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Immediate Support for School Stress: A Digital Feedback System for Adolescents Soforthilfe bei Schulstress. Digitales Feedbacksystem für Jugendliche

Die Studie untersucht, wie Jugendliche tragbare Stresssensoren im Schulalltag wahrnehmen und akzeptieren. Sie analysiert Nutzer:innenfreundlichkeit, subjektive Stressmeldungen und Einstellungen zu personalisiertem digitalem Feedback, um jugendgerechte und datenschutzsensible Lösungen zu fördern.

Eine Zeichnung zeigt eine Schülerin, die auf ihre Smart-Uhr zeigt. Die Schülerin sitzt im Schulzimmer.

Ergebnis

Akzeptanz und Benutzerfreundlichkeit (Umfrage + Interviews):

  • Die meisten Schüler:innen empfanden den Sensor als unauffällig.
  • ~70 % gaben an, dass er den Unterricht nicht beeinträchtigte.
  • 80 % bemerkten die Sensoren bei ihren Mitschüler:innenn, empfanden dies jedoch in der Regel nicht als störend.
  • Die Schüler:innen gewöhnten sich schnell an das Tragen des Geräts, kritisierten jedoch dessen Grösse, Gewicht und Elektroden.
  • Es wurden keine grösseren Störungen oder sozialen Konflikte beobachtet; reibungslose Integration in den Unterricht.

Subjektive Stresswahrnehmung (Umfrage):

  • Die Stressskala wurde als einfach und hilfreich empfunden.
  • Die Doppeltipp-Funktion zum Markieren von subjektivem Stress wurde häufig genutzt und als Reflexionsinstrument wahrgenommen.

Atemübung (Umfrage):

  • Nur wenige Schüler:innen probierten die optionale 7-8-9-Methode aus, aber diejenigen, die dies taten, gaben in der Umfrage häufig an, sich danach ruhiger zu fühlen.

Erfahrungen und Einstellungen (Interviews):

  • Insgesamt positive Einstellung, geprägt von Neugier und Selbstbeobachtung.
  • Die Schüler:innen standen personalisierten Feedback-Systemen (z. B. Atemaufforderungen, Mikroübungen, haptische Vibration) offen gegenüber.

Verbesserungsvorschläge (Umfrage + Interviews)

  • Wünsche nach kleineren, leichteren und weniger sichtbaren Geräten.
  • Wunsch nach einem diskreteren und komfortableren Sensordesign.

Bedenken – Datenschutz (Interviews):

  • Jugendliche äusserten starke Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit.
  • Die Mehrheit akzeptierte einen möglichen Zugriff durch Lehrkräfte, wenn dieser zur Unterstützung und nicht zur Bewertung genutzt wird.

Beschreibung

Viele Jugendliche erleben zunehmenden Schulstress, doch es ist kaum erforscht, wie sie digitale Hilfsmittel wahrnehmen, die eine Echtzeit‑Unterstützung bei der Stressregulation ermöglichen sollen. Das Projekt untersucht daher die Akzeptanz, Erfahrungen und Bedenken von Jugendlichen gegenüber tragbaren Stresssensoren sowie ihre Offenheit für personalisiertes digitales Feedback im Schulalltag.

Die Studie wurde als exploratives Mixed‑Methods‑Design im Mai 2025 in zwei Klassen der Sekundarstufe I der deutschsprachigen Schweiz durchgeführt. Insgesamt nahmen 25 Jugendliche (12–15 Jahre) freiwillig und mit elterlicher Zustimmung teil; 22 absolvierten die Stressmessung mit Wearables und 18 beteiligten sich an kurzen, halbstrukturierten Interviews.

Das Vorgehen umfasste mehrere Schritte:

  • Physiologische Stressmessung: Die Jugendlichen trugen während des regulären Unterrichts EDA‑Sensoren (ohne Sport‑ und Praxisfächer).
  • Befragungen: Nach jeder Lektion füllten sie kurze Online‑Fragebögen (Unipark) zu Stresswahrnehmung, Unterrichtserleben und Akzeptanz aus; am Tagesende folgte eine ausführliche Abschlussbefragung.
  • Optionale Stressreduktion: Beim Melden von Stress konnten sie eine kurze 7‑8‑9‑Atemtechnik anwenden.
  • Interviews: Halbstrukturierte 4–6‑minütige Interviews erfassten Erfahrungen, Akzeptanz, Bedenken und Verbesserungsvorschläge.

Ziel des Projekts ist es, subjektive und physiologische Stressindikatoren zusammenzuführen, Nutzungserfahrungen und Akzeptanz zu bewerten und das Potenzial niedrigschwelliger, personalisierter digitaler Feedbacksysteme für die Stressregulation im Schulkontext zu prüfen.

 

Neben dem unten aufgeführten Projektteam, hat Anthony Klein Swormink, wissenschaftlicher Assistent ZHAW, am Projekt mitgewirkt.

Eckdaten

Projektleitung

Projektpartner

University Of Surrey; Universität Konstanz

Projektstatus

abgeschlossen, 02/2024 - 12/2024

Institut/Zentrum

Institut für Facility Management (IFM); Institut für Public Health (IPH); Institut für Computational Life Sciences (ICLS)

Drittmittelgeber

ZHAW digital / Digital Futures Fund for Research & Development (DFF for R&D)

Projektvolumen

20'000 CHF