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Screeninginstrument für psychische Erkrankungen

Im Wechsel zwischen Ausbildung und Eintritt in die Arbeitswelt Risikopatienten oder bereits manifest psychisch erkrankte junge Menschen mittels Screening identifizieren.

Ausgangslage
Psychische Erkrankungen sind häufig, besonders belastend sind psychische Probleme im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit. Arbeitslose sind gegenüber Erwerbstätigen signifikant häufiger bei mittelmässiger bis schlechter Gesundheit, neigen zu negativer Emotionalität und Depressivität, zeigen Erschöpfungssymptome und Schlafstörungen. Es ist zu erwarten, dass Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen die gleichen Symptome auslöst. Klar scheint, dass eine psychische Störung, vor allem unbehandelt, den Einstieg in den Arbeitsmarkt erschwert oder verunmöglicht. Gleichzeitig wird festgestellt, dass immer mehr ausserordentliche Renten an Jugendliche und junge Erwachsene aufgrund psychischer Probleme vergeben werden. Die frühzeitige Identifizierung und Behandlung von psychischen Störungen und Belastungen ist von grosser Bedeutung, damit junge Menschen den Anschluss an den Arbeitsmarkt nicht verlieren und eine Frühinvalidisierung verhindert werden kann.

Ziel der Studie
Mit diesem Projekt möchten wir eine frühzeitige Intervention ermöglichen, um junge Menschen zu erreichen, die nach Abschluss der Ausbildung keinen Anschluss im Arbeitsmarkt finden. Die Intervention soll durch den Einsatz eines Screening-Instruments ermöglicht werden. Ziel der Studie ist es, ein solches Screening-Instrument zu entwickeln. Den Wechsel zwischen Ausbildung und Eintritt in die Arbeitswelt erachten wir als optimales Zeitfenster, um Risikopatienten oder bereits manifest psychisch erkrankte junge Menschen mittels Screening zu identifizieren. In dieser Zeit steigen die beruflichen und persönlichen Anforderungen enorm an. Eine Intervention durchzuführen, bevor eine psychische Belastung zur Störung mutiert, kann Betroffenen viel Leid ersparen und eine eventuelle Frühinvalidisierung verhindern.

Untersuchungsdesign
Hierfür wurden insgesamt 230 arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene aus den Kantonen Zürich, Basel Stadt und Aargau rekrutiert. Die Teilnehmenden befanden sich zur Zeit der Befragung in Motivationssemestern unterschiedlicher Gestaltung. Sie wurden zuerst mittels Fragebogen zu diversen gesundheitspsychologischen Aspekten befragt und anschliessend zu einem klinischen Interview eingeladen.

Resultate
In unserer Studie erfüllten 74 Prozent der Befragten die Kriterien einer oder mehrerer psychischen Störungen. Hinweise auf Depressivität fanden wir bei 29 Prozent, Substanzmissbrauch bei 20 Prozent (Alkohol) und 21 Prozent (Cannabis) der untersuchten Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Aus den erhobenen Daten haben wir das Zürcher Adoleszenten Screening Instrument Psychischer Störungen (ZASIPS) fertiggestellt. Das ZASIPS ist ein kurzes Screening-Instrument zur Früherkennung psychischer Störungen bei Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren. Das Instrument ist weitgehend selbsterklärend, einfach und schnell einsetzbar. Das Ziel ist nicht eine Diagnose, sondern eine Triagierung des Jugendlichen. Coaches und Betreuer sind dadurch in der Lage, psychische Belastungen zu identifizieren und dem Jugendlichen die passenden Handlungsoptionen aufzuzeigen. Dabei soll auf das bereits existierende Netzwerk zurückgegriffen werden.

Projektleitung

Prof. Dr. Agnes von Wyl

Prof. Dr. Agnes von Wyl

Leiterin Fachgruppe Klinische Psychologie & ...

+41 (0) 58 934 84 33
agnes.vonwyl@zhaw.ch

Team

Filomena Sabatella

Filomena Sabatella

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

filomena.sabatella@zhaw.ch

Projektpartner