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Take Care in der Schule

Auf einen Blick

Beschreibung

Ausgangslage

Über die Hälfte aller psychischen Störungen entstehen bereits im Kindes- und Jugendalter. In einer Schulklasse von 20 Schüler:innen sind durchschnittlich 2 bis 4 Personen betroffen. Prävention und Früherkennung sind zentral, da unbehandelte psychische Störungen oft einen chronischen Verlauf annehmen und zu massiven Beeinträchtigungen in unterschiedlichen Lebensbereichen führen. Betroffen ist die Person selbst, ihre Familie und die Gesellschaft als Ganzes. Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter können die schulische Entwicklung gefährden oder den Einstieg ins Berufsleben beeinträchtigen. Auch negative Folgen für die körperliche Gesundheit sind häufig. Die Stärkung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist denn auch eine zentrale Public-Health-Aufgabe und ein Thema, das die ZHAW seit längerem erforscht. So wurden bereits im Vorprojekt «Take Care» Materialien zum Thema ausgearbeitet. Diese richteten sich an medizinische Fachpersonen, Eltern oder Jugendliche. Im Rahmen eines weiteren Vorprojektes «Psychische Gesundheitskompetenzen von Lehr- und Betreuungspersonen (MHL-T)» wurde ersichtlich, dass es Lehrpersonen zur Förderung der psychischen Gesundheit ihrer Schüler:innen vor allem an konkreten Unterrichtsmaterialien und adressatengerechten Fachinformationen fehlt. Hier setzt das Projekt «Take Care in der Schu-le» an.

Zielsetzung

Ziel ist es, das Präventionspotential des Lern- und Lebensorts Schule nutzbar zu machen. Dazu werden Lehrpersonen der Primar- und Sekundarstufe I kompakte, didaktisch hochwertige und einfach anwendbare Unterrichtsmaterialien zur Förderung der psychischen Gesundheit ihrer Schüler:innen zur Verfügung gestellt. Diese bestehen aus einzelnen Übungen, Unterrichtssequenzen, komplett ausgearbeiteten Unterrichtseinheiten und adressatengerechten Fachinformationen. Die genannten Unterlagen können auch von weiteren schulischen Fachpersonen, wie Heilpädagog:innen oder Hortangestellten, genutzt werden. Durch den Einsatz der Materialien erhalten Schüler:innen Zeit und Raum, um sich mit den abwechslungsreichen Unterlagen handlungsorientiert und kreativ auseinanderzusetzen. Zentrales Ziel ist der unmittelbare Aufbau von Schutzfaktoren und die Minimierung von Risikofaktoren.

Methode und Vorgehen

Aufbauend auf den Erkenntnissen der Vorprojekte «Take Care» und «MHL-T» werden in einer ersten Projektphase Pilot-Unterrichtsmaterialien für die Primar- und Sekundarstufe ausgearbeitet. Diese werden anschliessend an ausgewählten Schulen getestet und entsprechend angepasst. In einer zweiten Phase werden die restlichen Unterrichtsmaterialien erstellt. Schlussendlich können die Materialien aufbereitet und den Schulen zur Verfügung gestellt werden. Thematisch basieren die Unterrichtsinhalte auf den Broschüren des Vorprojektes «Take Care». Die Ausarbeitung der Unterlagen erfolgt settingspezifisch. Während auf der Primarstufe die zehn Schutzfaktoren, z.B. Problemlösefähigkeit oder Selbstwert, eher allgemein bearbeitet werden, liegt der Schwerpunkt auf der Sekundarstufe I auf dem Erwerb von Kompetenzen im Zusammenhang mit den fünf spezifischen Themen Stress, Liebeskummer, Identität, Medienmissbrauch und Adoleszenz.

Weiterführende Informationen

Publikationen