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Handygebrauch: Engagierte Nutzung vs. Sucht?

Adoleszente in den drei grossen Sprachräumen der Schweiz und ihr Umgang mit dem Mobiltelefon und anderen Medien

Unterschiedliches Medienverhalten

In der repräsentativen Studie wurden insgesamt über 1‘000 Adoleszente (12- bis 19-jährig) in den drei grossen Sprachräumen der Schweiz (D-CH, I-CH, F-CH) zu ihrem Umgang mit dem Mobiltelefon und anderen Medien befragt. Daneben konnte eine Reihe von psychosozialen Merkmalen der Jugendlichen wie die Beziehung zu den Eltern, Extraversion, Impulsivität, Depressivität, Gruppendruck, Stressempfinden, Selbstwert, Optimismus oder Lebensfreude erhoben werden. Die aufgelisteten Konzepte sind mit vier unterschiedlichen Handynutzertypen: Nichtnutzer, zurückhaltende Nutzer, engagierte Nutzer und Verhaltenssüchtige in Relation gebracht worden.

Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass 98% der Schweizer Jugendlichen ein Handy besitzen. Die Hälfte der Befragten nutzt ihr Mobiltelefon zurückhaltend. 40% setzen es engagiert ein und rund 5% können als handysüchtig bezeichnet werden. Prädiktive Indikatoren für Handy-Verhaltenssucht sind: eine schwierige Beziehung zu den Eltern, Impulsivität und extravertiert-aktives Verhalten. Die engagierte Handynutzung lässt sich über Neurotizismus, extravertiert-geselliges Verhalten, Gruppendruck und weibliches Geschlecht erklären. Die Gruppe der zurückhaltenden Nutzer kann mittels einer positiven Beziehung zu den Eltern, Stabilität (wenig neurotisch: besorgt/ängstlich), Introversion, wenig Gruppendruck und männlichem Geschlecht beschrieben werden. Über die Gruppe der Nichtnutzer lassen sich aufgrund der kleinen Fallzahl nur wenige Aussagen machen: Sie besteht vor allem aus 12- und 13-jährige Knaben. Die Nutzertypen zeigen neben unterschiedlichem Handyverhalten auch ein unterschiedliches Medienverhalten. So setzen Handysüchtige stark auf audiovisuelle Medien wie TV, DVD/Video, Kino oder Internet. Engagierte tun dies bereits in einem weniger ausgeprägten Masse. Demgegenüber lesen zurückhaltende Nutzer häufiger ein Buch, gehen öfters in die Bibliothek oder unternehmen etwas mit ihrer Familie. Die Studie wird im Laufe des Jahres 2015 in Form einer Masterarbeit beschränkt auf eine Deutschschweizer Stichprobe neu lanciert.

Projektleitung

Projektpartner

Forschungsstiftung Mobilkommunikation