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Angewandte Linguistik

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Interview mit Alice Delorme Benites zum Amtsantritt als Direktorin des Departements Angewandte Linguistik

Alice Delorme Benites liebt komplexe Gestaltungsaufgaben. Am 1. November 2026 hat sie die Leitung des Departements Angewandte Linguistik der ZHAW übernommen. Im Interview spricht sie über ihre Vision, die Herausforderungen und Stärken sowie darüber, warum es Sprach- und Kommunikationsprofis heute mehr denn je braucht.

Alice Delorme Benites, was hat Sie dazu bewogen, die Leitung des Departements Angewandte Linguistik der ZHAW zu übernehmen? 

Es sind vor allem zwei Gründe: Ich liebe komplexe Gestaltungsaufgaben. Und ich möchte mit meiner Arbeit etwas bewirken. Als Direktorin habe ich die Möglichkeit, zusammen mit vielen engagierten Menschen das Departement weiterzubringen.

Worin sehen Sie die Herausforderungen in Ihrer neuen Aufgabe?
Ich übernehme die Leitung eines Departements, das durch KI stark herausgefordert ist. Die Komplexität liegt darin, sichtbar zu machen, warum es das Departement Angewandte Linguistik sowie Sprach- und Kommunikationsprofis heute mehr denn je braucht. Diese Herausforderung nehme ich gerne an.

Welche Themen werden das Departement in den kommenden Jahren besonders beschäftigen?

Die KI-getriebene Transformation der Berufsfelder wird uns noch stark beschäftigen. Ebenso werden die Zusammenarbeit mit der Praxis und mit anderen Disziplinen sowie der Dialog mit der Öffentlichkeit wichtig bleiben.

Wir haben uns diesen Themen frühzeitig angenommen. Deshalb bin ich überzeugt, dass das Departement gut vorbereitet ist, um mit den Veränderungen Schritt zu halten und sie aktiv mitzugestalten.

Worin sehen Sie derzeit die grösste Stärke des Departements?

Wir sind in der Schweizer Hochschullandschaft ein Unikat. Das Department vereint eine breite Palette an Expertise in Angewandter Linguistik und verbindet diese konsequent mit der Praxis.

Wir forschen und lehren zu Journalismus, Organisationskommunikation, Mehrsprachigkeit in vielen Formen, Sprachunterricht, Sprachtechnologien, Sprachmittlung und vielem mehr. Aus dieser Vielfalt entsteht ein grosses Innovationspotenzial. 

Was ist Ihre Vision für das Departement? 

In Bezug auf die Lehre und die Weiterbildung soll das Departement als der Ort angesehen werden, wo die Sprach- und Kommunikationsprofis von morgen ausgebildet werden. Was Forschung und Dienstleistung angeht, möchte ich erreichen, dass wir als relevanter Partner für Forschung, Entwicklung und Innovation wahrgenommen werden. 

Unser besonderer Vorteil ist dabei die starke Praxisvernetzung: Wir arbeiten an konkreten Kommunikations- und Sprachproblemen und entwickeln Lösungen für reale Herausforderungen.

Wie verändert künstliche Intelligenz die Arbeit am Departement?

Die Berufsfelder, für die das Departement Angewandte Linguistik ausbildet, haben sich bereits stark verändert und werden sich weiter verändern. Für uns bedeutet das, dass wir unsere Studiengänge, Forschungsfragen und Lehrmethoden laufend weiterentwickeln müssen. Durch künstliche Intelligenz steigt das Tempo, in dem diese Anpassungen notwendig werden. Das ist eine grosse Chance, unsere Expertise neu einzubringen.

Warum lohnt sich gerade heute ein Sprach- und Kommunikationsstudium an einer Hochschule? 

Sprache und Kommunikation beginnen immer mit einer Absicht – der Absicht von Menschen. Wir müssen uns fragen: Warum schreiben wir einen Text? Warum übersetzen wir ihn? Warum kommunizieren wir überhaupt? 

Diese Fragen kann eine KI nicht beantworten. Dafür braucht es Sprach- und Kommunikationsprofis. 

In einem Hochschulstudium lernen Studierende, neue und kreative Lösungen zu finden für Sprach- und Kommunikationsprobleme – für altbekannte wie auch für solche, die es vorher noch nicht gab. Menschen, die das können, werden von Unternehmen und Organisationen gesucht. 

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