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Zürcher Hochschule
für Angewandte
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Entwicklung und Validierung eines ICF-basierten Fragebogens für Harn- und Stuhlinkontinenz (ICF-IAF)

Beschreibung

Ausgangslage

Die Behandlung von Menschen mit Kontinenzproblemen (Harn- und/ oder Stuhlinkontinenz) fokussiert auf die Linderung von Beschwerden und die optimale Förderung von Ressourcen der Betroffenen. Hierfür sind standardisierte Assessments notwendig, mit denen die positiven und negativen Einflussfaktoren der Funktionsfähigkeit, der Aktivität und Partizipation, sowie der Umwelt- und Personbezogenen Faktoren erfasst werden.

Es bedarf eines einfachen validen Erfassungsinstrumentes, mit dem belastende, aber auch förderne Faktoren quantifiziert werden können, um die Kommunikation mit den Betroffenen und im multiprofessionellen Setting zu unterstützen. Die bestehenden validen Fragebogen mit Empfehlungsgrad A erfassen Symptome und wenige Lebensqualitätsfragen und sind zudem defizitorientiert. Probleme und Ressourcen werden bislang nicht im holistischen Sinn des biopsychosozialen Modells der WHO als Grundlage der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) erfasst. Diese Tatsache mindert die Aussagekraft bisheriger Assessments.

Um diesen Mangel zu beheben, entwickelt eine Studiengruppe das evidenzbasierte, reliable und valide ICF-basierte Inkontinenz Assessment Formular (ICF-IAF).

Zielsetzung

  1. Probleme und Ressourcen von Menschen mit Harn- und/ oder Stuhlinkontinenz mit qualitativen und quantitativen Methoden erfassen.
  2. Erfassen von positiven und negativen Einflussfaktoren im holistischen Sinn der ICF.
  3. Entwickeln und validieren eines standardisierten Assessments für den Einsatz in multiprofessionellen Teams.

Teilprojekte

  • Systematische Analyse der krankheitsspezifischen Fragebögen mit Level A Empfehlung 
  • Delphibefragung mit 262 spezialisierten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten aus Deutschland, Lichtenstein, Luxemburg, Österreich und der Schweiz 
  • Fokusgruppeninterviews mit Betroffenen 
  • Einzelinterviews mit Betroffenen 
  • Konsensus-Konferenz am 17. November 2017 mit je 2 Vertretungen der entsprechenden Arbeitsgruppen von Berufsverbänden bzw. Vereinen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz 
  • Internationaler und multiprofessioneller Validierungsprozess 2018-2022

Der ICF-IAF kann mit Abschluss der Konsensuskonferenz in seiner 1. Version zum Einsatz kommen. Die über 200 existierenden Übersetzungen der ICF und das Kodierungssystem ermöglichen rasch einen weltweiten Einsatz. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Therapie- und Forschungsprotokolle zu standardisieren. 

Eckdaten

Projektleitung

Prof. Dr. Barbara Köhler

Co-Projektleitung

Prof. Dr. Lorenz Radlinger

Projektteam

Anita Müller-Spielmann, Irene König, Stepanie Gass, Pascale Brand, Anita Müller-Spillmann

Projektpartner

Berner Fachhochschule BFH / Departement Gesundheit

Projektstatus

abgeschlossen, 01/2014 - 09/2022

Institut/Zentrum

Institut für Physiotherapie (IPT)

Drittmittelgeber

pelvisuisse

Projektvolumen

4'000 CHF

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