Persönlichkeit, Geschlecht und Führungseffektivität: Genderbewusste Ansätze für Leadership Assessments (LeadGenAC)
Das Projekt untersucht, wie Männer und Frauen in Führungspositionen im Rahmen von Assessment Centern unterschiedlich hinsichtlich Führungsemergenz und -effektivität wahrgenommen werden. Ziel ist es, geschlechtsspezifische Verzerrungen in Auswahl-/Beurteilungsverfahren zu identifizieren und Instrumente für faire Führungsdiagnostik zu entwickeln.
Beschreibung
Persönlichkeitsmerkmale spielen eine zentrale Rolle dabei, ob und wie Menschen in Führungsrollen wahrgenommen werden, Führungsverantwortung übernehmen und letztlich erfolgreich darin agieren. Insbesondere in Bezug darauf, ob und wie Menschen in Führungsrollen wahrgenommen werden (d.h. Führungsemergenz) und wie erfolgreich sie diese Rollen tatsächlich ausfüllen (d.h. Führungseffektivität), wirken viele Merkmale zweischneidig. Narzissmus zum Beispiel, zieht Aufmerksamkeit auf sich und erhöht die Chancen auf Führungsemergenz, während langfristig übersteigertes Selbstbewusstsein und geringe Empathie die Effektivität mindern können.
Auch im Hinblick auf geschlechtsspezifische Unterschiede zeigt sich ein differenziertes Bild. So können dieselben Merkmale, etwa Narzissmus, je nach Geschlecht unterschiedlich wahrgenommen und bewertet werden. Männer mit stark ausgeprägter Extraversion oder narzisstischen Anteilen werden häufiger als dominant und charismatisch eingeordnet, während Frauen mit denselben Ausprägungen eher als unnahbar oder unangemessen beurteilt werden.
Für angehende Führungskräfte ergibt sich hieraus ein Spannungsfeld: Eigenschaften, die kurzfristig den Zugang zu Führungsrollen erleichtern, können langfristig die Effektivität untergraben und umgekehrt. Damit werden nicht nur Unterschiede im Ausdruck von Persönlichkeitsmerkmalen relevant, sondern auch Verzerrungen in deren Bewertung.
Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede und Verzerrungen stellen ein Problem für Assessment und Entwicklung von Führungskräften dar. Zum einen stellt sich die Frage, inwiefern sich geschlechtsspezifische Unterschiede im Ausdruck von Persönlichkeitsmerkmalen auf Führungsemergenz und -verhalten auswirken und damit die Effektivität von Führung beeinflussen. Zum anderen stellt sich die Frage, wie eine valide Messung, welche geschlechtsbezogene Verzerrungen vermeidet, im Rahmen der Personaldiagnostik (z.B. im Assessment Center) sichergestellt werden kann.
Ziel des Projekts ist es, geschlechtsspezifische Verzerrungen in der Bewertung von Führungsemergenz und -effektivität systematisch zu erfassen und praxisnahe Instrumente wie geschlechtssensible Rater-Schulungen oder kompakte Entscheidungshilfen (AC Pocket-Guide) zu entwickeln.
Eckdaten
Projektleitung
Stellv. Projektleitung
Projektteam
Projektstatus
laufend, gestartet 11/2025
Institut/Zentrum
Institut für Angewandte Psychologie (IAP); Psychologisches Institut (PI)
Drittmittelgeber
Programm «START» Dept. Psychologie
Projektvolumen
20'000 CHF