Bedürfnisgeleitete Pflege bei Personen mit Demenz in der Spitex: Kopartizipative Kompetenzentwicklung in der Erfassung, Veranschaulichung, Entscheidung und Überprüfung von Symptomen und Bedürfnissen in Echtzeit (eSENIORS-Kompetent)
Beschreibung
Hintergrund
Viele Menschen mit Demenz werden ambulant von Spitexbetrieben versorgt. Sie haben oft viele körperliche, emotionale, soziale oder praktische Beschwerden und Bedürfnisse. Die Demenz ist in diesem Sinne als lebenslimitierende Krankheit zu verstehen.
Um die häufig unerkannten Bedürfnisse besser erfassen zu können, eignen sich personenzentrierte Messinstrumente. Mit der Integrated Palliative Care Outcome Scale - Dementia (IPOS-Dem) steht hierfür ein international entwickeltes und validiertes Instrument zur Verfügung, das allgemeine palliative und demenzspezfische Bedürfnisse abbildet.
Pflegende aus Spitex-Betrieben wünschen sich Unterstützung in der Erkennung von Bedürfnis- und Problemlagen bei Menschen mit Demenz. Zu diesem Zweck sollen Behandlungshilfen mit praktischen Handlungsanweisungen für wichtige Symptome der Demenz erstellt werden.
Ziele / Fragestellung
Das Ziel ist es, die allgemeine Palliativversorgung von Menschen mit Demenz aufzubauen und zu stärken.
Die Durchführung des Projekts ist in drei Arbeitspaketen geplant. Diese haben jeweils folgende Ziele:
Arbeitspaket 1: Das Ziel in diesem Arbeitspaket ist die kopartizipative Entwicklung einer palliativen Best-Practice-Behandlungshilfe für 3-4 priorisierte Palliativbedürfnisse. Zudem soll evidenz- und theoriebasiertes logisches Modell der Intervention kopartizipativ entwickelt werden.
Arbeitspaket 2: In diesem Arbeitspaket sollen Barrieren und förderliche Faktoren für die Implementierung der Intervention und Behandlungshilfen in den einzelnen Spitexbetrieben erfasst werden. Weiterhin sollen Schulungsmaterialien und die Implementation begleitende Massnahmen erstellt werden und die Rolle des ‘Clinical Champions’ entwickelt werden.
Arbeitspaket 3: Ziel dieses Arbeitspakets ist es, die Machbarkeit der entwickelten Intervention zu explorieren. Hierbei werden auch Auswirkungen auf die Pflegenden und den Arbeitsalltag beobachtet.
Methode
Im Arbeitspaket 1 wird ein qualitatives, partizipatives Forschungsdesign zur Vorbereitung der Implementierung einer bedürfnisgeleiteten palliativen Pflegeintervention für Menschen mit Demenz in der Spitex verfolgt. Das Arbeitspaket 1 besteht aus einer systematischen Literaturübersicht, vier Co-Design-Workshops mit unterschiedlichen Interessensgruppen inklusive Delphi-Methoden zur Priorisierung der Symptome, der Entwicklung der palliativen Best-Practice-Behandlungshilfen und der Ausarbeitung und Adaptation des logischen Modells.
Das Arbeitspaket 2 verfolgt dasselbe Design wie das Arbeitspaket 1. Zentrale Elemente sind Co-Design und Kopartizipation mit Pflegenden aller Ausbildungsstufen, welche aktiv an der Entwicklung und Evaluation der Intervention mitwirken. Der methodische Zugang folgt einem iterativen, zyklischen Vorgehen gemäss Prinzipien der partizipativen Aktionsforschung und des Co-Designs.
Das Arbeitspaket 3 stellt die Überprüfung der Machbarkeit, Durchführbarkeit und Implementierungsgüte der Intervention „eSENIORS-Kompetent: Beobachten – Zuhören – Verstehen, was zählt“ anhand des RE-AIM-Ansatzes. Es wird sich hierbei an internationalen Leitlinien zur Durchführung von Pilot- und Machbarkeitsstudien orientieren.
(Erwartete) Resultate
Wir entwickeln eine praxisnahe Intervention, bei der Behandlungshilfen direkt im Alltag umgesetzt werden. Die Einführung erfolgt durch engagierte Teammitglieder, die gemeinsam im Team Verantwortung für die erfolgreiche Umsetzung übernehmen.
Das Projekt schliesst eine Versorgungslücke, stärkt die Rolle der Pflege im Team und schafft einen Ansatz, der auch für andere komplexe Situationen wie Multimorbidität oder Frailty nutzbar ist. So leisten wir gemeinsam einen Beitrag zu einer nachhaltigen, personenzentrierten Versorgung von Personen in der Spitex.
Eckdaten
Projektleitung
Stellv. Projektleitung
Projektteam
Projektstatus
laufend, gestartet 02/2026
Institut/Zentrum
Institut für Pflege (IPF)
Drittmittelgeber
Stiftung Pflegewissenschaft Schweiz