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Finanzen, Raumplanung und Personal fordern Schweizer Gemeinden und Städte heraus

Ein stabiler Finanzhaushalt, vorausschauende Raumplanung und gutes Personal beschäftigen Schweizer Gemeinden und Städte strategisch am stärksten. Eine neue ZHAW-Studie zeigt, dass strategische Planung in den Gemeinden breit verankert ist und als wirksames Steuerungsinstrument wahrgenommen wird.

Luftaufnahme der berner Gemeinde Grosshöchstetten

Die bedeutendsten strategischen Herausforderungen sind in abnehmender Reihenfolge (gemessen an der Anzahl Nennungen) ein stabiler Finanzhaushalt (94 Nennungen), die Raumplanung (74 Nennungen) sowie die Personal- und Organisationsentwicklung (70 Nennungen). Ebenfalls häufig werden die Digitalisierung und digitale Transformation (32 Nennungen), das Bevölkerungswachstum (32 Nennungen) sowie die Schulraumplanung (32 Nennungen) als strategische Herausforderungen genannt.

Allgemein wird die Flexibilität im gesamten Strategieprozess als wichtiger Aspekt genannt. «84 Prozent geben an, dass sie darauf achten, in der strategischen Planung flexibel zu bleiben, um auf neue Entwicklungen reagieren zu können», sagt ZHAW-Expertin Caroline Brüesch.

Gemeinde und Städte setzen auf Strategische Steuerung

Die strategischen Planungsbemühungen werden von einer grossen Mehrheit der Gemeinden und Städte als wertvoll erachtet. 81 Prozent der Befragten geben an, dass der Nutzen die Kosten und den Aufwand überwiegt. Dabei sind die strategische Planung und finanzielle Steuerung eng miteinander verknüpft. 85 Prozent der Gemeinden geben an, dass ihr Budget die strategischen Ziele widerspiegelt. Zudem berichten 78 Prozent, dass neue Ausgaben gezielt auf die Erreichung strategischer Ziele ausgerichtet werden.

Strategie bleibt vor allem Sache von Exekutive und Verwaltungsspitze

«Die Strategieprozesse in den befragten Schweizer Gemeinden und Städten sind gut verankert und werden primär von Exekutive (96 Prozent) und Verwaltungsführung (87 Prozent) getragen.», erklärt Brüesch die Ergebnisse. Mitarbeitende ohne Führungsfunktion (21 Prozent), die Legislative (28 Prozent) und die Bevölkerung (25 Prozent) werden deutlich seltener in Strategieprozesse einbezogen. Die Umsetzung wird teilweise über klare Verantwortlichkeiten und Leistungskennzahlen gesteuert. 48 Prozent der Gemeinden machen die Verwaltungsleitung für die Strategieumsetzung verantwortlich. Leistungskennzahlen zur Nachverfolgung strategischer Ziele nutzen 29 Prozent, und 36 Prozent koppeln die Beurteilung von Führungspersonen an die Zielerreichung.

Die neue ZHAW-Studie zeigt erstmals eine schweizweite Bestandsaufnahme des Strategieprozesses in Schweizer Gemeinden und Städten mit mehr als 5000 Einwohner:innen. 184 Gemeinden und Städte haben schweizweit in allen Sprachregionen an der Online-Umfrage teilgenommen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 43 Prozent. Die Ergebnisse bieten eine schweizweite Bestandsaufnahme und unterstützen Gemeinden und Städte dabei, ihre eigenen Strategieprozesse zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Kontakt

Mirjam Schwarz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, ZHAW School of Management and Law, +41 58 934 77 27, mirjam.schwarz@zhaw.ch

ZHAW Medienstelle, +41 58 934 75 75, medien@zhaw.ch