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Care for Rare – Eine Leitlinienüberprüfung für inklusive Arbeitsumgebungen für neurodiverse Arbeitnehmer

Diese Studie überprüft und bewertet systematisch öffentlich zugängliche Leitlinien zu physischen Arbeitsplatzanpassungen für neurodivergente Büroangestellte auf der Grundlage der PRISMA-Leitlinien.

Vier Personen sind gezeichnet. Man sieht nur ihre Köpfe. Oberhalb der Köpf sind verschiedene Zeichen gezeichnet: eine Glühbinre, Sprechblasen, Musiknoten, ein Kreisdiagramm usw.

Ergebnis

Vierundzwanzig Leitlinien wurden einer Qualitätsbewertung unterzogen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Leitlinien konzeptionell kohärente und praxisorientierte Empfehlungen enthalten, jedoch nur eine begrenzte methodische Reife aufweisen. Die Ergebnisse zeigen eine starke Konvergenz bei den empfohlenen Anpassungen. Die AGREE II-Bewertungen ergaben hohe Punktzahlen für Umfang und Zweck sowie Klarheit der Darstellung, aber durchweg niedrige Punktzahlen für die Einbeziehung von Interessengruppen, die Stringenz der Entwicklung, die Anwendbarkeit und die redaktionelle Unabhängigkeit.

Die meisten Leitlinien stützten sich überwiegend auf heuristische oder anekdotische Belege, wobei nur ein kleiner Teil durch empirische Forschung untermauert war. Es werden keine Belege für die Wirksamkeit der Anpassungen vorgelegt. Spezifische Anpassungen für Neurodiversität sind unzureichend. Die Leitlinien richten sich hauptsächlich an Arbeitgeber, Führungskräfte, Personalverantwortliche, Gewerkschaftsvertreter, Beauftragte oder Führungskräfte von Organisationen und nicht an Designer:innen, Architekt:innen, Fachleute für die gebaute Umwelt oder spezialisierte Nutzer:innen wie Rehabilitationsfachleute, politische Entscheidungsträger:innen oder die Arbeitnehmer:innen selbst.

Schlussfolgerungen

Nur wenige Leitlinien wurden mit ausreichender Stringenz entwickelt. Die Anwendbarkeit der Ergebnisse (z. B. Risikomanagement, konkrete Lösungen und Beispiele) muss weiterentwickelt werden. Eine systematische Einbeziehung der Interessengruppen aller Arten von Neurodiversität und eine empirische Bewertung auf Interventionsebene sind erforderlich, um eine wirksame und gerechte Umsetzung am Arbeitsplatz zu unterstützen.

Beschreibung

Ziele

Es wurde eine Reihe von Leitlinien zum physischen Arbeitsumfeld entwickelt, um arbeitsbedingte Leistungs- und Gesundheitsprobleme bei Arbeitnehmern mit neurologischen Abweichungen zu verhindern, aber über die Qualität dieser Leitlinien ist wenig bekannt. Wir haben den Inhalt und die Qualität von Leitlinien zur Anpassung des Arbeitsplatzes systematisch überprüft, die darauf abzielen, arbeitsbedingte Leistungs- und Gesundheitsprobleme zu verhindern, zu erkennen und/oder zu bewältigen.

Methoden

Wir haben systematische Online- und Datenbankrecherchen (Swisscovery, Scopus, PubMed, JSTOR, ABI/Inform, Wiso-net, gemeinnützige Organisationen, Wohltätigkeitsorganisationen, Gewerkschaften, Berufsverbände, private Unternehmen, Designberatungsfirmen, Architekturbüros, akademische und Forschungseinrichtungen, Regierungsorganisationen, öffentliche Dienste, EU-Agenturen und nationale Normungsgremien) durchgeführt, um Leitlinien zu identifizieren. Die Zulassungskriterien wurden in Übereinstimmung mit dem CIMO-Rahmenwerk definiert.

Neun Gutachter bewerteten unabhängig voneinander dreimal die Qualität jeder Leitlinie unter Verwendung des Instruments „Appraisal of Guidelines for Research and Evaluation” (AGREE II). Die Qualität der Leitlinien wurde anhand der Gesamtpunktzahl als hoch (≥ 80 %), moderat (65–79 %), niedrig (50–64 %) oder schlecht (< 50 %) eingestuft.

 

Neben dem unten aufgeführten Projektteam, haben folgende Personen als studentische Mitarbeiter:innen ZHAW am Projekt mitgewirkt:

  • Helen Urban
  • Dr. Kirsty Lauder
  • Danqing Xie
  • Dr. Alessandro Morganti
  • Dr. Theresa Wheele
  • Richard Zemp
  • Dominik Robin

Eckdaten

Projektleitung

Projektteam

Pascale Bebie Gut, Eunji Häne, Kathrin Radtke, Dr. Beate Krieger, Dr. Joanna Yarker (Birkbeck, University of London), Dr. Rachel Lewis (Birkbeck, University of London), Dr. Almuth McDowall (Birkbeck, University of London), Prof. Fehmidah Munir (Loughborough University)

Projektpartner

Pro Infirmis; University Of Surrey / School of Psychology, Faculty of Health and Medical Science; Birkbeck, University of London / Department of Organisational Psychology; Loughborough University / School of Sport, Exercise and Health Sciences

Projektstatus

laufend, gestartet 12/2025

Institut/Zentrum

Institut für Facility Management (IFM); Institut für Ergotherapie (IER)

Drittmittelgeber

Pro Infirmitis

Projektvolumen

10'000 CHF