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Angewandte Linguistik

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Gestaffelte Disruptions-Risiken, starker Kern in Angewandter Linguistik – Daniel Perrin zieht Bilanz an der ZHAW

«Ich würde es wieder tun» – Prof. Dr. Daniel Perrin hat an der ZHAW ein Institut gegründet, eines ermöglicht und eines transformiert. Mit 65 Jahren gibt er die Rolle als Direktor des Departements Angewandte Linguistik weiter. Am 22. Oktober 2026, beim Abschiedsfest mit Gästen aus Lehre, Forschung und Berufspraxis, zog er Bilanz.

1999 berief der damalige Direktor, Prof. Dr. Urs Willi, Daniel Perrin an das frisch gegründete Departement Angewandte Linguistik, um einen Studiengang aufzubauen für die Berufsfelder Journalismus und Organisationskommunikation. Nach dessen Lancierung gründete Perrin das IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft, das den vierfachen Leistungsauftrag wahrnahm: das Wissen für die Lehre zu erzeugen durch Forschung und zu validieren im praxisgestählten Umfeld von Beratung und Weiterbildung. Erst nach dieser Prüfung durch die Praxis sollte es im Bachelorstudiengang, also vorwiegend an Berufseinsteiger:innen, vermittelt werden.

Ende 2016 wählte der Fachhochschulrat Daniel Perrin zum Direktor des Departementes Angewandte Linguistik und damit zum Leitungsmitglied der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Perrin verstand die Wahl als Verpflichtung, die Dreiphasen-Strategie umzusetzen, die er im Wahlverfahren vorgestellt und der Findungskommission versprochen hatte: Kräfte bündeln, Profil schärfen, Marktposition stärken. Den Fortschritt in der Umsetzung steuerten die Mitarbeitenden gemeinsam über Jahresziele. In der Schlussbilanz hat Perrin das Erreichte aufgezeigt, aber auch den Bedarf für weitere Entwicklung.

Kräfte bündeln: Unter Perrins Führung setzte sich am Departement gleicher Lohn für gleiche Arbeit durch und stiegen die Karrierechancen auch für Mitarbeitende in der Administration. Vor allem aber staffelte er die Disruptions-Risiken, was Lernen von Institut zu Institut ermöglicht: Das IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen hatte sich als erstes der Disruption durch KI zu stellen und transformierte sich zum IMK Institut für Mehrsprachige Kommunikation. Dem IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft stehen grosse Umwälzungen seiner Berufsfelder jetzt bevor. Für das ILC Institute of Language Competence, gegründet 2017, zeichnet sich eine solche Phase zurzeit erst am Horizont ab. Ein Thema bleibt die Stärkung der Resilienz der Organisation für den beständigen Wandel.

Profil schärfen: Als Präsident 2017–2021 der Weltorganisation der Angewandten Linguistik AILA vernetzte Perrin das Departement stark mit dem internationalen Betrieb seines Fachs. Ein Kernstudium in Angewandter Linguistik, mit eigens entwickelten Lehrmitteln in open access, dient als wissenschaftliche Basis für die berufsspezifischen Ausbildungen in den Instituten sowie für den Master und die PhD-Programme. Diese Programme ermöglichen dem Departement die durchgehende Förderung des eigenen Nachwuchses mit dem USP der Fachhochschulen: dem doppelten Kompetenzprofil, also einem Leistungsausweis in Berufspraxis und Forschung. Agile Labs sichern Präsenz an den Praxismärkten. Weiter zu schärfen bleibt das Zusammenspiel an den Grenzen der Institute.

Marktposition stärken: In Perrins Amtszeit hat das Departement stabile Beziehungen zu Bund, Fachhochschulrat, Rektorat und den Schwesterdepartementen aufgebaut. Es ist in der Öffentlichkeit präsent mit Forschungs- und Lehrprodukten und wissenschaftlich fundierter Expertise in gesellschaftlich relevanten Fragen, aber auch mit innovativen Kommunikationsformaten wie TEDx Talks und der viersprachigen Wahl des Jugendwortes des Jahres Schweiz. Auch an der ZHAW selbst ist die Expertise des Departements in Kommunikation nachgefragt. Für alle Studiengänge erfasst ein Laufbahnmonitor die Passung von Lehrangebot und Berufsfeld und ermöglicht systematisches Justieren. Anzugehen bleibt die zwischen den Produkten stark unterschiedliche Nachfrage nach Studienplätzen.

«Bei all dem Schwierigen, all dem Scheitern und Gelingen in Teilen: Es war der ganzen Mühe wert», fasst Daniel Perrin die Zeit an der ZHAW zusammen. «Wir investieren in die Zukunft unserer Gesellschaft. Seit 2017 haben wir am Departement Angewandte Linguistik über 4200 Menschen befähigt, Brücken zu bauen in ihrem Beruf.»  
Nach seiner Zeit an der ZHAW entwickelt Perrin zwei Netzwerke, die fördern, was ihm für die Entwicklung des Departements wichtig war: Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft von Körper und Geist (www.673.training) und die Wertschätzung menschlicher Arbeit im Kontext von KI im Beruf (www.re-focus.work).

Das Departement Angewandte Linguistik dankt Prof. Dr. Daniel Perrin herzlich für sein langjähriges Engagement, seine Weitsicht und alles, was er in all den Jahren aufgebaut und mitgestaltet hat. Er hat die Entwicklung des Departements entscheidend geprägt. Für seinen nächsten Lebensabschnitt und die Weiterführung seiner Projekte wünschen wir ihm von Herzen alles Gute, viel Freude und viel Erfolg.

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