Dysmenorrhoe im Fokus (Dysmenorrhoe)
Dysmenorrhoe bezeichnet starke Schmerzen während der Menstruation und betrifft über 87% der jungen Frauen in der Schweiz, doch Wissen und Versorgung sind lückenhaft. Das Projekt untersucht Menstruationsgesundheit, Gesundheitskompetenz und Versorgung bei 16- bis 20-Jährigen und schafft Grundlagen für wirksame Schmerzprävention.
Beschreibung
Dysmenorrhoe, definiert als schmerzhafte Menstruation, ist die weltweit häufigste gynäkologische Beschwerde und betrifft in der Schweiz über 87% der jungen Frauen. Neben starken Schmerzen können körperliche und psychische Begleitsymptome die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Dysmenorrhoe führt häufig zu Schul- und Arbeitsabsenzen sowie zu Präsentismus und kann bei unzureichender Behandlung zur Chronifizierung von Schmerzen beitragen.
Trotz wirksamer Behandlungsmöglichkeiten bestehen Versorgungslücken: Beschwerden werden teilweise bagatellisiert, Therapien unzureichend eingesetzt und Beratungsangebote aufgrund finanzieller, struktureller oder kommunikativer Hürden nicht in Anspruch genommen. Gleichzeitig verfügen viele junge Frauen nur über begrenzte Kenntnisse zur Menstruationsgesundheit. Für die Schweiz fehlen bislang umfassende Daten zur Gesundheitskompetenz, zur medizinischen Versorgung und zu den Beratungsmöglichkeiten für junge Betroffene.
Das Projekt untersucht deshalb die Menstruationsgesundheit, die dysmenorrhoebezogene Gesundheitskompetenz und die Versorgungssituation von 16- bis 20-jährigen Frauen in der Schweiz. Um Chancengerechtigkeit und Partizipation als zentrale Grundsätze von Public Health zu berücksichtigen, orientiert sich das Projekt an der partizipativen Gesundheitsforschung. Eine Begleitgruppe aus Patientinnen-Expertinnen bringt die Perspektive und Lebensrealität der Betroffenen während des gesamten Forschungsprozesses ein.
Das methodische Vorgehen umfasst drei Arbeitspakete:
1. Situationsanalyse: Mit einem Mixed-Methods-Ansatz werden qualitative und quantitative Daten von Betroffenen, Erziehungsberechtigten, medizinischen Fachpersonen und weiteren Stakeholdern erhoben und zusammengeführt. Untersucht werden Gesundheitskompetenz, Versorgungserfahrungen, Beratungsangebote und bestehende Versorgungslücken.
2. Entwicklung von Massnahmen: Auf Grundlage der Situationsanalyse werden gemeinsam mit Betroffenen und Stakeholdern Vorschläge zur Stärkung der Gesundheitskompetenz und zur Verbesserung der Versorgung entwickelt. Dabei wird berücksichtigt, wie sich die Massnahmen in bestehende Bildungs- und Versorgungsstrukturen integrieren lassen.
3. Konsultation und Validierung: In einem Workshop diskutieren Patientinnen-Expertinnen und zentrale Stakeholder die Ergebnisse und Massnahmenvorschläge. Gemeinsam werden deren Relevanz, Umsetzbarkeit und Integrationspotenzial beurteilt.
Das Projekt schliesst damit eine bestehende Forschungs- und Versorgungslücke und schafft eine evidenzbasierte Grundlage für nachhaltige Präventionsmassnahmen.
Eckdaten
Projektleitung
Stellv. Projektleitung
Projektteam
Projektstatus
laufend, gestartet 09/2026
Institut/Zentrum
Institut für Physiotherapie (IPT); Institut für Pflege (IPF); Institut für Public Health (IPH)
Drittmittelgeber
Palatin-Stiftung