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"Zoom" ohne "fatigue"? (ZWF)

Kann der Einsatz von augmented reality die Zoom fatigue bei Videokonferenzen verringern? Eine Pilotstudie mit mehrsprachigen Personen und Konferenzdolmetscher:innen geht dieser Frage nach. Die Ergebnisse bieten eine Grundlage für die Forschung und für die Weiterentwicklung von Videokonferenz-Tools.

Beschreibung

Um dieser Frage nachzugehen, wurde ein App-Prototyp entwickelt, der Videokonferenzen in Augmented Reality simuliert, der in einer Pilotstudie mit Konferenzdolmetschenden und englischsprachigen Personen getestet wurde. Die simulierte Videokonferenz entsprach dabei dem Format einer wissenschaftlichen Konferenz, die online stattfindet.

In der App wurden einzelne Inhalte der simulierten Konferenz (referierende Person, Folien, Zuhörerschaft, Konferenzprogramm) auf separaten Hologrammen dagestellt, die sich im Raum frei bewegen liessen. Die Studienteilnehmenden wurden gebeten, zwei Vorträge anzuhören, bzw. zu verdolmetschen: einen Vortrag über ein Mixed Reality Headset, einen weiteren in einem konventionellen Format an einem Desktop-PC. Dabei hatten sie in der Augmented-Reality-Situation die Möglichkeit, anhand von Gesten die einzelnen Hologramme frei im Raum zu platzieren oder ihre Grösse zu ändern. In einem abschliessenden Interview berichteten die Studienteilnehmenden von ihrem Erleben und wie sie die visuellen Inhalte im Raum positioniert haben.

Ergebnisse

Insgesamt erhielten die Folien und die Redner die meiste Aufmerksamkeit. Im MR-Setting wurden diese Elemente oft im Zentrum des Blickfeldes platziert. Im Durchschnitt nahmen die Dolmetscher:innen mehr Änderungen an der Anordnung der Hologramme vor, um eine gute Sicht auf relevante Elemente zu ermöglichen. Die Zuhörer:innen schienen hingegen darauf fokussiert, irrelevante oder potenziell störende Informationen zu eliminieren. Die Nutzung von MR schien jedoch die Ermüdung nicht zu reduzieren, sondern zu verstärken. Möglicherweise ist dies auf die fehlende Vertrautheit mit der MR-Technologie oder auf einen Konvergenz-Akkommodations-Konflikt zurückzuführen.

Eckdaten

Projektstatus

abgeschlossen, 01/2023 - 06/2024

Institut/Zentrum

Institut für Mehrsprachige Kommunikation (IMK)

Drittmittelgeber

Öffentliche Hand (ohne Bund)

Projektvolumen

52'920 CHF