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Sprachgrenzen als Motoren einer spezifischen Baukultur

Das Institut Urban Landscape am Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen wirbt substanzielle Projektförderung ein.

Baukultur ist stets regional ausgeprägt und spezifisch. Besonders lebendig äussert sich die qualitätsvolle Gestaltung der Umwelt dort, wo sprachliche Gegensätze und Lebensgewohnheiten aufeinandertreffen. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «Espaces Croisés: Baukulturelle Kontaktzonen an der Schweizer Sprachgrenze seit 1960» erforscht, wie sich am Schweizer «Röstigraben» eine eigene Planungskultur herausgebildet hat. Die vom Institut Urban Landscape gemeinsam mit der Universität Bern initiierte Untersuchung wird zusammen mit weiteren nationalen und internationalen Partnern durchgeführt und vom Schweizerischen Nationalfonds mit einem Beitrag von CHF 1 002 720 unterstützt. Projektstart ist Februar 2027.

Prof. Maxime Zaugg (ZHAW) und Prof. Silvia Berger Ziauddin (Universität Bern) fassen den besonderen Reiz der untersuchten Regionen rund um Delémont, Biel, Fribourg, im Saanenland und im Wallis folgendermassen zusammen: «Die deutsch-französische Sprachgrenze in der Schweiz ist eine kulturelle Kontaktzone, in der unterschiedliche baukulturelle Traditionen, räumliche Vorstellungen und gesellschaftliche Praktiken aufeinandertreffen. Espaces Croisés untersucht, wie diese Begegnungen Architektur, Städtebau und die räumliche Entwicklung der Schweiz bis heute prägen.»

 

Neue Perspektiven

Untersucht werden sprachliche und materielle Erscheinungsformen zur Baukultur – also Texte, Gesetze und Alltagspraktiken ebenso wie gebaute Artefakte und städtische Räume. Maxime Zaugg formuliert Methode und Ziele: «Mit «Espaces Croisés» verbinden wir historische Forschung mit aktuellen Fragen der Raumentwicklung. Die Erkenntnisse eröffnen neue wissenschaftliche Perspektiven und unterstützen Verwaltungen, Planungsbüros sowie weitere Akteurinnen und Akteure dabei, baukulturelle Vielfalt als Ressource für eine sozial gerechte und nachhaltige Transformation zu nutzen. Damit positioniert «Espaces Croisés» die Schweiz in einer internationalen Debatte über Baukultur, Interkulturalität und zukunftsfähige Räume.» Das Projekt sucht damit sowohl nach grundlegenden Erkenntnissen wie nach der Möglichkeit einer praxisnahen Wirkung in der Planungskultur.

Dies ist insofern von gesamtschweizerischer Bedeutung, als die untersuchten Regionen einem anhaltenden Wachstum und Urbanisierungsprozess ausgesetzt sind. Die Beantwortung der im Forschungsprojekt formulierten Fragen wird einen «Atlas baukultureller Kontaktzonen» hervorbringen und darüber hinaus zu einem besseren Verständnis allgemein der Planungskultur in Stadtlandschaften beitragen. Damit wird wissenschaftliches und kuratorisches Werkzeug sowie Orientierungswissen für Planung, Politik und Gesellschaft bereitgestellt.

Weitere Informationen: Espaces Croisés: Baukulturelle Kontaktzonen an der Schweizer Sprachgrenze seit 1960

 

Offene Stellen

Im Rahmen des Projekts sind an der ZHAW derzeit zwei wissenschaftliche Stellen ausgeschrieben (Postdoc und Doktorat). Weitere Informationen zu den beiden Ausschreibungen finden Sie unter den folgenden Links:

SNF-Postdoktorand:in 100 % – In Architektur und Städtebau

SNF-Doktorand:in (PhD) 100 % - In Architektur und Städtebau