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Projektbeispiel: Kooperative Logistik Zürich

Kooperationsplattform für die urbane Güterlogistik

Gemeinsam mit der Stadt Zürich und fünf weiteren Partnern hat die ZHAW an einem innovativen Angebot für den urbanen Gütertransport geforscht. Ziel war es, mithilfe einer Kooperationsplattform den logistischen Aufwand effizienter zu gestalten, um sowohl den Stadtverkehr als auch die Umweltbelastung zu reduzieren.

Im Mittelpunkt des von Innosuisse (ehemals KTI) geförderten Projektes standen die Entwicklung eines ökonomisch und ökologisch effizienten Konzeptes für die urbane Güterversorgung sowie dessen Umsetzung in einer Pilotanwendung in der Stadt Zürich. Das Kernstück sollte eine Kooperationsplattform bilden, die Logistiklösungen mit einer IT-basierten Lösung verbindet und damit eine Basis für die Kooperation von transportierenden Unternehmen bietet. Am Projekt nahmen die Planzer Transport AG, die Schweizerische Post, der Veloblitz Kurierdienst, der IT-Entwickler Cabtus, der Stadtzürcher Gewerbeverband (GVZ) und die Stadt Zürich als Umsetzungspartner teil. Als Forschungspartner war die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) mit folgenden Instituten beteiligt: Institut für Angewandte Simulation (IAS), Institut für Datenanalyse und Prozessdesign (IDP), Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE), Institut für angewandte Informationstechnologie (InIT) und die Fachstelle für Unternehmens- und Steuerrecht (FUS).

Kooperation reduziert Verkehr und Kosten

Im ersten Unterprojekt haben die Forschenden zunächst die Problemfelder in der Güterlogistik der Stadt Zürich erfasst und daraus Handlungsfelder abgeleitet. Darauf aufbauend folgte die Entwicklung verschiedener Varianten einer Kooperationsplattform, mit dem Ziel, Sendungen in Umschlagzentren zu konsolidieren und effizient zu verteilen. Diese wurden auf ihre Einsatzmöglichkeiten hin überprüft. Parallel haben die Projektbeteiligten eine umfassende, standardisierte Datenbank auf Basis von sendungs-, güter- und transporteurbezogenen Daten sowie von Geo- und Verkehrsdaten für den betrachteten Perimeter aufgebaut. Es wurde ein Optimierungsmodell entwickelt, mit dessen Hilfe die Effekte der Kooperation im Vergleich zum Fall ohne Kooperation in Bezug auf die gefahrenen Kilometer, Kosten und CO2-Emissionen simuliert werden können. Unter der Annahme, dass sich diverse Partner an der Kooperation beteiligen, hat man anschliessend ein Szenario berechnet. Die Optimierungskalkulation zeigte, dass die maximale Kooperation eine Einsparung der Gesamtkosten um 18 Prozent möglich macht. Die gefahrenen Kilometer könnten um 32 Prozent und die Gesamtzeit um 8 Prozent reduziert werden.

Kooperationsbereitschaft zu gering

Trotz dieser möglichen positiven Effekte auf ökonomischer und ökologischer Ebene zeigte die Untersuchung, dass das hierfür notwendige Auftragsvolumen nicht generiert werden kann. Unter den heutigen rechtlichen Rahmenbedingungen (z.B. zeitliche Einfuhrbeschränkungen), Kostenstrukturen sowie der Verkehrssituation sind die Notwendigkeit und damit die Bereitschaft zur Teilnahme an einer Kooperation seitens der Transporteure und Empfänger zu gering. Trotz der bestehenden Schwierigkeiten werden die heutigen Marktbedingungen als tragbar beurteilt. Die mit einer Kooperation verbundenen Herausforderungen werden insgesamt höher gewichtet als deren Vorteile. Die Kostenersparnisse können nicht das Bedürfnis der potenziellen Teilnehmer aufwiegen, ihre Sendungen selbst zu transportieren. Gründe hierfür sind beispielsweise Bedenken gegenüber einer Zusammenarbeit mit der Konkurrenz, der Wunsch nach Flexibilität, der Stellenwert des persönlichen Kundenkontakts etc. Auch die Analyse diverser vergleichbarer City-Logistik Projekte europaweit zeigte, dass gewisse Anreize bzw. Restriktionen sowie Subventionen für den erfolgreichen Betrieb solcher Lösungen förderlich sind. Die Prüfung einer möglichen Anwendung verkehrsbeschränkender Massnahmen durch die Stadt Zürich ergab, dass diese gegenwärtig keine Notwendigkeit für restriktive Massnahmen sieht. Weitere rechtliche Bestimmungen, die beispielsweise die Bündelbarkeit verschiedener Güterarten oder die Lieferbedingungen regeln, erschweren die Zusammenarbeit. Ebenso behindern die noch fehlenden Standards in der auftragsbezogenen Informations-, Datenerfassung und -übermittlung sowie die mangelnde Datenqualität eine Kooperation.

Fortsetzung ausserhalb des Projektrahmens

Das Projekt konnte somit nach Abschluss des ersten Unterprojektes nicht wie geplant fortgesetzt werden. Gleichzeitig haben die Projektbeteiligten Ideen für die Zukunft sowie auch für eine kurzfristige Umsetzung abgeleitet, die ausserhalb des Projektrahmens weiterverfolgt werden sollen. Vorgesehen ist eine Pilotanwendung in der Stadt Zürich als Zusammenarbeit der Planzer Transport AG, der Stadt Zürich und Veloblitz. Mit Hilfe eines Mikrohubs – eines zentralen Umschlagspunktes – soll die Belieferung und Vorholung von Gütern in der Zürcher Innenstadt durch kleine effiziente Elektrofahrzeuge durchgeführt werden. Diese Umsetzung ist ein Anfang der im Projekt angedachten Lösung, eine Erweiterung um weitere Partner sowie die Ausweitung auf andere Städte sind angedacht.