Mit Spelly eine Sprache richtig sprechen
Zwei Master-Studierende der ZHAW School of Engineering entwickelten mit Spelly eine Anwendung, die beim Sprachenlernen gezielt die Aussprache fördert. Spelly überzeugte auch in der Entrepreneurship Initiative und wurde ins Mentoring-Programm aufgenommen.
Vor eineinhalb Jahren kamen Zobaer Ahmed und Alex Fustagueras von ihrer Universität in Spanien, wo sie Aerospace Engineering studierten, nach Winterthur, um hier den Master in Data Science abzuschliessen. Nebst dem Studium an der ZHAW School of Engineering arbeiten die beiden als Wissenschaftliche Assistenten, Zobaer Ahmed am Institut für Data Science (IDS) und Alex Fustagueras am Zentrum für Aviatik (ZAV). Nach ihrer Ankunft begannen sie, mit bekannten Tools Deutsch zu lernen. Mit den Basics der Sprache fühlten sie sich schnell wohl, aber etwas fehlte. «Wir versuchten, Grüezi zu sagen wie die Personen in der Schweiz und scheiterten», sagen die beiden, «die korrekte Aussprache fehlte uns beim Sprachenlernen.»
Selbst eine Lösung erstellt
Sie starteten mit der Suche nach Tools, die helfen, die Aussprache gezielt zu verbessern und fanden nur teure Optionen. Also begannen Zobaer Ahmed und Alex Fustagueras selbst damit, eine Anwendung zu erstellen. Sie kreierten «Spelly» und programmierten ein Tool, das Audio aufnimmt, mit KI auswertet und Feedback gibt. Mit Spelly können Nutzer:innen in der Zielsprache hören, wie ein Wort oder ein Satz klingt und wie der Mund zur Aussprache positioniert werden muss. Nach der Aufnahme gibt Spelly zu jedem phonetischen Teil des Satzes eine individuelle Rückmeldung, ob es korrekt oder nicht korrekt ausgesprochen wurde. Und gibt Tipps, wie die Aussprache verbessert werden kann. Spelly ist aktuell in sechs Sprachen verfügbar.
Support durch die Entrepreneurship Initiative
Im Dezember 2025 wurde Spelly ins Mentoring Programm der Entrepreneurship Initiative der ZHAW School of Engineering aufgenommen. «Ich erfuhr von der Entrepreneurship Initiative auf Postern an der ZHAW und Helmut Grabner ist mein Vorgesetzter am IDS», sagt Zobaer Ahmed, «ich kontaktierte ihn und pitchte Spelly. Er war interessiert und wir durften uns auf die Suche nach Mentoren fürs Programm machen.» Auch in dieser Rolle wurden sie direkt bei Helmut Grabner selbst fündig. «Als Mentor bringt er wertvolle betriebswirtschaftliche Fachkenntnisse in das Projekt ein und unterstützt uns über die Produktentwicklung hinaus in Bereichen wie Geschäftsideen, Soft Skills, Business-Planung und der Vorbereitung von Pitches. Ausserdem motiviert er uns, weiterzumachen.»
«Wir wollen das Erlebnis verbessern»
Zobaer Ahmed und Alex Fustagueras wollen Spelly nun auf dem Markt platzieren: «Wir kontaktieren Sprachschulen, um Spelly zu testen. Ausserdem sprechen wir mit Unternehmen und suchen innerhalb der ZHAW nach Anwendungsmöglichkeiten.» Auch das Produkt selbst soll weiterentwickelt werden. «Die Grundarchitektur steht, nun möchten wir das Lernerlebnis verbessern. Dafür integrieren wir Gamification-Ansätze und eine Rollenspiel-Option, welche Szenarien aus der echten Welt nachspielt.»
Der genaue Plan für die Zukunft von Zobaer Ahmed und Alex Fustagueras hängt auch vom Erfolg von Spelly ab. «Wir müssen die Finanzierung klären und das Produkt am Markt verkaufen können.» Für die Förderung von Spelly bewerben sie sich bei unterschiedlichen Startup-Programmen und Venture-Organisationen, langfristig wollen sie aber Einnahmen über den Verkauf des Produkts generieren. «Unser Ziel ist, dass wir irgendwann Vollzeit für Spelly arbeiten können, etablierte Partnerschaften haben und dabei Geld verdienen. Wir wollen im Kopf der Leute sein, wenn es darum geht, die Aussprache zu verbessern.»