Raum für Neurodiversität: Ein partizipativ gestaltetes Living Lab zu Sensory Rooms im Hochschulbereich
Die ZHAW prüft den Ausbau von Sensory Rooms zur Entlastung im Hochschulalltag. In einem partizipativen Projekt werden Bedarfe erhoben, ein evidenzbasiertes Nutzungs‑ und Ausstattungskonzept im Co‑Design entwickelt und ein Prototyp als Living Lab getestet. Der Fokus liegt auf Neurodiversität, geschaffen wird ein Raum für alle.
Beschreibung
Die ZHAW prüft den Ausbau von Regenerationsräumen, sogenannte «Sensory Rooms», für Studierende, um Belastungen im Hochschulalltag zu reduzieren. Rund 22% der Bevölkerung sind geschätzt neurodivergent (z.B. Autismus). Für sie kann die Hochschulumgebung sensorisch überfordernd sein und zu gesundheitlichen Problemen führen. Viele hochqualifizierte neurodivergente Personen sehen sich gezwungen, Bildungs- oder Arbeitskontexte zu verlassen, weil ihre gesundheitlichen Bedürfnisse unzureichend berücksichtigt werden.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, werden im Projekt Bedarfe nach Sensory Rooms, deren Ausstattung und Nutzungsprinzipien erhoben, ein Konzept im Co-Design entwickelt und ein Prototyp als Living Lab mit Nutzenden iterativ getestet. Auch andere Universitäten (z. B. Fribourg) haben solche Räume eingerichtet, um Stress und Reizüberlastung zu mindern und Gesundheit, Wohlbefinden sowie Leistungsfähigkeit zu fördern.
Besonderes Augenmerk gilt neurodivergenten Studierenden und Mitarbeitenden sowie Personen mit Nachteilsausgleich; profitieren soll jedoch die gesamte Hochschulgemeinschaft nach dem Prinzip Universal Design. Das Projekt verbindet Co-Design mit feld-experimenteller Wirksamkeitsprüfung und leitet Empfehlungen für Betrieb und Skalierung ab. Es trägt zu den SDGs 3 (Gesundheit), 4 (Bildung) und 10 (Ungleichheiten) bei und unterstützt die ZHAW beim Aufbau einer inklusiven und lernförderlichen Campusumgebung.
Im Zentrum steht die partizipative Entwicklung eines evidenzbasierten Ausstattungs- und Nutzungskonzepts für Sensory Rooms. Nach einer systematischen Bedarfsanalyse unter Studierenden werden in Co-Design-Workshops Ausstattungselemente und Nutzungsregeln entwickelt. Darauf aufbauend entsteht an einem Pilotstandort der ZHAW ein Prototyp eines Sensory Rooms mit multisensorischen Angeboten zur Selbstregulation, der iterativ mit den Nutzenden getestet und weiterentwickelt wird. ZHAW-Stakeholder (Diversity, BGM/SGM, FM) sowie Neurodivergenz-Fachexperten aus Ergotherapie, Public Health, Psychologie, Computational Health und Workplace Management begleiten das Projekt. Die Ergebnisse liefern ein konkretes, skalierbares Ausstattungs- und Nutzungskonzept für die zukünftige Gestaltung und den Betrieb solcher Räume an der ZHAW.
Eckdaten
Projektleitung
Projektteam
Projektstatus
laufend, gestartet 01/2026
Institut/Zentrum
Institut für Facility Management (IFM); Institut für Ergotherapie (IER); Institut für Public Health (IPH); Institut für Computational Life Sciences (ICLS); Psychologisches Institut (PI); Rektorat; Facility Management
Drittmittelgeber
Living Lab Fund ZHAW; Interne Förderung
Projektvolumen
80'000 CHF