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Angewandte Psychologie

5 Tipps zur Stärkung der Resilienz von Jugendlichen

Diese fünf Tipps von Prof. Dr. Christoph Steinebach zeigen, wie wir die Resilienz von Jugendlichen gezielt stärken können und ihnen helfen, Herausforderungen selbstbewusster und gelassener zu meistern.

Die zunehmenden Anforderungen des Alltags stellen viele Jugendliche vor grosse emotionale und mentale Herausforderungen. Leistungsdruck, soziale Erwartungen und Unsicherheiten prägen oft ihren Alltag. Umso wichtiger ist es, sie in ihrer Widerstandskraft zu stärken, damit sie Belastungen besser bewältigen und ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln können.

Unsere fünf Tipps zur Stärkung der Resilienz von Jugendlichen zeigen, wie Eltern, Schule und Umfeld die Resilienz junger Menschen gezielt fördern können.

1. Sichere, verlässliche Beziehungen schaffen

Eltern, Familie, Schule und Freund:innen spielen eine zentrale Rolle. Ein stabiles, unterstützendes Umfeld gibt Jugendlichen Halt. Wenn Jugendliche mindestens eine vertrauensvolle, emotionale Bezugsperson haben, erleben sie, dass sie nicht allein alle Herausforderungen des Lebens meistern müssen. Das stärkt ihr Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit.

2. Selbstwirksamkeit und Problemlösefähigkeiten fördern

Resiliente Jugendliche fühlen sich kompetent und erleben, dass sie mit ihrem Handeln etwas bewirken können. Das heisst konkret: Es ist wichtig Jugendliche zu ermutigen, eigene Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und soweit möglich eigenständig Lösungswege für Probleme zu finden.

3. Emotionale Selbstregulation und Stressbewältigung fördern

Ein wichtiger Schutzfaktor für Resilienz sind innere Fähigkeiten wie Selbstwert, Optimismus, Stressregulation und gute Emotionskontrolle. Es gilt, Jugendlichen zu helfen, Gefühle wahrzunehmen, sie anzusprechen und konstruktiv mit Gefühlen umzugehen. Hier helfen zum Beispiel Entspannung oder Gespräche über mögliche Bewältigungsstrategien.

4. Peer- und Gemeinschaftsbeziehungen stärken

Freundschaften und soziale Kontakte mit Gleichaltrigen sind ein starker Schutzfaktor, sie bieten Unterstützung, Zugehörigkeit und die Möglichkeit, soziale Kompetenzen einzuüben. Gemeinschaftliche Aktivitäten (z. B. im Sportverein, bei Projekten in der Schule) fördern soziale Integration und geben Jugendlichen Ressourcen, mit Belastung umzugehen.

5. Ressourcen und Vielfalt im Umfeld nutzen

Nicht nur Eltern und Familie, sondern auch Schule und andere soziale Institutionen sind wichtig. Schule kann ein Ort sein, der Vielfalt anerkennt und Jugendlichen einen positiven Raum für ihre Entwicklung gibt. Das stärkt die Widerstandskraft der Jugendlichen. Zudem sollte ein Bewusstsein herrschen, dass Resilienz nicht allein auf individuellem Willen beruht, sondern die soziale Unterstützung und gesellschaftliche Förderung braucht.


  

Christoph Steinebach

Prof. Dr. Christoph Steinebach ist Psychotherapeut, Berater und Dozent am Institut für Mental Health (IMH) der ZHAW.