Innovative Drehgestelle für den Schienengüterverkehr: Marktpotenziale und Geschäftsmodelle (INNODG)
GFK-Drehgestelle könnten den Schienengüterverkehr leiser, leichter und wartungsärmer machen. Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt untersucht dieses Projekt die Marktpotenziale, Anforderungen der Branche und tragfähige Geschäftsmodelle. Das Projekt schafft eine Entscheidungsgrundlage für die Weiterentwicklung und Markteinführung der Technologie.
Ergebnis
Das Projekt erarbeitet eine Entscheidungsgrundlage für die Weiterentwicklung und Markteinführung der GFK-Drehgestelltechnologie. Die Ergebnisse umfassen drei Teile:
- eine konsolidierte Darstellung der technologischen und marktstrukturellen Grundlagen, einschliesslich einer Analyse der europäischen Güterwagenflotte,
- eine systematische Auswertung der qualitativen Marktanalyse mit Anforderungen, Entscheidungslogiken und zentralen Einführungshemmnissen aus Sicht von Wagenhaltern, Betreibern, Instandhaltungsbetrieben und Herstellern,
- bewertete Geschäftsmodelloptionen sowie eine begründete Handlungsempfehlung für das BAFU.
Beschreibung
Im Rahmen eines vom Bundesamt für Umwelt BAFU unterstützten Forschungsprogramms wurde ein Drehgestell für Eisenbahngüterwagen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) entwickelt. Gegenüber konventionellen Drehgestellen verspricht die Technologie Vorteile hinsichtlich Lärm, Gewicht, Energieverbrauch und Wartungsaufwand.
Nach abgeschlossener Machbarkeits- und Prototypenphase stellt sich nun die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen die Technologie in eine nächste Entwicklungsphase zur Vor-Serienreife überführt werden soll. Dafür ist entscheidend, ob die Lösung aus Sicht der relevanten Marktakteure einen klaren Mehrwert bietet und in künftigen Beschaffungs- oder Nutzungskonzepten berücksichtigt würde.
Dieses Projekt untersucht im Auftrag des BAFU die technischen, betrieblichen und wirtschaftlichen Bedingungen für eine mögliche Markteinführung. Dazu werden zunächst die technologischen Grundlagen sowie die Markt- und Wertschöpfungsstrukturen analysiert. Anschliessend werden in leitfadengestützten Interviews mit Wagenhaltern, Betreibern, Instandhaltungsbetrieben und Herstellern Anforderungen, Entscheidungslogiken und mögliche Einführungshemmnisse erhoben.
Auf dieser Grundlage prüft das Projekt bestehende Beschaffungs-, Finanzierungs- und Servicemodelle und entwickelt mögliche Geschäftsmodelloptionen für eine wirtschaftlich tragfähige Einführung der GFK-Drehgestelltechnologie. Die Ergebnisse liefern dem BAFU eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die weitere Entwicklung, Förderung und Markteinführung der Technologie.
Eckdaten
Projektleitung
Projektstatus
laufend, gestartet 04/2026
Institut/Zentrum
Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE)
Drittmittelgeber
Bundesamt für Umwelt BAFU
Projektvolumen
50'000 CHF