Bewerbungsunterlagen
Auf dieser Seite erfahren Sie, worauf es bei einem klar strukturierten und zeitgemässen Lebenslauf ankommt, wie Sie Ihre Motivation in einem Bewerbungsschreiben authentisch und überzeugend vermitteln und welche Arbeitszeugnisse, Diplome und weiteren Dokumente Ihr Bewerbungsdossier sinnvoll ergänzen.
Ihre Bewerbungsunterlagen sind Ihre persönliche Visitenkarte und entscheiden häufig darüber, ob Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Personalverantwortliche haben für die erste Sichtung eines Lebenslaufs meist nur wenig Zeit. Umso wichtiger ist es, dass Ihr Bewerbungsdossier auf den ersten Blick überzeugt und gezielt auf die angestrebte Stelle zugeschnitten ist.
Anleitung Bewerbungsunterlagen (PDF 350 kB)Checkliste Lebenslauf/CH (PDF 170 kB)Muster Lebenslauf (PDF 183 kB)
Was ist in der Schweiz beim Erstellen des Lebenslaufs/CV zu beachten?
In der Schweiz ist der Lebenslauf (CV) das Herzstück deiner Bewerbung und wird von Personalverantwortlichen oft als Erstes und sehr schnell (teilweise in 10 bis 60 Sekunden) gesichtet. Er muss daher präzise, übersichtlich und auf den Schweizer Standard angepasst sein.
Hier die wichtigsten Punkte, die Sie beachten müssen:
Aufbau und Struktur
- Reihenfolge: Der Lebenslauf wird anti-chronologisch aufgebaut. Das heisst, Ihre aktuelle oder letzte Tätigkeit steht zuoberst, gefolgt von den vorherigen Stationen. Dasselbe gilt für die Ausbildung.
- Länge: In der Regel sollte der CV 1 bis 2 Seiten umfassen. Nur bei Personen mit sehr viel Erfahrung oder akademischer Laufbahn (z. B. Doktoranden) sind bis zu 3 Seiten akzeptabel.
- Design: Ein einfaches, klares Layout wird bevorzugt. Vermeiden Sie zu komplexe Grafiken, da diese von automatischen Bewerbermanagementsystemen (ATS) oft nicht gelesen werden können.
Schweizer Besonderheiten («Swiss Finish»)
Es gibt kulturelle und formale Unterschiede zu anderen deutschsprachigen Ländern, die Sie zwingend beachten sollten:
- Kein «ß»: In der Schweiz wird das «Scharfe S» (ß) nicht verwendet. Schreiben Sie stattdessen immer «ss» (z. B. Strasse, Fussball, gross), sonst wirken Sie, als hätten Sie die Bewerbung nicht angepasst.
- Notenskala: Die Schweizer Notenskala läuft von 1 bis 6, wobei 6 die beste Note ist. Wenn Sie ausländische Noten angeben (z. B. aus Deutschland, wo 1 die beste Note ist), sollten Sie dies erklären (z. B. «Note 1.5, entspricht 'sehr gut'»), um Missverständnisse zu vermeiden.
- Keine Unterschrift: Anders als in Deutschland ist es in der Schweiz nicht üblich, den Lebenslauf zu unterschreiben. Auch das Datum auf dem CV ist nicht zwingend erforderlich.
- Arbeitszeugnisse: In der Schweiz haben Arbeitszeugnisse einen extrem hohen Stellenwert. Sie gehören zwingend in den Anhang der Bewerbung («Bewerbungsdossier»).
Inhaltliche Bestandteile
Ein vollständiger Schweizer CV enthält folgende Rubriken:
A. Persönliche Angaben
- Name, Adresse, Telefonnummer (nur eine), professionelle E-Mail-Adresse.
- Geburtsdatum: Wird in der Schweiz erwartet.
- Nationalität & Bewilligung: Geben Sie Ihre Nationalität an. Nicht-Schweizer sollten ihren Aufenthaltsstatus (z. B. Bewilligung B oder C) sowie die Arbeitsbewilligung angeben.
- Zivilstand und Kinder: Diese Angabe ist optional, aber in der Schweiz immer noch verbreitet.
B. Bewerbungsfoto
- Obwohl rechtlich keine Pflicht, ist ein Foto in der Schweiz sehr üblich und kann Sympathie wecken und den ersten Eindruck massgeblich prägen.
- Investieren Sie in ein professionelles Bild vom Fotografen (keine Selfies oder Automatenbilder).
C. Kurzprofil (Optional)
Ein kurzes Profil (3–4 Sätze) zu Beginn des CVs, dass Ihre Kompetenzen und Ziele zusammenfasst, wird immer beliebter und bietet die Möglichkeit, sich von anderen Bewerber:innen abzuheben und in Erinnerung zu bleiben.
D. Berufserfahrung
- Listen Sie Arbeitgeber, Ort, Zeitraum (Monat/Jahr) und Ihre Funktion auf.
- Beschreiben Sie Ihre Tätigkeiten stichwortartig (3 Bullet Points) und nennen Sie konkrete Erfolge oder Projekte.
