Dr. Chiller – Immersives AR-Framework für den First-Level-Wartungssupport (CHILLER)
Dr. Chiller entwickelt ein modulares, hardwareneutrales IKT-Framework mit AAS-Gateway zur Vernetzung von Industrieanlagen und digitalen Zwillingen. Mittels IoT, KI und AR werden prädiktive Wartung sowie die Integration von Lebenszyklusdaten ermöglicht.
Beschreibung
Lead
Das Projekt Dr. Chiller transformiert Industrieanlagen in intelligente, vernetzte Assets. Durch die Kombination eines eingebetteten Digitalen Zwillings mit Augmented Reality (AR) und Künstlicher Intelligenz (KI) ermöglicht das Projekt prädiktive Wartung und geführten Support vor Ort. Dieser innovative Ansatz reduziert ungeplante Stillstandzeiten und befähigt das Personal, komplexe technische Fehler eigenständig zu beheben.
Hintergrund
Die industrielle Wartung steht derzeit vor grossen Herausforderungen durch den Mangel an Fachkräften und reaktive Serviceprozesse, die zu kostspieligen Produktionsunterbrechungen führen. Viele Unternehmen kämpfen mit mangelnder Transparenz über den Zustand ihrer Maschinen während des gesamten Lebenszyklus. Bestehende Unterstützungswerkzeuge wie Handbücher oder Standard-AR-Anwendungen bieten oft nur statische Anweisungen, die nicht auf den tatsächlichen Zustand der Maschine reagieren. Dr. Chiller schliesst diese Lücken durch eine direkte Echtzeitverbindung zwischen physischen Industrieanlagen und ihren digitalen Repräsentationen.
Ziele
Das Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung eines skalierbaren IKT-Frameworks (Informations- und Kommunikationstechnologie), das die Servicequalität und Energieeffizienz verbessert. Zu den spezifischen Zielen gehören:
- Reduzierung von Ausfallzeiten: Die Lösung strebt eine Verringerung der ungeplanten Maschinenstillstände an.
- Schnellere Reparaturen: Die mittlere Reparaturzeit (MTTR) soll durch verbesserte Diagnosen gesenkt werden.
- Unterstützung der Belegschaft: Durch AR-geführte Arbeitsabläufe kann weniger erfahrenes Personal sichere und effektive First-Level-Wartungsarbeiten durchführen.
- Standardisierung: Die Implementierung einer Verwaltungsschale (Asset Administration Shell, AAS) gewährleistet, dass Gerätedaten gemäss modernen Industrie 4.0-Standards zugänglich und sicher sind.
- Nachhaltigkeit: Kontinuierliche Überwachung zielt darauf ab, die Energieeffizienz zu verbessern.
Vorgehen
Das Projekt führt die Technologie von Laborprototypen zu einem in realen Industrieumgebungen validierten System. Der Ansatz integriert mehrere technische Ebenen:
- Eingebettetes Gateway: Ein industrietaugliches Hardware-Gateway wird entwickelt, um die Verwaltungsschale (AAS) direkt an der Maschine bereitzustellen.
- Edge-KI: Leichtgewichtige Modelle der Künstlichen Intelligenz (KI) werden in das Gateway integriert, um Anomalien zu erkennen und den Maschinenzustand lokal zu bewerten.
- Dynamische AR-Interaktion: Es wird eine zustandsabhängige AR-Anwendung erstellt, die auf Live-Maschinendaten reagiert, um eine Echtzeit-Anleitung zur Fehlerbehebung zu bieten.
- Industrielle Validierung: Das Framework wird über mehrere Monate an industriellen Kühlsystemen getestet und verfeinert, um Robustheit und Marktreife sicherzustellen.
- Service-Innovation: Die technische Basis ermöglicht neue Geschäftsmodelle wie „Cooling as a Service“ (CaaS), bei dem Kunden für die Leistung statt für den Besitz der Anlage bezahlen.
Eckdaten
Projektleitung
Marcin Sadurski, Kévin Grivet (SMC Schweiz AG)
Stellv. Projektleitung
Alessandro Grizzeti (SMC Schweiz AG)
Co-Projektleitung
Projektteam
Projektpartner
SMC Schweiz AG
Projektstatus
Start bevorstehend, 04/2026
Institut/Zentrum
Institut für Mechatronische Systeme (IMS)
Drittmittelgeber
Innosuisse Innovationsprojekt
Projektvolumen
694'720 CHF