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Energiediskurs messen

Der Energiediskurs ist ein Schlüsselfaktor für das Gelingen der Energiestrategie, denn Sprache konstruiert und strukturiert Realität. Im breit angelegten, interdisziplinären Forschungsprojekt «Energiediskurs messen» wird der Einfluss von Sprache und Kommunikation auf Meinungsbildung, Akzeptanz und Verhalten untersucht.

Die LinguistInnen der ZHAW in Winterthur werten ein umfangreiches, mehrsprachiges Schweizer Sprachkorpus aus und setzen ihre Expertise in den Bereichen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zur Messung des Energiediskurses ein. Analysiert wird, wie sich der Energiediskurs aktuell gestaltet und welche Wirkungen kommunikative Massnahmen haben. Für die erfolgreiche Energiewende müssen die verschiedenen AkteurInnen im öffentlichen Diskurs überzeugt werden – der Energiediskurs spielt dabei eine entscheidende Rolle. Indem die Angewandte Linguistik die Diskurse in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft systematisch erfasst und analysiert, liefert sie den Schlüssel zur Verständigung.

Kompetenzzentrum im Aufbau

Zur Untersuchung und Unterstützung des Energiediskurses entsteht am Departement Angewandte Linguistik ein Kompetenzzentrum, in dem Angewandte LinguistInnen zusammen mit Fachleuten anderer Disziplinen innovative Optimierungen für die Kommunikation über Energiethemen in der mehrsprachigen Gesellschaft erarbeiten. Die Grundlagen für die Arbeit des Kompetenzzentrums legt das Projekt «Energiediskurs messen».

Methode

Das Projektteam entwickelt ein Instrument zur permanenten automatisierten Aufzeichnung und Analyse grosser Mengen von Sprachdaten. Gesellschaftliche Diskurse in unterschiedlichsten Textsorten werden anhand ihrer sprachlichen Eigenschaften registriert und auf ihre Merkmale hin analysiert. Dazu gehören Medientexte, Verlautbarungen von Behörden, Parteien, Verbänden oder Konzernen sowie Geschäftsberichte und Social-Media­-Beiträge.

Aufgrund konkreter Fragestellungen werden Quellen erfasst sowie linguistische Textmerkmale und -eigenschaften bestimmt. Den sprachlichen Daten werden Metadaten zugeordnet und sie werden linguistisch annotiert. Eine korpusanalytische, quantitative Auswertung, wie die Frequenz von sprachlichen Einheiten, Kollokationen, Distributionen, Kookkurrenzen, wird durch die qualitative Analyse relevanter Befunde komplettiert. Eine Triangulation durch medien- und  sozialwissenschaftliche Untersuchungsmethoden findet statt.

Möglichkeiten der Anwendung

Der Schweizer Energiediskurs wird beobachtet und analysiert. Seine Diskurseigenschaften werden identifiziert. Dies wiederum liefert die Grundlagen zu einer gezielten Steuerung des Energiediskurses.

Folgeprojekt «Energiediskurse in der Schweiz»

Im breit angelegten, interdisziplinären Folgeprojekt «Energiediskurse in der Schweiz» werden Muster des Sprachgebrauchs zum energiepolitischen Wandel untersucht, die eine Basis für demokratischen Dialog und Innovation bilden. Ziel ist, Muster des Sprachgebrauchs zu Energiefragen in drei Landessprachen zu identifizieren, wie sie sich über die Grenzen von Institutionen, Medien und gesellschaftliche Bereiche hinweg entwickeln. Das Wissen darüber soll aktiv an Akteure der Energiewende und des demokratischen Dialogs vermittelt werden.

Zum Projekt «Energiediskurse in der Schweiz»

Aktuell

Gesamtevaluation des Forschungsschwerpunktes «Energie»

Die ZHAW-Hochschulleitung hat den Forschungsschwerpunkt «Energie» nach vier Jahren einer Gesamtevaluation unter Federführung von Tony Kaiser unterzogen. Kaiser, der bis 2016 die Eidgenössische Energieforschungskommission CORE präsidierte, hebt das Projekt «Energiediskurs messen» als positives Beispiel im Forschungsschwerpunkt der ZHAW hervor.