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Ernährungsstrategien für alle: Partizipation und Transformation in kleineren Städten

Ernährungsstrategien sind wichtig, um eine nachhaltige Entwicklung lokal zu fördern. Doch wie können diese auch in kleineren Gemeinden umgesetzt werden?

Das Bild zeigt im Vordergrund ein Forsythienzweig zwischen Betonpfeilern, im Hintergrund die Illustration der möglichen Ernährungsstrategien für Wädenswil

Ergebnis

Phase 1

Entwicklung des Berichtes "Enährungsstrategien für alle – Partizipation und Transformation in kleineren Städten. Zwischenbericht Grundlagenetappe". Dieser enthält ein Vorgehen zur vereinfachten Entwicklung von Ernährungsstrategien. 4 zentrale Themen wurden hierbei identifiziert:

  1. Erstens ist es wichtig, die Relevanz und den Nutzen von Ernährungsstrategien aufzeigen zu können und Akteure in Gemeinden für das Thema nachhaltige Ernährungssysteme zu sensibilisieren, um überhaupt eine Ernährungsstrategie entwickeln zu können.
  2. Zweitens erfolgt die Entwicklung einer Ernährungsstrategie sinnvollerweise in sieben Entwicklungsschritten von der Initialisierung bis zur Evaluation.
  3. Drittens ist die Projektorganisation für die Entwicklung wesentlich, um der Interdisziplinarität und Komplexität des Themas gerecht zu werden und die Anspruchsgruppen inklusive der Entscheidungsträger:innen abzuholen.
  4. Viertens wird für die Entwicklung einer Ernährungsstrategie ein partizipativer Prozess empfohlen, der insbesondere die lokalen Akteure des Ernährungssystems einbezieht und bestehende Initiativen berücksichtigt.

Phase 2

In beiden Pilotgemeinden wurden gemeinsam mit Akteur:innen lokale Herausforderungen und Potenziale der Land- und Ernährungswirtschaft erfasst und anschliessend mögliche Handlungsfelder für ein nachhaltiges lokales Ernährungssystem entwickelt. pro Handlungsfeld wurden in den Pilotgemeinden Projektideen & Lösungsansätze gemeinsam mit Akteur:innen ausgearbeitet und diskutiert. Für beide Gemeinden ist so ein Konzept oder Wegweiser entstanden, welcher eine Grundlage für die Weiterarbeit der Gemeinden oder engagierten Akteur:innen bilden kann.

Phase 3

Die Erkentnisse wurden im Rahmen von Vorträgen, Webinaren und Workshops verbreitet. Der CAS "Ernährungssysteme regional gestalten" wurde gemeinsam mit der FHNW entwickelt. 

Beschreibung

Sowohl global als auch lokal stehen Ernährungssysteme im Zentrum einer nachhaltigen Entwicklung und sind eng mit der Umwelt, der Wirtschaft, unseren gesellschaftlichen Strukturen und unserer Gesundheit verbunden. Im Rahmen von Ernährungsstrategien können Gemeinden gemeinsam mit der Bevölkerung und Akteuren Ziele für eine nachhaltige Entwicklung definieren und konkrete Massnahmen zur Umsetzung entwickeln.

Das Forschungsprojekt «Ernährungsstrategien für alle» der Forschungsgruppe Geography of Food untersucht Potenziale von Ernährungsstrategien für die nachhaltige Entwicklung in kleineren Städten. Mit dem Projekt soll die Transformation hin zu nachhaltigeren lokalen Ernährungssystemen angestossen und nachhaltige Produktions- und Konsummuster gefördert werden. Langfristig sollen sowohl negative Umweltauswirkungen reduziert als auch die lokale Wertschöpfung sowie eine resiliente und gesunde Gesellschaft gestärkt werden.

Ziel des Projektes war die Entwicklung von Angeboten, um Gemeinden bei der Entwicklung von Ernährungsstrategien zu unterstützen. Akteur:innen des lokalen Ernährungssystems sollen motiviert und befähigt werden, partizipative Prozesse zur Transformation des lokalen Ernährungssystems anzustossen und umzusetzen.

Wieso kleine Städte?

In Schweizer Grossstädten wie Zürich, Basel und Bern wurden bereits Strategien für nachhaltige lokale Ernährungssysteme erarbeitet und konkrete Massnahmen formuliert. Doch wie kann auch in kleineren Gemeinden die Entwicklung nachhaltiger Ernährungssysteme gefördert werden?

Aufgrund der Unterschiede im Ernährungssystem, wie die grössere Bedeutung der Landwirtschaft, die geringere Ressourcenverfügbarkeit, die höhere Vernetzung und die anderen Bedürfnisse, müssen die bestehenden Prozesse zur Erarbeitung von Ernährungsstrategien für kleinere Gemeinden angepasst werden. An der Schnittstelle zwischen Stadt und Land besteht ein besonderes Potenzial, die gesamte Wertschöpfungskette von der landwirtschaftlichen Produktion bis zum Konsum bei der Entwicklung von Zielen und Massnahmen einzubeziehen.

Projektablauf

Das Projekt wurde in 3 Phasen durchgeführt:

  1. Analyse von Erfahrungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Ernährungsstrategien in grösseren Städten und Bedürfniserhebung in kleineren Städten und Gemeinden.
  2. Partizipative Entwicklung von Ernährungsstrategien oder ähnlichen Wegweisern für eine nachhaltige Ernährungszukunft in zwei Pilotgemeinden 
  3. Angebotsentwicklung für Gemeinden & Akteur:innen, um ebenfalls aktiv zu werden

Eckdaten

Projektleitung

Prof. Dr. Isabel Jaisli, Carmen Kummer

Stellv. Projektleitung

Projektteam

Sonja Trachsel, Hanna Della Casa, Claudia Veith, Toya Bezzola (Food of Change GmbH)

Projektpartner

Food of Change GmbH; Transition Town Wädenswil TTW / Klimaidee Wädenswil

Projektstatus

abgeschlossen, 04/2023 - 08/2026

Institut/Zentrum

Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen (IUNR)

Drittmittelgeber

Stiftung Mercator Schweiz; Stadt Wädenswil

Projektvolumen

263'000 CHF