Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Post-Covid-19-Erkrankungen (RTWHE)
Dieses interprofessionelle Projekt untersucht, wie gesundheitliche Chancengleichheit für Menschen mit Post-COVID, die in der Schweiz in den Beruf zurückkehren, gewährleistet werden kann.
Ergebnis
Im ersten Teil der Studie haben 25 Teilnehmer:innen (Expert:innen, Personen mit Post COVID und Fachpersonen) Soziale Faktoren und deren Einfluss auf die Rückkehr in den Beruf nach ihrer Zustimmung sortiert.
Dabei wurden die folgenden Faktoren identifiziert, welche den Wiedereinstiegs-Prozess erleichtern:
- Flexible Arbeitsbedingungen
- Guter Zugang zu Gesundheitsleistungen und Grundversorgung
- Sich sicher fühlen in Bezug auf andere Menschen um sich herum
- Teilnehmen an Freizeitaktivitäten
- Unterstützung durch Fachpersonen und Arbeitgeber:innen
Aus den Ergebnissen lässt sich weiter ableiten, dass
- Soziale Privilegien den RTW-Erfolg beeinflussen
- Betroffene sich von Fachpersonen teils nicht ernst genommen fühlen
- Der Wiedereinstieg von mehr abhängt als der Arbeitsleistung – auch die soziale Teilhabe und Lebensqualität sind massgebend
Das Forschungsteam hat sieben Frauen und vier Männer mit Post COVID interviewt, die Erfahrungen mit dem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben gemacht haben.
Dabei haben wir vier zentrale Themen identifiziert, die ihre Rückkehr in den Beruf besonders geprägt haben:
- Veränderung des Selbstbildes durch Long Covid: Teilnehmende berichteten, dass Long Covid ihr berufliches Selbstverständnis stark verändert hat.
- Gefühl, im sozialen Umfeld an den Rand zu rücken: Da Long-Covid von aussen unsichtbar ist, wurden ihre Beschwerden von anderen oft nicht erkannt oder verstanden. Das beeinflusste, wie sie im Arbeitsumfeld und im Privatleben teilhaben konnten.
- Den Wiedereinstieg am Arbeitsplatz aushandeln: Wie gut der Wiedereinstieg gelang, hing stark davon ab, wie flexibel und unterstützend der Arbeitgeber war und welche Anpassungen dort möglich gemacht wurden.
- Schwierige Orientierung in Unterstützungssystemen: Viele Teilnehmende berichteten von Herausforderungen, sich in den komplexen Hilfsstrukturen zurechtzufinden – im Gesundheitswesen bis hin zur Versicherung. Viele hatten das Gefühl, die gesamte Koordination ihrer Versorgung selbst tragen zu müssen.
Die Entwicklung des Community Flyers fand in Zusammenarbeit mit Expert:innen, Betroffenen und Fachpersonen in einem gemeinsamen Workshop statt. Basierend auf dem erhaltenen Feedback entstand ein Flyer, welcher untenstehend verfügbar ist.
Beschreibung
Projektziele
- Beschreiben, welche sozialen und gesundheitlichen Faktoren Menschen mit Post COVID beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt beeinflussen.
Dafür führen wir eine Mixed-Methods Studie mit qualitativen und quantitativen Methoden durch. - Schaffung eines Weiterbildungsangebot für Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich.
Der Workshop soll die Chancengleichheit für Menschen mit Post-COVID beim Wiedereinstieg in den Beruf fördern. - Bereitstellung praktischer Informationen durch einen verständlichen Flyer.
Dieser soll auf die Herausforderungen von Menschen mit Post-COVID eingehen und konkrete Lösungen sowie verfügbare Ressourcen aufzeigen.
Eckdaten
Projektleitung
Co-Projektleitung
Projektteam
Dietlinde Arbenz-Purt, Thomas Michael Ballmer, Thomas Riegler, Karoline Fink, Jacqueline Bürki (rehapunkt Praxis für Ergotherapie)
Projektpartner
rehapunkt Praxis für Ergotherapie
Projektstatus
abgeschlossen, 12/2024 - 01/2026
Institut/Zentrum
Institut für Ergotherapie (IER); Institut für Physiotherapie (IPT)
Drittmittelgeber
Stiftung für Ergotherapie Zürich; Programm «Community Health»