Pilzdiversität im Royal Botanical Park von Bhutan mittels Boden‑eDNA‑Metabarcoding und visueller Kunst für Naturschutz und Kommunikation (ARTeDNA)
Beschreibung
Das ARTeDNA‑Projekt etabliert eine Zusammenarbeit zwischen der Forschungsgruppe Environmental Genomics and Systems Biology der ZHAW (Schweiz) und dem National Mushroom Center (NMC), Department of Agriculture, Ministry of Agriculture and Livestock (Bhutan), um die Makropilzdiversität mithilfe molekularer Methoden und visueller Kunst für die Wissenschaftskommunikation zu erforschen.
Die Wälder Bhutans beherbergen einzigartige Pilzgemeinschaften, doch Biodiversitätserhebungen basieren bislang hauptsächlich auf der Beobachtung von Fruchtkörpern – einer saisonalen und unvollständigen Methode. Trotz 15‑jähriger Arbeit im Rahmen des Myco‑Diversity Program des NMC sind schätzungsweise weniger als 5 % der Pilzvielfalt dokumentiert. Environmental DNA (eDNA) Metabarcoding bietet einen schnellen und skalierbaren Ansatz, um Pilztaxa aus Bodenproben zu erfassen und ein umfassenderes Bild der Pilzdiversität zu gewinnen.
Im einjährigen Projekt werden zwei bis drei Waldstandorte ausgewählt, die verschiedene ökologische Zonen innerhalb des Royal Botanical Park (RBP) in Lamperi repräsentieren.
Bodenproben werden gesammelt und für die DNA‑Extraktion sowie das ITS‑Metabarcoding von Makropilzen aufbereitet. Die DNA‑Extraktion erfolgt am College of Natural Resources (CNR), das Sequencing an der ZHAW, und die Bioinformatik wird gemeinsam mit dem NMC durchgeführt.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Kapazitätsaufbau:
Die bhutanischen Partner werden in Probenahme, DNA‑Extraktion, Bibliotheksvorbereitung, Nanopore‑Sequenzierung und Dateninterpretation geschult. Die Zusammenarbeit umfasst gegenseitige Besuche sowie hybride Treffen, um einen nachhaltigen Wissensaustausch zu gewährleisten.
Visuelle Dokumentation und künstlerische Interpretation der Pilzdiversität Bhutans sowie des Probenahmeprozesses sollen die interdisziplinäre Wirkung verstärken.
Diese Outputs unterstützen die Wissenschaftskommunikation durch Ausstellungen, Bildungsmaterialien und digitales Storytelling und fördern so das öffentliche Engagement sowie das Bewusstsein für Biodiversitätsschutz.
Erwartete Ergebnisse sind ein Pilotdatensatz zur Makropilzdiversität, ein standardisiertes Boden‑eDNA‑Protokoll für Bhutan, der Aufbau lokaler Fachkompetenz sowie ein gemeinsamer Bericht oder eine Kurzpublikation.
Das Projekt schafft die Grundlage für gross angelegte Biodiversitätsmonitoring‑ und Naturschutzinitiativen, stärkt die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Bhutan und trägt zum nationalen wie globalen Wissen über Pilzdiversität bei.
Eckdaten
Projektleitung
Co-Projektleitung
Sabitra Pradhan (National Mushroom Center)
Projektteam
Nicola Rhyner, Simone Monhart Wüthrich (Zürcher Hochschule der Künste ZHdK), Anna Bürgisser (Zürcher Hochschule der Künste ZHdK)
Projektpartner
Zürcher Hochschule der Künste ZHdK / Knowledge Visualization; National Mushroom Center / Ministry of Agriculture and Livestock, Department of Agriculture
Projektstatus
laufend, gestartet 03/2026
Institut/Zentrum
Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen (IUNR)
Drittmittelgeber
EU und andere Internationale Programme
Projektvolumen
35'000 CHF