E. Ausbildung
- Abschlüsse, Institutionen, Orte und Zeiträume (Monat/Jahr).
- Bei Berufseinsteigern können hier auch relevante Schwerpunkte oder das Thema der Abschlussarbeit (inkl. Note) genannt werden.
F. Kompetenzen (Skills)
- Sprachen: Geben Sie Ihr Niveau idealerweise nach dem Europäischen Referenzrahmen (A1–C2) an (z. B. Englisch C1). Nennen Sie Ihre Muttersprache zuerst.
- IT-Kenntnisse: Listen Sie Programme auf, die Sie beherrschen, auch mit Niveauangabe (Einsteiger, …, Experte).
G. Hobbys & Interessen
Nennen Sie 2–3 spezifische Hobbys. Dies gibt dem CV eine persönliche Note und kann als Eisbrecher im Gespräch dienen. Vermeiden Sie generische Begriffe wie «Lesen», sondern werden Sie konkret (z. B. «Reisen durch Südamerika»).
H. Referenzen
Es ist üblich, «Referenzen auf Anfrage» am Ende zu vermerken. Nennen Sie hier jedoch keine Namen, sondern bringen Sie die Kontaktliste dann zum Gespräch mit. Fragen Sie die Referenzpersonen im Vorfeld an und informieren Sie sie darüber für welche Stelle Sie sich bewerben und welche Kompetenzen im neuen Arbeitsumfeld gefragt sind. So können sie sagen, wo diese gezeigt wurden.
Technische Optimierung
- Speichern Sie den Lebenslauf als PDF, um Formatierungsfehler beim Empfänger zu vermeiden.
- Benennen Sie die Datei eindeutig, z. B. Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf.
Wie gehe ich damit um, wenn ich die Anforderungen im Inserat nicht ganz erfülle?
Es ist vollkommen normal, dass Sie nicht alle Anforderungen eines Stelleninserats zu 100 % erfüllen. Tatsächlich suchen Unternehmen oft nach einem Idealbild (der «eierlegenden Wollmilchsau»), das in der Realität selten existiert.
Sie können strategisch wie folgt vorgehen:
1. Analyse: Unterscheide zwischen «Muss» und «Kann»
Nicht alle Anforderungen sind gleich wichtig. Analysieren Sie das Inserat genau und unterteilen Sie die Kriterien in zwei Kategorien:
- Muss-Anforderungen (Must-have): Diese sind für die Stelle zwingend notwendig. Sie erkennen diese an Formulierungen wie «Voraussetzung sind», «erwarten wir», «zwingend erforderlich» oder «du bringst mit». Wenn Ihnen hier wesentliche Punkte fehlen (z. B. eine bestimmte Ausbildung), sinken die Chancen deutlich.
- Kann-Anforderungen (Can-have): Diese sind wünschenswert, aber optional. Achten Sie auf weiche Formulierungen wie «idealerweise», «wünschenswert», «von Vorteil» oder «hilfreich wäre zudem». Diese Kriterien dienen oft dazu, zwischen mehreren geeigneten Kandidaten zu entscheiden.
2. Die 70%-Regel anwenden
Als Faustregel gilt: Wenn Sie die Muss-Anforderungen erfüllen und insgesamt etwa 70 % des gesamten Anforderungsprofils abdecken, sollten Sie sich unbedingt bewerben. Vielleicht haben Sie gewisse der gefragten Kompetenzen privat geübt (z.B. Führungserfahrung als Pfadileiter oder im Militär) oder Sie melden sich zu einem Kurs an.
- Lassen Sie sich nicht abschrecken, wenn Sie nicht jeden Punkt erfüllen. Besonders Frauen neigen oft dazu, sich nur zu bewerben, wenn sie die Kriterien fast vollständig erfüllen – trauen Sie sich, das Schlimmste, was passieren kann, ist eine Absage.
- Wenn Sie die Muss-Kriterien erfüllen, aber einige Kann-Kriterien fehlen, bewerben Sie sich trotzdem.
3. Strategie für das Bewerbungsschreiben
Wenn Sie das Anschreiben verfassen, ist die goldene Regel: Thematisieren Sie keine Defizite.
- Fokus auf Stärken: Erwähnen Sie niemals explizit, dass Sie eine geforderte Kompetenz nicht besitzen. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf das, was Sie mitbringen, und heben Sie andere Kompetenzen und Stärken hervor, die für das Unternehmen nützlich sein könnten.
- Bezug herstellen: Versuchen Sie, eine Verbindung zwischen Ihren vorhandenen Fähigkeiten und den Anforderungen herzustellen. Wenn Ihnen beispielsweise 5 Jahre Erfahrung fehlen, Sie aber 1 Jahr intensive Erfahrung haben, betonen Sie, was Sie in diesem Jahr erreicht haben.
- Lernbereitschaft: Zeigen Sie, dass Sie bereit sind, fehlendes Wissen schnell anzueignen. Dies kann fehlende Hard Skills oft ausgleichen.