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"Wiä bitte…?"- Wegweiser für die Unterstützung von Menschen mit Hörproblemen für die ambulante Langzeitpflege

Auf einen Blick

Beschreibung

Hintergrund

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass im Jahr 2050 mehr als 700 Millionen Menschen - das ist jeder Zehnte - an Hörverlust leiden werden. Die meisten Menschen mit Hörverlust leben in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Die Prävalenz von Hörverlust nimmt mit dem Alter zu. Gemäss WHO sind mehr als 25% der über 60-Jährigen von Hörverlust betroffen. Die Behörden von Bund, Kantonen und Gemeinden sind gemäss der UNO Behindertenkonvention verpflichtet, die Voraussetzungen zu schaffen, damit Menschen mit Behinderungen am täglichen Leben teilhaben können. Bisher fehlen evidenzbasierte Leitlinien für die ambulante Langzeitpflege, die sich auf die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) beziehen (Händler-Schuster, 2019).

Empfehlungen, insbesondere für Pflegende und Betreuende in der Langzeitpflege, könnten dazu beitragen, sich angemessen auf Menschen mit Hörbehinderungen einzustellen und die psychische Gesundheit von Menschen mit Hörbehinderungen zu stärken. Ein erarbeiteter Leitfaden, der sich an den Prinzipien der Behindertenrechtskonvention für die Langzeitpflege orientiert und aktuelle Studienergebnisse zum Thema einbezieht, soll als Grundlage für die Entwicklung eines Konversationsagenten für die Langzeitpflege und gleichzeitig als Basis für die Durchführung einer Interventionsstudie mit Innosuisse dienen.

Ziele / Fragestellung

Ziel der Studie ist es, einen Leitfaden zu erstellen, der insbesondere Pflegefachpersonen in der Langzeitpflege dabei unterstützen soll, ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Hörbeeinträchtigung auf der Grundlage der UN-BRK zu fördern. Erfahrungsberichte haben weitgehend gezeigt, dass die UN-BRK noch zu wenig berücksichtigt wird (Heinrich, 2019). Die bisherige Forschung zur Situation von Menschen mit Hörbeeinträchtigung bietet eine gute Grundlage für die Erstellung eines Wegweisers, wodurch das Projekt einen direkten Output hat, der einerseits in der Praxis eingesetzt werden kann und andererseits eine Basis bietet, um in Form von Folgeprojekten an dem Thema weiterzuarbeiten.

Der Leitfaden kann in der ganzen Schweiz und darüber hinaus im deutschsprachigen Raum eingesetzt werden. Es gibt zwar Publikationen zur Resilienzförderung bei Altersschwerhörigkeit, jedoch wurden diese Empfehlungen noch nie in Form eines evidenzbasierten Leitfadens in Bezug auf die UN-BRK aufbereitet. Die Grundlagen für die Erstellung eines Leitfadens sind fundiert und bereits vorhanden, weshalb das Budget für die spezifische Zusammenstellung der Inhalte verwendet werden soll. Das vorliegende Projekt stellt somit eine explorative Grundlagenarbeit dar, auf welcher ein Folgeprojekt direkt aufbauen kann und Potential für einen Innosuisse-Antrag bietet.

Methode

Mittels einer Sekundäranalyse wird ein umfangreicher vorhandener Datensatz von 46 Interviews (Händler-Schuster et al, 2021, 2023a/b) im Hinblick auf die Umsetzung der UN-BRK analysiert. Zusätzlich werden vier Interviews zur Lebenssituation hörbehinderter Menschen während der COVID-Situation ausgewertet. Die Ergebnisse werden durch den Mitentwickler des KoRes Modells, der selbst von einer Hörbeeinträchtigung betroffen ist, validiert. Zusätzlich werden die Ergebnisse mit hörbeeinträchtigten Menschen und mit dem Verein Pro Audito St. Gallen diskutiert, so dass der Wegweiser auch durch Betroffene von Pro Audito validiert werden kann.

Nutzen

Die Antragstellerin war einige Zeit im Vorstand von Pro Audito St. Gallen und weiss neben der Praxiserfahrung aus aktueller Forschung (Roguski et al., 2022), dass das Thema ein wichtiges Anliegen ist, um die Pflegepraxis in Bezug auf die Pflege von Menschen mit Hörbehinderung zu stärken. Durch das vorliegende Projekt sollen somit praxisnahe Handlungsempfehlungen erarbeitet werden, die als Wegweiser für die Betreuung und Pflege durch Fachpersonen dienen. Der Wegweiser wird online an alle Langzeitinstitutionen verschickt, die mit der ZHAW in Kontakt stehen. Dazu gehören Praxispartner, Praktikumsinstitutionen und die Spitex.