Simplify! Administrative Hürden abbauen und Zugang zu Sozialleistungen verbessern
Viele Menschen nehmen Sozialleistungen nicht in Anspruch, obwohl sie Anspruch darauf hätten – oft wegen sprachlicher und administrativer Hürden. Simplify! identifiziert diese Barrieren, entwickelt gemeinsam mit Praxispartnern verständlichere Materialien und überprüft deren Wirkung wissenschaftlich.
Beschreibung
Viele Menschen in der Schweiz nehmen Sozialleistungen nicht in Anspruch, obwohl sie einen rechtlichen Anspruch darauf hätten. Ein zentraler Grund dafür sind sprachliche und administrative Hürden: Komplexe Formulare, schwer verständliche Behördentexte und unübersichtliche Anmeldeprozesse verhindern, dass Betroffene den Zugang zu Leistungen finden, die ihnen zustehen.
Das Forschungsprojekt Simplify! setzt genau hier an. In Zusammenarbeit mit Praxispartnerinnen und -partnern aus dem Kanton und der Stadt Zürich untersuchen wir, welche Barrieren den Zugang zu Sozialleistungen erschweren, und entwickeln KI-gestützte Lösungen, um Verwaltungsdokumente in einfache, verständliche Sprache zu übersetzen. Die Wirksamkeit dieser Massnahmen überprüfen wir anschliessend wissenschaftlich.
Unser Vorgehen gliedert sich in drei Schritte. Im ersten Schritt – Hürden verstehen – analysieren wir Formulare, Webseiten, Broschüren und konkrete Beratungs- und Anmeldeprozesse. Ergänzend führen wir qualitative Interviews und Fokusgruppen mit Betroffenen und Mitarbeitenden durch, um sprachliche, administrative und strukturelle Barrieren systematisch zu identifizieren.
Im zweiten Schritt – Hürden reduzieren – entwickeln wir gemeinsam mit unseren Partnerinstitutionen überarbeitete und verständlichere Informations- und Antragsmaterialien. Dabei setzen wir auf ein generatives Übersetzungstool, das komplexe Verwaltungstexte in einfache Sprache überträgt. Die Reduzierung sprachlicher Komplexität steht ebenso im Fokus wie eine vereinfachte Prozessführung.
Im dritten Schritt – Wirkung evaluieren – setzen wir die überarbeiteten Materialien im Praxisalltag ein und untersuchen deren Einfluss systematisch. Mithilfe von Feldexperimenten analysieren wir, ob sich Verständlichkeit, Entscheidungsverhalten und die tatsächliche Inanspruchnahme von Sozialleistungen verbessern. Die Ergebnisse dienen unseren Partnerinstitutionen als Entscheidungsgrundlage für den dauerhaften Einsatz der neuen Materialien und schaffen wissenschaftliche Evidenz dafür, wie vereinfachte Dokumente und Verwaltungsprozesse den Zugang zu Sozialleistungen verbessern können.
Simplify! ist ein Projekt der Universität Zürich (Institut für Politikwissenschaft) und der ZHAW (Soziale Arbeit), gefördert durch die Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen (DIZH). Praxispartner sind das Kantonale Sozialamt Zürich, das Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich, die Sozialen Dienste der Stadt Zürich und der Stadt Dietikon sowie Pro Senectute Kanton Zürich. Die Projektlaufzeit ist 2025–2028.
Eckdaten
Projektleitung
Co-Projektleitung
Prof. Dr. Karsten Donnay (Universität Zürich UZH)
Projektteam
Gisela Meier, Philipp Scherrer (Universität Zürich UZH)
Projektpartner
Universität Zürich UZH; Kanton Zürich / Kantonales Sozialamt; Stadt Zürich / Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV und Soziale Dienste; Pro Senectute Kanton Zürich; Stadt Dietikon / Soziale Dienste
Projektstatus
laufend, gestartet 06/2026
Institut/Zentrum
Institut für Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe (IVGT)
Drittmittelgeber
Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen DIZH