GeKo-Win – Gesundheit und Klima kooperativ gestalten: Ein Community- Health-Konzept für die Klimawoche Winterthur (GeKo-Win)
Der Klimawandel ist in der Schweiz längst spürbar: Hitzetage und -perioden nehmen zu und führen nachweislich zu erhöhter Morbidität und Mortalität. Für die Bevölkerung in Winterthur bedeutet dies zunehmende sommerliche Hitzebelastungen und damit verbundene Gesundheitrisiken.
Beschreibung
Der Klimawandel ist in der Schweiz längst spürbar: Hitzetage und -perioden nehmen zu, und führen nachweislich zu erhöhter Morbidität und Mortalität (MeteoSchweiz, 2023; Whiting, et al 2023). Für die Bevölkerung in Winterthur bedeutet dies zunehmende sommerliche Hitzebelastungen, tropische Nächte und damit verbundene Gesundheitsrisiken – insbesondere für ältere Menschen, Jugendliche, chronisch Kranke und Personen mit eingeschränktem Zugang zu kühlen Innenräumen. Die Kenntnis der Hitzeschutzpläne (BAG, 2022) mit spezifischen Verhaltensempfehlungen ist für die lokale Bevölkerung zentral.
Die jährlich stattfindende Klimawoche Winterthur bietet einen idealen Zugang zur Bevölkerung mit Anlaufpunkt über das Wohnareal Lokstadt. Sie zeigt, wie Klimaschutz und Anpassung konkret geplant, umgesetzt und erlebt werden können – und schafft niedrigschwellige Anknüpfungspunkte, um Klimarisiken mit dem persönlichen Lebensumfeld zu verknüpfen. Damit trägt sie zugleich zur Umsetzung mehrerer Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bei. SDG 3 (Gesundheit & Wohlergehen), SDG 4 (hochwertige Bildung), SDG 11 (nachhaltige Städte & Gemeinden) & SDG 13 (Massnahmen & Klimaschutz) (United Nations, 2015).
«GeKo-Win» steht im theoretischen und ethischen Rahmen der Planetaren Gesundheit, die die enge Verbundenheit zwischen der Gesundheit des Menschen und den natürlichen Systemen der Erde betont (Whitmee et al., 2015; Baena-Morales, Fröberg, 2023). Dieses Konzept erweitert klassische Public-Health-Perspektiven, indem es ökologische Grenzen, soziale Determinanten und gesundheitliche Chancengleichheit integriert (Haines & Ebi, 2019). Die Förderung von Planetarer Gesundheit bedeutet, Lebensbedingungen zu schaffen, die gleichzeitig menschliches Wohlbefinden, Gesundheit und ökologische Stabilität sichern. Damit verbindet sie Grundprinzipien aus der Gesundheitsförderung, zur Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz zu einem gemeinsamen Denk- und Handlungsrahmen.
«GeKo-Win» zielt auf die co-kreative Entwicklung eines Umsetzungskonzeptes für die Klimawoche Winterthur 2027 mit dem Fokusthema Gesundheit. Gemeinsam mit der Fachstelle Klima der Stadt Winterthur, Lehrpersonen, Studierenden in Gesundheitsberufen (Dept. G) und der Bevölkerung (Living Lab Lokstadt) wird ein praxis-, & wissenschaftsbasiertes Konzept erarbeitet, das Klima- & Gesundheit integriert und 2027 als Community-Health-Projekt umgesetzt wird.
Folgende Endprodukte sollen entwickelt werden:
«GeKo-Win» entwickelt ein übertragbares Handlungskonzept für klimabewusste Gesundheitsförderung im urbanen Raum. Es dokumentiert wissenschaftlich fundierte Co-Creation-Prozesse, konkrete Anwendungen für die Klimawoche Winterthur 2027 und eine praxisnahe Methodik, die auf weitere Gemeinden übertragbar ist. Die iterative Zusammenarbeit zwischen Hochschule, Stadtverwaltung und Bevölkerung fördert nachhaltige Lernprozesse und stärkt die Rolle der Gesundheitsberufe in der gesellschaftlichen Transformation.
«GeKo-Win» leistet damit einen Beitrag zur Agenda 2030 und zeigt, wie Forschung, Bildung und Praxis gemeinsam Resilienz, Teilhabe und Planetare Gesundheit in Winterthur stärken können. Publikationen entstehen im Netzwerk, werden zielgruppenspezifisch aufbereitet; Anteile für die Klimawoche werden in leichter Sprache verfügbar sein.
Bezug zum Programm Community Health:
Das Projekt «GeKo-Win» steht exemplarisch für die Umsetzung des Community-Health-Ansatzes des Departements Gesundheit der ZHAW (2027). Es greift zentrale Prinzipien dieses Konzepts auf, das auf dem Integrative Community Care (ICC)-Framework (Thiam & Allaire, 2023) und dem WHO-Framework for Wellbeing in Public Health (WHO, 2023) basiert. Diese Modelle betonen die enge Zusammenarbeit mit lokalen Akteur:innen, die Orientierung an den Bedarfen der Bevölkerung und die Verbindung von Gesundheitsförderung, Prävention, Versorgung und sozialer Teilhabe.
Im Sinne dieses Verständnisses wird das Projekt partizipativ und interdisziplinär gestaltet: Am Dep. G. dem Digital Health Design Living Lab (DHD LL) liegt die wissenschaftliche Leitung und es fungiert als professionsübergreifendes Kompetenzzentrum für Gesundheit, während die Fachstelle Klima der Stadt Winterthur und das Living Lab Lokstadt die Verbindung zu kommunaler Praxis, Stadtentwicklung und Bevölkerung herstellen. Damit entsteht ein Reallabor, in dem Gesundheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und erlebbar wird.
Das Projekt folgt den im ZHAW-Konzept beschriebenen vier Dimensionen wirksamer Community Health:
- Räumlich und zeitlich verankert im urbanen Lebensraum Winterthur, mit spezifischem Fokus auf Hitzevorsorge und gesundheitsförderliche Quartiersgestaltung.
- Inter- und transdisziplinär durch Einbindung von Gesundheitsförderung & Prävention, Pflege, Ergotherapie, Public Health, Hebammen und teils Umweltwissenschaften.
- Betätigungszentriert und partizipativ, indem Studierende, Lehrpersonen und Bürger:innen aktiv in die Gestaltung gesundheitsfördernder Massnahmen eingebunden werden.
- Ergebnisorientiert und evaluativ, mit Fokus auf Gesundheitskompetenz, Partizipation und Lebensqualität.
Neben dem unten aufgeführten Projektteam, hat Alessia Ballerini, studentische Mitarbeiter:in ZHAW, am Projekt mitgewirkt.
Eckdaten
Projektleitung
Co-Projektleitung
Projektteam
Lena Jasmin Kuttler, Nicole Anja Baur, Dr. Alice Inauen Lehner, Verena Biehl, Beate Wöhrle
Projektpartner
Living Lab Lokstadt Partner; Digital Health Design Living Lab; Fachstelle Klima Stadt Winterthur
Projektstatus
laufend, gestartet 02/2026
Institut/Zentrum
Institut für Public Health (IPH); Institut für Ergotherapie (IER); Institut für Pflege (IPF); Institut für Hebammenwissenschaft und reproduktive Gesundheit (IHG); Institut für Physiotherapie (IPT)
Drittmittelgeber
Interne Förderung
Projektvolumen
61'240 CHF