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ZKM führt internationale ISO-Initiative an

Der neue internationale Standard soll die nachhaltige Transformation im Kultursektor entscheidend voranbringen. Im Rahmen des SNF-Forschungsprojekts Culture for the Planet hat das Zentrum für Kulturmanagement eine Initiative gestartet, um einen bestehenden Nachhaltigkeitsstandard gezielt an die Bedürfnisse von Kunst- und Kulturorganisationen abzustimmen.

Im Zentrum des Vorhabens steht die sektorale Anpassung der internationalen Norm ISO (International Organization for Standardization) 20121:2024. Diese Norm, ursprünglich für nachhaltiges Eventmanagement konzipiert, soll nun spezifisch für den Kultursektor interpretiert und als praxisorientierte „Guideline“ für die Implementierung aufbereitet werden. Ziel des ISO/AWI 26540 - Event sustainability management systems: Guidelines for application of ISO 20121:2024 in cultural organizations ist es, eine verständliche und anwendbare Orientierungshilfe zu schaffen, die Kulturinstitutionen weltweit bei der Umsetzung nachhaltiger Strategien und Managementsystemen unterstützt. 

Das Normenprojekt wurde von internationalen Expert:innen geprüft und abgestimmt und ist inzwischen offiziell in die Arbeit des technischen Komitees ISO/TC 354/SC 1 - Sustainability in event management integriert. Damit erhält die Initiative eine globale Plattform innerhalb der internationalen Normungsarbeit. 

“Mit ISO 26540 etabliert sich Culture for the Planet Alliance auf globaler Ebene, um Nachhaltigkeit als strategischen Bestandteil des Kulturmanagements langfristig zu verankern.”
Prof. Dr. Leticia Labaronne

Die Initiative reagiert auf ein bislang bestehendes Defizit, welches in der Forschung des Culture for the Planet Teams identifiziert wurde. Es fehlen international abgestimmte, praxisnahe Werkzeuge, die speziell auf die Anforderungen von Kunst- und Kulturorganisationen im Kontext nachhaltiger Transformation zugeschnitten sind. Entscheiden ist es ein Standard von globaler Relevanz zu entwickeln, das Vertrauen und Vergleichbarkeit schafft. Die Zusammenarbeit mit der ISO ist dabei von strategischer Bedeutung. 

Die Entwicklung des neuen Standards erfolgt in einer ISO-Arbeitsgruppe (ISO/TC 354/SC 1/WG 1 “Cultural Organizations”). Geleitet wird diese von Seniorwissenschaftlerin Dr. Małgorzata Ćwikła, die das ISO 26540 Projekt inhaltlich und strategisch koordiniert. Die Arbeitsgruppe vereint Expert:innen aus verschiedenen Ländern und Disziplinen und verfolgt einen kollaborativen Ansatz.  

“Die ISO-Arbeitsgruppe Cultural Organizations ermöglicht einen Dialog zwischen Nachhaltigkeit, Standardisierung und Kulturpraxis. In dieser Vielseitigkeit liegt das Potenzial, einen praxisnahen Standard zu entwickeln, der organisationale Besonderheiten im Kultursektor als Chancen begreift.”
Dr. Malgorzata Cwikla

Die Arbeitsgruppe lädt weitere Fachleute ein, sich aktiv zu beteiligen und ihre Expertise einzubringen. Interessierte können so direkt an der Entwicklung eines internationalen Standards mitwirken. Die Teilnahme erfolgt gemäss den Regeln der ISO und wird über nationale Normungsgremien organisiert, die im ISO/TC 354/SC 1 - Sustainability in event management vertreten sind. Für weitere Informationen steht Ihnen Dr. Ćwikła als Ansprechpartnerin gerne zur Verfügung (malgorzata.cwikla@zhaw.ch). 

Für das Projekt wurde eine Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Normen-Vereinigung etabiert. Unterstützt wird das Standardisierungsprojekt durch Pro Helvetia sowie die Universität Lausanne (FGSE UNIL - Faculté des géosciences et de l'environnement de l'Université de Lausanne).