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Animal Rights: Between Idealism and Realism

Das Center for Animal Rights and the Environment (CARE) veranstaltete am 15. Januar 2026 in Winterthur seine Eröffnungskonferenz zum Thema «Animal Rights: Between Idealism and Realism». Namhafte Redner:innen beleuchteten das Thema Tierrecht aus unterschiedlichen Perspektiven.

«Der Schutz von Tieren ist ein sehr altes Thema», sagte Julia Hänni zu Beginn ihres Vortrags. Hänni ist Richterin am Schweizerischen Bundesgericht und erläuterte die philosophischen und rechtlichen Grundlagen des Tierrechts in der Schweiz. Sie stellte unterschiedliche Fälle und deren Urteile in der Schweiz vor, so etwa im Bereich der Tierversuche. Die Diskussion um die Regulierung von Wolfbeständen oder die aktuelle Kontroverse um die Deklaration von pflanzlichen Fleischersatzprodukten, waren weitere Beispielfälle, die die thematische Breite im Tierrecht verdeutlichen. 

Tierrechte, Tierleid und globale Erwärmung

Anne Peters, Direktorin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, sprach über die Zusammenhänge von Landwirtschaft und globaler Erwärmung. Es sei eine Notwendigkeit, den Konsum tierischer Produkte und Viehbestände zu reduzieren, da der Viehbestand einen massgeblichen Einfluss auf die globale Erderwärmung habe. In ihrer Arbeit untersuchte sie die mögliche Anwendung des Pariser Klimaabkommens auf den Viehzuchtsektor. 

«Each of these creatures is someone», sagte Cass R. Sunstein, Professor an der Harvard Law School, während seiner Rede in Winterthur. Er plädierte dafür, dass Tiere eine moralische Beachtung verdienen. Es gehe nicht nur darum, Tierleid zu reduzieren, sondern jedem Tier ein gutes Leben zu ermöglichen: «A good life is more than the absence or reduction of suffering.» Er wünsche sich eine bewusstere gesellschaftliche und regulatorische Auseinandersetzung mit dem Thema.

Der Vortrag von Saskia Stucki zu ‘Emerging Animal Rights and their Pluralistic Foundations’ bildete den Abschluss der ersten Konferenz des Centers for Animal Rights and the Environment. In ihrem Vortrag legte Stucki zunächst dar, dass sich Tierrechte derzeit in der Rechtspraxis materialisieren und dass diese Entwicklung in erster Linie im globalen Süden stattfindet. Anhand konkreter Urteile zeigte Stucki ferner, wie vielfältig die Erwägungen sind, die Gerichte zur Anerkennung von Tierrechten anführen.

Begrüsst wurden die internationalen Konferenzteilnehmenden von Reto Steiner, Direktor der ZHAW School of Management and Law. «Wir sind stolz, Saskia Stucki bei uns an der SML als Leiterin des Zentrums zu haben», so Steiner. Saskia Stucki wurde für ihre Arbeit im Tierrecht und ihre herausragende Forschung 2025 mit dem Wissenschaftspreis Latsis ausgezeichnet. Mit dem neuen Center for Animal Rights and the Environment möchte sie die Forschung in diesem Gebiet weiter vorantreiben. 

Kontakt

Prof. Dr. Saskia Stucki

Telefon +41 (0) 58 934 74 76
E-Mail saskia.stucki@zhaw.ch