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Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) in Schweizer Pflegeheimen: Entwicklung einer ethischen Praxisempfehlung (VSED-ELiS)

Der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) wird als Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebensendes betrachtet. Für Ärzt:innen und Pflegende wirft der FVNF sensible ethische, fachliche und praktische Fragen auf. Auf der Basis einer schweizweiten Erhebung wird eine ethischen patientenzentrierten Best-Practice-Empfehlung entwickelt.

Beschreibung

Hintergrund

Das Forschungsprojekt setzt bei der fehlenden institutionellen Orientierung an, obwohl die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) den FVNF als ethisch vertretbar anerkannt hat. Die Empfehlungen der Akademie richten sich jedoch nur an einzelne Fachpersonen, nicht an die Institutionen selbst. Darüber hinaus ist die Umsetzung der seit 2022 für zertifizierte Palliative-Care-Einrichtungen geltenden Richtlinien bislang bezüglich des FVNF unklar.

Ziele / Fragestellung

Das Projekt zielt darauf ab, aufzuzeigen, wie FVNF sicher von anderen Formen der Essensverweigerung oder -reduktion unterschieden werden kann und wie Pflegefachpersonen für diese schwierigen Situationen sensibilisiert werden können. Das finale Ergebnis ist eine praxisnahe Empfehlung, die in alle Landessprachen übersetzt wird und die Pflegequalität erhöhen, Konflikte und ethische Dilemmata klären sowie Patient:innen und Angehörige besser schützen soll. 

Dieses Projekt schliesst eine wichtige Lücke im Schweizer Gesundheitswesen, indem es medizinische, pflegewissenschaftliche und ethische Sichtweisen verbindet, um konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis zu entwickeln. Damit wird ein neuer Standard für den professionellen Umgang mit FVNF in der Schweiz gesetzt.

Methode

Das Projekt wird in drei Schritten durchgeführt:

  1. Eine Literaturübersicht und eine schweizweite standardisierte repräsentative Umfrage erfassen die heutige Praxis, das Wissen und die Einstellungen von Pflegefachpersonen und Ärzt:innen in Pflegeheimen und der stationären Palliative Care.
  2. Interviews in allen Sprachregionen der Schweiz vertiefen die Ergebnisse aus der ersten Phase mit den Erfahrungen und Herausforderungen von Ärzt:innen und Pflegefachpersonen im Umgang mit FVNF.
  3. Ein nationaler Expert:innen-Dialog (Delphi-Verfahren) entwickelt eine gemeinsame Empfehlung für Einrichtungen im Gesundheitswesen.

(Erwartete) Resultate

Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer wissenschaftlich fundierten nationalen Empfehlung für den professionellen Umgang mit FVNF in der Praxis, insbesondere für Pflegeheime und stationäre Palliative-Care-Einrichtungen. 

Eckdaten

Projektleitung

Co-Projektleitung

Projektteam

Dr. Franzisca Domeisen Benedetti, Gabriela Stettler-Nemecek, Dr. Michael Galatsch, Christoph Müller, Prof. Dr. Manuel Trachsel (Universitätsspital Basel)

Projektpartner

Universitätsspital Basel / Institut für Bio- und Medizinethik; CURAVIVA Schweiz; Universität Zürich / Center for Primary and Community; Universität Luzern; palliative.ch; Artiset; Universitätsspital Zürich / Institut für Hausarztmedizin; palliative zh+sh

Projektstatus

laufend, gestartet 11/2025

Institut/Zentrum

Institut für Pflege (IPF)

Drittmittelgeber

SNF Projektförderung