourcen vom bestehenden System in die Einheitskrankenkasse, (3) Kosten des Aufbaus der Einheitskrankenkasse sowie (4) Kosten aufgrund der vorübergehend parallel benötigten Ressourcen (Personal, Standorte und Informatik und Telekommunikation).

Resultate

Die im Basisszenario für das Zielmodell „nationale Krankenkasse“ ermittelten Systemwechselkosten betragen rund CHF 1.75 Mrd. Der Hauptanteil der Systemwechselkosten entsteht aufgrund von Parallelstrukturen. Diese betragen CHF 1’020 Mio. oder 58% der Gesamtkosten von CHF 1‘750 Mio. Sie entstehen vor allem für Personal (CHF 561 Mio.) und ICT-Systeme (CHF 400 Mio.), welche in der Aufbauphase bis zum Stichtag sowie für die geordnete operative Abwicklung des heutigen Systems (Run-off) vorhanden sein müssen. Die wichtigste Erklärung dafür liegt in der  Grundannahme der Studie, wonach der Systemwechsel nur dann zu bewerkstelligen wäre, wenn auf eine Datenmigration verzichtet und ein zeitlich befristeter Parallelbetrieb etabliert wird.

Finanzierung Universitätsspitäler

Die kantonalen Finanzierungen von Universitätsspitälern unterscheiden sich sowohl zwischen den Kantonen als auch zwischen den einzelnen Institutionen. Das Projekt bringt Transparenz hinsichtlich der unterschiedlichen kantonalen Finanzierungsbeiträge.

Zielsetzung und Inhalt

Die kantonalen Finanzierungen von Universitätsspitälern unterscheiden sich sowohl zwischen den Kantonen als auch zwischen den einzelnen Institutionen. Um Transparenz hinsichtlich der unterschiedlichen kantonalen Finanzierungsbeiträge an die Universitätsspitäler zu schaffen, erstellte die Studie eine systematische Darstellung der Finanzierungspraxis im Jahr 2013 der Kantone Bern, Basel-Stadt, Zürich sowie Genf in Bezug auf die folgenden Positionen:

Im Rahmen eines parlamentarischen Vorstosses wurde die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF BE) beauftragt, die Problematik der kantonal unterschiedlichen Finanzierungen von Universitätsspitälern zu analysieren und zu bewerten. Dabei ist insbesondere die Frage zentral, welche Leistungen in den einzelnen Universitätsspitalkantonen auf welcher Grundlage und mit welchen Geldbeträgen abgegolten werden. Die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Universitätsspitäler sind dabei zu berücksichtigen.Die GEF BE wollte diese Fragestellung im Rahmen eines Expertenauftrags durch externe Auftragnehmer beantworten lassen. Die GEF BE hat das Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie (WIG) zusammen mit KPMG AG, Zürich ausgewählt, um diesen Expertenauftrag auszuführen.

Methodik

Das Projekt wurde in zwei Phasen gegliedert: In der ersten Phase wurden allgemein zugängliche Informationen gesammelt und ausgewertet (Desk Research). In der zweiten Phase wurden die Leistungsvereinbarungen bzw. Finanzdaten bei den Kantonen mittels strukturierten Interviews abgefragt und in systematischer Weise aufgearbeitet. Die Studie hat die Analyse und Beurteilung der Finanzierungsbeiträge zum Gegenstand. Die Finanzierungssicht widerspiegelt nicht zwingend die tatsächliche Kostenallokation auf Seiten der Leistungserbringer. Die vorgegebene Beschränkung auf die Analyse der Finanzierung umfasst somit keine Erhe-bung der Kosten und Leistungen, welche dem Finanzierungsentscheid gegenüberstehen. Ferner fand auch keine Überprüfung statt, ob die für den Finanzierungsentscheid ausgewiesenen Kosten korrekt ermittelt und umgelegt wurden.

Resultate

Die Unterschiede in der Höhe der allgemeinen kantonalen Finanzierungsbeiträge ohne Forschung und Lehre 2013 sind insbesondere im Vergleich der Deutschschweiz zu Genf beachtlich: Während Bern mit MCHF 10.0 und Basel mit MCHF 13.6 etwa im gleichen Umfang kantonale Finanzierungsbeiträge geleistet haben, weist Zürich mit insgesamt MCHF 31.3 bereits eine dreimal höhere Finanzie-rungbeitragssumme aus. In Genf mit den HUG als medizinische Grund- und Gesamtversorger von Stadt und Kanton nehmen die gesamten Finanzierungsbeiträge mit fast MCHF 134.4 nochmals ein deutlich grösseres Volumen ein. Mit einem detaillierten Nachweis aller Finanzierungsbeiträge konnte eine hohe Transparenz erzielt werden. Aufgrund weit verbreiteter Pauschalbeträge konnten die kantonalen Finanzierungsbeiträge sowie geldwerten Leistungen der Universitäten nicht mit der gleichen Transparenz dargestellt werden. Der Kanton Bern finanziert Forschung und universitäre Lehre 2013 insgesamt mit MCHF 97.1, Basel mit MCHF 106.5 und Zürich mit MCHF 86.3. Genf finanziert die Forschung und universitäre Lehre mit einem pauschalen Staatsbeitrag von MCHF 188.7, also ungefähr doppelt so hoch wie die Deutschschweizer Kantone.