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Bachelorarbeit: Finanzierung von Verkehrsflugzeugen

Der richtige Mix beim Flugzeugkauf

Fluggesellschaften haben theoretisch diverse Möglichkeiten, neue Flugzeuge zu finanzieren. Doch wie sieht die Realität aus? Drei Absolventen ermöglichen mit ihrer Bachelorarbeit am Zentrum für Aviatik einen Blick hinter die Kulissen bei den ganz grossen Entscheidungen.

Kaufen oder leasen? Diese Frage stellen sich nicht nur Privatpersonen bei der Anschaffung eines neuen Autos. Auch Fluggesellschaften müssen sorgfältig abwägen, wie sie neue Verkehrsflugzeuge finanzieren. Welche Möglichkeiten haben Airlines? Und welche internen und externen Faktoren bestimmen diese Möglichkeiten? Die Aviatik-Absolventen Basil Emch, Patric Fol und Elias Thalmann haben sich in ihrer Bachelorarbeit mit den verschiedenen Finanzierungsmodellen auseinandergesetzt. Herzstück ihrer Arbeit sind dabei qualitative Experteninterviews.

Experten im Interview

Als Basis für ihre Untersuchung führten die Absolventen eine tiefgehende Literaturrecherche durch. «In der bestehenden Literatur findet sich eine erstaunlich grosse Anzahl an verschiedenen Modellen», fasst Basil Emch den ersten Schritt zusammen. Mit dem angelesenen Wissen erstellten die Aviatiker einen halbstrukturierten Fragebogen. Fünf Experten von Fluggesellschaften, Leasingunternehmen und Aviation Consulting-Firmen standen den Absolventen Rede und Antwort. «Es stellte sich schnell heraus, dass die vorher angesprochenen Modelle reine Theorie sind», sagt Elias Thalmann. «In der Realität haben viele Fluggesellschaften wenig Alternativen, wenn es um die Finanzierung von Flugzeugen geht.» 

Kleine leasen, Grosse kaufen

Patric Fol greift die hauptsächliche Erkenntnis der Arbeit voraus: «Eine allgemeingültige Aussage zum optimalen Verhältnis von Kauf zu Leasing kann man also nicht treffen.» Es hängt von der individuellen Situation der einzelnen Airlines ab, ob sie in der Lage sind, ein oder mehrere Flugzeuge zu finanzieren. «Fluggesellschaften, die entweder zu klein oder noch nicht lange am Markt sind, bekommen nicht so einfach das Vertrauen der Geldgeber», sagt Basil Emch. Sie setzten daher vor allem auf das Modell Leasing. Anders sieht es dagegen bei etablierten Fluggesellschaften aus. Ihr Kreditranking bei den Banken ist oftmals positiv – finanzielle Mittel sind ausreichend vorhanden. Da sie ausserdem mit einer Einsatzdauer der Flugzeuge von über 20 Jahren rechnen, ist der Kauf die bessere Strategie. Von den verschiedenen Faktoren, die den Kaufentscheid beeinflussen, haben die Absolventen den der Finanzierung von Triebwerken genauer unter die Lupe genommen. «Obwohl das Triebwerk etwa 20 Prozent der Kosten im Flugzeugbau ausmacht, lässt sich kein direkter Einfluss ableiten», resümiert Elias Thalmann.

Flugzeugleasing nimmt zu

Auch wenn sich aus der Arbeit keine definitive Aussage zum besten Verhältnis von Kauf zu Leasing ableiten lässt, gibt sie dennoch vertieft Einblicke in die Entscheidungsmechanismen der Fluggesellschaften. Ausserdem stützen die Erkenntnisse aus den Gesprächen die Prognose zur künftigen Entwicklung auf dem Markt. «Wir gehen davon aus, dass sich der globale Anteil von geleasten Flugzeugen mittelfristig bei etwas über 50 Prozent einpendeln wird», sagt Basil Emch. Das sollte insbesondere für Fluggesellschaften und Leasingunternehmen interessant sein und weitergehende Diskussionen anregen.

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