MEHRwert HOLZ – Wertschöpfung Holzindustrie
Die Studie «MEHRwert HOLZ – Wertschöpfung Holzindustrie» zeigt anhand dreier Fallbeispiele, wie regional verankerte Holzbauunternehmen mit kurzen Wertschöpfungsketten, innovativen Produktionsstrategien und starken Netzwerken zu einer resilienten Schweizer Wald- und Holzindustrie sowie zu nachhaltigem Bauen beitragen.
Beschreibung
Angesichts von Klimawandel, knappen Ressourcen und sozialen Ungleichheiten muss sich Architektur verstärkt mit materiellen Prozessen sowie deren territorialen, kulturellen und ökonomischen Auswirkungen auseinandersetzen. Der Bauprozess wird dabei ebenso zentral wie das Gebäude selbst. Zunehmend rückt die Frage der Produktion in den Fokus: Woher stammen Materialien, wie werden sie hergestellt und wer ist daran beteiligt?
Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie „MEHRwert HOLZ – Wertschöpfung Holzindustrie“ anhand von drei Fallbeispielen aus den Kantonen Luzern, Zürich und Graubünden die Bedeutung regional verankerter Holzbauunternehmen für die Schweizer Wertschöpfungskette. Grundlage bildet ein Bottom-up-Ansatz, der gemeinsam mit den Industriepartnern entwickelt wurde. Durch den direkten Datenaustausch mit den beteiligten Unternehmen konnten Materialflüsse, Produktionsprozesse, Energieverbräuche, Lieferketten sowie räumliche und personelle Netzwerke systematisch analysiert werden.
Die Ergebnisse zeigen eine starke regionale Einbettung der Unternehmen: Rohstoffbeschaffung, Mitarbeitendenstruktur, Partnerbetriebe und Bauprojekte konzentrieren sich überwiegend innerhalb eines Radius von 10 bis 50 Kilometern. Gleichzeitig verdeutlicht die Analyse der Produktionsstandorte den Einfluss historischer, topografischer und marktbedingter Faktoren auf die räumliche Organisation der Holzindustrie. Sichtbar werden zudem unterschiedliche Strategien entlang der Wertschöpfungskette – von vertikaler Integration und Digitalisierung bis zur Entwicklung neuer Produkte aus Restholz. Herausforderungen wie Fachkräftemangel, die Sicherung geeigneter Industriestandorte sowie die klimaangepasste Transformation der Waldwirtschaft treten dabei deutlich hervor. Daraus leitet die Studie Perspektiven für eine resilientere Schweizer Wald- und Holzindustrie ab.
Die Studie entstand im Rahmen eines gemeinsamen Projekts von HILDEBRAND, ITER und dem Institut Urban Landscape der ZHAW Winterthur in Zusammenarbeit mit schaerholzbau AG, Robert Schaub AG und Uffer Holz AG sowie mit Unterstützung des Aktionsplans Holz.
Eckdaten
Projektleitung
Thomas Hildebrand, Dr. Celina Martinez-Cañavate (HILDEBRAND STUDIOS AG)
Projektteam
Carla Ferrer (ITER)
Projektpartner
ITER; HILDEBRAND STUDIOS AG; Uffer Holz AG; Robert Schaub AG, Sägewerk und Holzbau; schaerholzbau ag
Projektstatus
abgeschlossen, 01/2025 - 12/2025
Institut/Zentrum
Institut Urban Landscape (IUL)
Drittmittelgeber
Bundesamt für Umwelt BAFU: Aktionsplan Holz (APH)
Projektvolumen
200'000 CHF