The Sensory Workplace Puzzle: Which Stimuli Are Perceived as Most Disruptive by Autistic Employees?
Autismus geht mit Unterschieden in der sensorischen Verarbeitung einher, die das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz beeinträchtigen können. Die wahrgenommene Kontrolle über die Umgebung könnte ein wichtiger Mechanismus sein, der sensorische Barrieren mit arbeitsbezogenen Ergebnissen bei autistischen Mitarbeitern verbindet.
Ergebnis
Die Ergebnisse zeigten, dass soziale und akustische Reize die größten Barrieren darstellten. In den offenen Textantworten wurden begrenzter persönlicher Raum, hohe soziale Dichte und akustische Störungen (z. B. Hintergrundgeräusche und konkurrierende Geräusche sowie leise, sich wiederholende Geräusche) hervorgehoben. Sensorische Barrieren wurden mit geringerer Arbeitszufriedenheit, geringerer Arbeitsleistung (technisch und sozial) und geringerer Selbstwirksamkeit in Verbindung gebracht, wobei die wahrgenommene Umweltkontrolle diese Beziehung vermittelte. Die Auswirkungen waren gering bis mässig.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass soziale und auditive Reize in Büroumgebungen besonders problematisch erscheinen und die wahrgenommene Kontrolle über die Umgebung ein wichtiger Mechanismus sein könnte, der sensorische Barrieren mit arbeitsbezogenen Ergebnissen bei autistischen Mitarbeitern verbindet.
Die Studie wird u.a. an zwei Konferenzen vorgestellt:
- Transdisciplinary Workplace Research Conference 2026 (TWR), Zurich, 2-5 September 2026
- International Association for People-Environment Studies (IAPS) Conference 2026, Guildford, 29 June - 3 July 2026: Symposium "Neuroinclusion by Design: "Creating Organizational Environments That Benefit All", run by Clara Weber & Luca Franko ELTE, Budapest
Beschreibung
Autismus geht mit Unterschieden in der sensorischen Verarbeitung einher, darunter Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Licht, Gerüchen und sozialer Nähe. Infolgedessen können Büroumgebungen als „wahre Qual” empfunden werden, was das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz beeinträchtigt. Obwohl Richtlinien für die Anpassung des Arbeitsplatzes den Umgang mit sensorischen Beeinträchtigungen empfehlen, ist die Evidenzbasis nach wie vor begrenzt, was die Notwendigkeit theoretisch fundierter Studien unterstreicht, die störende Reize und Mechanismen wie die wahrgenommene Kontrolle über die Umgebung identifizieren.
Diese Studie hatte folgende Ziele:
- Ermittlung der sensorischen Reize in Büroumgebungen, die von autistischen Mitarbeitern als grösste Hindernisse für gutes Arbeiten empfunden werden;
- Untersuchung, ob sensorische Barrieren mit Selbstwirksamkeit, Arbeitszufriedenheit und Arbeitsleistung zusammenhängen; und
- Überprüfung, ob die wahrgenommene Umweltkontrolle diese Zusammenhänge vermittelt.
Es wurde eine online-basierte Querschnittsumfrage unter autistischen Büroangestellten im Vereinigten Königreich (N = 206; 26–61 Jahre; 38 % Männer) aus verschiedenen Branchen, Funktionen und Bürotypen durchgeführt, wobei ein ICF-Ansatz zur Betrachtung von Umweltbarrieren zugrunde gelegt wurde. Die Rekrutierung erfolgte über verschiedene Quellen wie soziale Medien, nationale Wohltätigkeitsorganisationen und Prolific.
Eckdaten
Projektleitung
Projektteam
Kathrin Radtke, Prof. Dr. Yarker Joanna (Birkbeck, University of London), Prof. Dr. Louise Thomson (University of Nottingham), Elsa Baptista (University of Nottingham)
Projektpartner
Birkbeck, University of London; University of Nottingham
Projektstatus
abgeschlossen, 09/2021 - 09/2022
Institut/Zentrum
Institut für Facility Management (IFM)
Drittmittelgeber
Interne Förderung