Understanding the Decision-Making of Experienced Incident Responders during Critical Cyberattacks on Swiss Organizations
Cyberangriffe nehmen zu, doch wie erfahrene Einsatzkräfte unter Zeitdruck und Unsicherheit Entscheidungen treffen, ist kaum erforscht. Das Projekt untersucht reale Cybervorfälle in Schweizer Organisationen und entwickelt daraus evidenzbasierte Trainings und Entscheidungsunterstützung, um die Cyberresilienz von Unternehmen und Behörden zu stärken.
Beschreibung
Cyberangriffe stellen weltweit eine wachsende Bedrohung für Organisationen dar. Dennoch ist bislang nur unzureichend verstanden, wie Organisationen in solchen Situationen tatsächlich Entscheidungen treffen und auf Angriffe reagieren. Die bisherige Forschung konzentrierte sich vor allem auf organisatorische Strukturen von Incident-Response-Teams, während die individuellen Denk- und Entscheidungsprozesse der Einsatzkräfte unter hohem Zeitdruck, Stress und Unsicherheit kaum untersucht wurden. Unser Projekt nutzt den Ansatz des Naturalistic Decision Making, der sich in anderen Hochrisikobereichen wie der Feuerwehr oder der Notfallmedizin bewährt hat. Ziel ist es zu verstehen, welche Entscheidungen erfahrene Incident Responder während realer Cybervorfälle treffen, wie sie Intuition und analytisches Denken miteinander verbinden und auf welche Hinweise sie sich dabei stützen.
Hierfür führen wir detaillierte Fallstudien zu realen Cybervorfällen in Schweizer Organisationen durch. Der Zugang zu betroffenen Organisationen sowie der Austausch mit erfahrenen Fachpersonen wird durch ein Konsortium aus Praxispartnern ermöglicht. Dazu gehören unter anderem das International Forum of Incident Response and Security Teams (FIRST), das Healthcare Cyber Security Center (22 Spitäler), das Financial Services Cyber Security Center (170 Finanzinstitute), ein Netzwerk von CISOs sowie das Netzwerk Digitale Kriminalitätsbekämpfung (NEDIK) der kantonalen Polizeikorps.
Das Projekt leistet sowohl einen wissenschaftlichen als auch einen gesellschaftlichen Beitrag. Mit der ersten Mehrfach-Fallstudie zu Cybervorfällen aus der Perspektive betroffener Organisationen schaffen wir neue Erkenntnisse über Entscheidungsprozesse in einer gesellschaftlich hochrelevanten Domäne. Darauf aufbauend entwickeln wir evidenzbasierte Empfehlungen für die Praxis, beispielsweise für neue Trainings und Entscheidungsunterstützungssysteme, die die Cyberresilienz von Organisationen jeder Grösse – einschliesslich KMU und öffentlicher Einrichtungen wie Schulen – stärken.
Eckdaten
Projektleitung
Projektpartner
Forum of Incident Response and Security Teams FIRST; Eidgenössische Technische Hochschule Zürich ETHZ; Universität Zürich UZH; SWITCH; InfoGuard AG; Kessler & Co. AG; Verein Swiss Financial Sector Cyber Security Centre (Swiss FS-CSC); Verein Healthcare Cyber Security Center (H-CSC) ; Swiss Cyber Circle; Redguard AG; Kanton Zürich / Kantonspolizei Zürich
Projektstatus
Start bevorstehend, 12/2026
Institut/Zentrum
Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI)
Drittmittelgeber
SNF Projektförderung
Projektvolumen
297'920 CHF