SBB Furniture Upgrade
Entwicklung eines Umbau‑Designs für ausrangierte Aktenschränke der SBB und Umsetzung gemeinsam mit der Arbeitsintegrationswerkstätte der SBB. Ergänzend werden eine Ökobilanzierung erstellt sowie eine Umbauanleitung ausgearbeitet.
Beschreibung
Die SBB verfügen über grössere Bestände an Büromöbeln, um rasch und flexibel auf sich ändernde Bedürfnisse bei der Immobilienbewirtschaftung eingehen zu können. Denn spätestens seit der Pandemie verändern sich die Arbeitsplatz-Settings dynamisch. Es gilt für die Betreiber:innen, immer wieder den richtigen Mix aus festen und flexiblen Arbeitsplätzen für remote und on-site Arbeit, in Teilzeit und wechselnden Teams, bereitzustellen. Mit der Auflösung der persönlichen Arbeitsplätze stellt sich für manche Mitarbeitende die Frage nach ihrem „Identitätsort“ bei der Arbeit und, ganz praktisch, die der Aufbewahrung von persönlichen Gegenständen.
Auf technischer Ebene hat die fortschreitende Digitalisierung zwar noch nicht zum papierlosen Büro, aber zu einer Veränderung der Datenablage geführt: wenn auch noch punktuell im Einsatz, gehören Aktenschränke und Hängeregistraturen definitiv nicht mehr zur festen Ausstattung zeitgemässer Arbeitsplätze. Die Digitalisierung von Akten, genauer von Plansätzen, gehört auch zum Tätigkeitsbereich von SBB Anyway. In dem auf sechs Standorte in der Schweiz verteilten Arbeitsintegrationsprogramm werden Mitarbeitende mit temporär oder langfristig eingeschränkten Fähigkeiten für ein breites Spektrum an Tätigkeiten eingesetzt: von der Sattlerei für Reparatur- und Massanfertigungsarbeiten im Tessin über die „zentrale Wäscherei für alles Orange“ in Zürich, die schweizweite Recyclingstelle in Trimbach bei Olten hin zum Standort Winterthur, in dem traditionellerweise Relais für die Instandstellung demontiert wurden. Nebst der direkten Wertschöpfung durch Dienstleistungen für die SBB und externe Auftraggebende hat die weitere Beschäftigung Vorbildcharakter und ist vor allem auch sozial sehr nachhaltig, da sie den Mitarbeitenden erlaubt, „im Job“ zu bleiben, sich gegebenenfalls weiterzubilden und weiterhin, identitätsstiftend, ein nützliches Mitglied der „Familie SBB“ zu sein. Wie die Akten sind aber auch die mechanischen Relais ein Auslaufmodell, so dass der Standort Winterthur auf der Suche nach neuen Tätigkeitsfeldern ist.
Am Institut Bautechnologie und Prozesse (IBP), am Departement Architektur, Gestaltung und Bauinigenieurwesen der ZHAW, untersuchen wir, wie mit digitalen Werkzeugen aus Materialien mit wenig grauer Energie – wiederverwendeten Materialien – hochwertige neue, zirkuläre Bauteile und Inneneinrichtungskomponenten erstellt werden können. Gleichzeitig möchen wir aufzeigen, wie diese neuen Prozesse im Vergleich zum „business as usual“ abschneiden.
Eckdaten
Projektleitung
Yves Ebnöther, Heike Kiefer (Schweizerische Bundesbahnen SBB)
Projektpartner
Schweizerische Bundesbahnen SBB
Projektstatus
abgeschlossen, 01/2025 - 12/2025
Institut/Zentrum
Institut Bautechnologie und Prozesse (IBP)
Drittmittelgeber
Schweizerische Bundesbahnen SBB
Projektvolumen
20'000 CHF